Dichter Rauch, zerborstene Scheiben und ein Großaufgebot an Einsatzkräften – auf der Hamburger Reeperbahn kam es am Sonntagabend zu einem Brand in einem Restaurant, der für erhebliche Aufregung auf der sonst so belebten Vergnügungsmeile sorgte.
Nach Angaben der Polizei waren gegen 19 Uhr mehrere Notrufe eingegangen. Augenzeugen berichteten von einem lauten Knall und aufsteigendem Rauch aus dem Lokal. Offenbar war es zuvor zu einer Verpuffung gekommen, die den Brand auslöste.
Zwei Verletzte, Glasscheibe zerborsten
Bei dem Vorfall wurden zwei Menschen verletzt. Eine Person erlitt Schnittverletzungen an der Hand, nachdem durch die Explosion eine Glasscheibe zerbrochen war. Über die Verletzungen der zweiten Person gibt es bislang keine näheren Informationen. Beide wurden von Sanitätern versorgt und anschließend in umliegende Krankenhäuser gebracht. Nach Angaben der Feuerwehr bestehe keine Lebensgefahr.
Ein Sprecher der Polizei erklärte, man prüfe derzeit, ob ein technischer Defekt oder unsachgemäßer Umgang mit Gas oder Chemikalien die Ursache war. Hinweise auf Brandstiftung gebe es bislang nicht.
Großeinsatz auf St. Pauli
Die Feuerwehr Hamburg rückte mit mehr als 40 Einsatzkräften an. Während die Löschteams das Feuer im Küchenbereich des Restaurants bekämpften, sicherten weitere Einsatzkräfte angrenzende Gebäude und kontrollierten die Lüftungsschächte auf eine mögliche Rauchausbreitung.
In einem leerstehenden Hostel, das an das Restaurant angrenzt, kam es ebenfalls zu einer massiven Rauchentwicklung. Glücklicherweise hielten sich dort zum Zeitpunkt des Brandes keine Personen auf. Mehrere Anwohner und Passanten mussten die umliegenden Gebäude zeitweise verlassen.
Die Reeperbahn und angrenzende Seitenstraßen wurden während des Einsatzes großräumig abgesperrt. Zahlreiche Schaulustige hatten sich an den Absperrungen versammelt, während Feuerwehr und Polizei die Lage unter Kontrolle brachten. Erst nach etwa zwei Stunden konnte der Brand vollständig gelöscht und Entwarnung gegeben werden.
Ermittlungen laufen
Brandermittler der Polizei Hamburg haben noch am Abend die Arbeit aufgenommen. Sie untersuchen, ob eine Gasleitung, ein technischer Defekt oder unsachgemäße Arbeiten in der Küche den Zwischenfall auslösten. Die genaue Schadenshöhe ist bislang unklar, doch nach ersten Schätzungen dürfte sie sich im mittleren fünfstelligen Bereich bewegen.
Das betroffene Restaurant bleibt vorerst geschlossen. Auch das angrenzende Hostel muss wegen der Rauch- und Rußschäden zunächst überprüft und gereinigt werden.
Augenzeugen berichten
Ein Anwohner schilderte gegenüber der Presse:
„Ich hörte plötzlich einen dumpfen Knall, dann kamen Rauch und Flammen aus der Tür. Überall liefen Leute durcheinander. Zum Glück war die Feuerwehr schnell da.“
Eine Passantin ergänzte:
„Die Scheibe ist einfach zersprungen – ein Mann hat sich die Hand aufgeschnitten. Es war pures Chaos, aber die Einsatzkräfte waren ruhig und professionell.“
Wieder einmal Alarm auf St. Pauli
Die Reeperbahn ist in den vergangenen Jahren immer wieder Schauplatz von Bränden und Zwischenfällen gewesen – viele davon ausgelöst durch technische Defekte in gastronomischen Betrieben. Wegen der hohen Bebauungsdichte und der engen Gebäudeanordnung ist der Einsatz für die Feuerwehr dort besonders schwierig.
Hamburgs Innenbehörde kündigte an, die Ergebnisse der Ermittlungen genau zu prüfen. Sollten Verstöße gegen Sicherheitsvorschriften festgestellt werden, will die Stadt die Brandschutzauflagen für Betriebe im Vergnügungsviertel erneut verschärfen.
Der Vorfall auf der Reeperbahn zeigt einmal mehr, wie schnell Routine in Gefahr umschlagen kann – selbst in einem Viertel, das an Lärm und Aufregung gewöhnt ist.