Auf Mallorca zieht die Stadtverwaltung von Palma de Mallorca die Reißleine: Angesichts wachsender Touristenmassen und zunehmender Beschwerden der Einheimischen hat Bürgermeister Jaime Martínez Llabrés am Dienstag ein umfangreiches Maßnahmenpaket zur Neuregulierung des Tourismus vorgestellt.
Kernpunkt der neuen Strategie ist ein komplettes Verbot neuer Ferienwohnungen und Hostels. Damit reagiert die Stadt auf die angespannte Wohnraumsituation, steigende Mieten und die Verdrängung von Einheimischen aus der Innenstadt. Bestehende Ferienunterkünfte dürfen zwar weiter betrieben werden, neue Genehmigungen will Palma künftig nicht mehr erteilen.
Kampfansage an Partyboote
Besonders deutlich wird die Stadt auch beim Thema Partyboote am Paseo Marítimo – dem beliebten Boulevard an Palmas Hafen. Diese sollen künftig nicht mehr auslaufen dürfen, da sie regelmäßig für Lärm, Alkoholexzesse und Umweltbelastungen sorgen. Die Stadt will damit nicht nur Anwohner schützen, sondern auch das Image Palmas als hochwertiges Reiseziel stärken.
Ziel: „Weniger Exzess, mehr Qualität“
Bürgermeister Llabrés bezeichnete die neuen Regeln als Teil einer „Qualitätsstrategie“, die Palma langfristig von einem reinen Massentourismusziel zu einer „kultivierten, nachhaltigen Stadt für Besucher und Bewohner gleichermaßen“ machen soll.
Er betonte: „Wir wollen keine Stadt sein, in der der Tourismus das tägliche Leben der Bürger bestimmt. Palma soll wieder den Menschen gehören, die hier leben.“
Hintergrund: Unmut über Tourismus wächst
Auf Mallorca wächst seit Jahren der Unmut über die Auswirkungen des Overtourism. Besonders in Palma beklagen viele Einwohner Lärmbelästigung, Müllprobleme und steigende Lebenshaltungskosten. Zuletzt hatten mehrere Bürgerinitiativen Protestaktionen gegen die Tourismuspolitik organisiert.
Mit den neuen Regelungen folgt Palma dem Beispiel anderer europäischer Städte wie Barcelona, Amsterdam oder Lissabon, die ebenfalls neue Ferienwohnungen und Hostels beschränken, um die Lebensqualität der Einheimischen zu sichern.
Die Maßnahmen sollen nach Angaben der Stadt schrittweise ab 2026 in Kraft treten – mit dem Ziel, Palma „dauerhaft lebenswerter und nachhaltiger“ zu machen.