Sie wühlen Vorgärten auf, durchpflügen Wiesen und hinterlassen tiefe Spuren in Straßen und Grundstücken: Im kleinen Ort Wieda im Südharz reißen die Probleme mit Wildschweinen einfach nicht ab. Seit Jahren ziehen ganze Rotten regelmäßig durch das niedersächsische Dorf – und machen den Anwohnern das Leben schwer.
Nach Angaben der Gemeinde beschädigen die Tiere nicht nur Wege und öffentliche Flächen, sondern dringen teils auch bis an Häuser heran. Besonders nachts seien die Wildschweine aktiv, graben nach Nahrung, kippen Mülltonnen um und zerstören Rasenflächen. Manche Anwohner berichten inzwischen von regelrechten „nächtlichen Besuchertrupps“, die sich kaum noch von Menschen stören lassen.
Trotz der erheblichen Schäden ist derzeit keine großangelegte Bejagung geplant. Das liege vor allem an den komplexen Gegebenheiten vor Ort, heißt es von der Gemeinde und der zuständigen Jagdgenossenschaft. Ein Großteil der betroffenen Flächen liegt innerhalb der Ortschaft – dort darf aus Sicherheitsgründen nicht geschossen werden. Zudem verlaufen die Wildwechsel zwischen mehreren Waldgebieten, was die gezielte Bejagung zusätzlich erschwert.
Die Behörden setzen daher auf andere Maßnahmen: Zäune, Bewegungsmelder und das Entfernen von Nahrungsquellen sollen helfen, die Tiere fernzuhalten. Doch der Erfolg ist bislang begrenzt. „Wir haben es hier mit einer ganzen Generation von Wildschweinen zu tun, die sich längst an den Menschen gewöhnt hat“, sagt ein örtlicher Jäger. „Selbst Lärm oder Licht schrecken sie kaum noch ab.“
Für die Bewohner von Wieda ist die Geduld längst aufgebraucht. Immer wieder fordern sie, die Politik müsse endlich handeln – notfalls mit Sondergenehmigungen für eine kontrollierte Bejagung. Bislang blieb es jedoch bei Diskussionen.
So bleibt Wieda auch in diesem Herbst das, was es schon seit Jahren ist: ein Ort, der sich mit seinen tierischen Dauergästen arrangieren muss – und dabei täglich neue Spuren ihres ungebetenen Wirkens zu sehen bekommt.