Die wirtschaftliche Lage vieler deutscher Krankenhäuser spitzt sich dramatisch zu. Nach einer aktuellen Erhebung der Münchner Unternehmensberatung Roland Berger haben im vergangenen Jahr rund drei Viertel aller Kliniken rote Zahlen geschrieben. Besonders betroffen sind öffentliche Einrichtungen: Dort lag der Anteil der defizitären Häuser sogar bei knapp 90 Prozent.
Deutlicher Anstieg der Verluste
Die jährliche Krankenhausstudie von Roland Berger basiert auf einer Befragung von rund 850 Geschäftsführern und Führungskräften deutscher Kliniken. Im Vergleich zu den Vorjahren zeigt sich eine deutliche Verschlechterung. Während 2023 immerhin noch knapp die Hälfte der Krankenhäuser wirtschaftlich arbeiten konnte, sind die Zahlen nun deutlich gekippt.
Ursachen der Misere
Fachleute nennen mehrere Gründe für die wachsende Finanznot:
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steigende Personalkosten durch Fachkräftemangel und Tarifsteigerungen,
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Inflation und höhere Energiekosten, die die Betriebsausgaben stark belasten,
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strukturelle Probleme wie Überkapazitäten in manchen Regionen bei gleichzeitiger Unterversorgung in anderen,
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sowie ungenügende Refinanzierung durch das aktuelle Fallpauschalensystem.
Viele Kliniken stehen daher vor der Herausforderung, Leistungen einzuschränken oder Standorte zu schließen.
Folgen für Patientenversorgung
Die angespannte Finanzlage wirkt sich zunehmend auch auf die Versorgungssicherheit aus. Schon jetzt melden Ärzte und Pflegekräfte, dass die Arbeitsbelastung steigt und Investitionen in moderne Ausstattung oder Sanierungen verschoben werden. Besonders im ländlichen Raum droht eine Verschlechterung der Erreichbarkeit medizinischer Angebote.
Politische Dimension
Die Ergebnisse der Studie verstärken den Druck auf die Bundesregierung, die seit längerem über eine Krankenhausreform verhandelt. Geplant sind u. a. eine Neuordnung der Finanzierung sowie eine stärkere Spezialisierung von Kliniken. Kritiker warnen jedoch, dass Reformen zu langsam umgesetzt werden und viele Häuser bereits jetzt kurz vor der Insolvenz stünden.
Fazit
Die Roland-Berger-Studie macht deutlich, dass die deutsche Krankenhauslandschaft in einer tiefen Krise steckt. Ohne schnelle und wirksame Gegenmaßnahmen drohen weitere Standortschließungen, längere Wege für Patienten und eine Belastung des gesamten Gesundheitssystems.