Das Phänomen ist weit verbreitet: Rund jeder dritte Verbraucher in Deutschland hat sich bereits im stationären Handel beraten lassen, um das gewünschte Produkt anschließend nach einem Preisvergleich online zu bestellen. Das ergab eine YouGov-Umfrage im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur.
Im Einzelhandel spricht man von „Beratungsklau“ – ein Begriff, der die wachsende Herausforderung für lokale Geschäfte verdeutlicht. Denn Beratung kostet Zeit und Personal, während der eigentliche Umsatz dann häufig an Onlinehändler geht.
Doch das Bild ist nicht einseitig: Laut Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland (HDE), sei das umgekehrte Verhalten sogar noch häufiger anzutreffen. Viele Kundinnen und Kunden informierten sich zunächst im Internet über Produkte und Preise – um dann doch im Geschäft vor Ort zu kaufen.
Die Ergebnisse zeigen: Das Kaufverhalten der Deutschen wird zunehmend hybrid. Beratung, Preisvergleich und Einkauf verschmelzen zwischen digitaler Welt und stationärem Handel – eine Entwicklung, die für Händler gleichermaßen Risiko und Chance bedeutet.