In Serbien ist es bei Protesten gegen die Regierung von Präsident Aleksandar Vučić zu schweren Auseinandersetzungen gekommen. Nach offiziellen Angaben ereigneten sich die heftigsten Zusammenstöße in der nordserbischen Stadt Novi Sad, wo Demonstrierende vor dem Sitz der regierenden Serbischen Fortschrittspartei (SNS) auftraten.
Viele Verletzte bei Ausschreitungen
Präsident Vučić erklärte, dass in Novi Sad 64 Zivilisten sowie fünf Militärpolizisten verletzt wurden. Die Krawalle entwickelten sich, als regierungsnahe Gegendemonstranten und Sicherheitskräfte gegen die Regierungsgegner vorgingen. Augenzeugen berichten von Schlägereien, dem Einsatz von Schlagstöcken und einer insgesamt aggressiven Stimmung.
Vučić verschärft den Ton
In einer scharfen Wortwahl bezeichnete Vučić die Protestierenden als „Schläger und Mörder“. Er kündigte an, sowohl die Hauptstadt Belgrad als auch Novi Sad von den Regierungsgegnern „säubern“ zu lassen. Menschenrechtsorganisationen kritisierten diese Rhetorik und warnten vor einer weiteren Eskalation.
Hintergrund der Proteste
Die Demonstrationen richten sich gegen die Staatsführung und deren Politik, darunter mutmaßliche Einschränkungen der Pressefreiheit, Korruption und Einflussnahme auf die Justiz. Die Opposition wirft der Regierung vor, demokratische Strukturen systematisch auszuhöhlen. Vučić hingegen beschuldigt die Opposition, gezielt Chaos zu stiften, um die politische Stabilität zu gefährden.
Internationale Besorgnis
Die Gewaltwelle ruft auch im Ausland Sorgen hervor. Beobachter befürchten, dass die Spannungen die ohnehin angespannte politische Lage auf dem Westbalkan weiter destabilisieren könnten. Die EU und Menschenrechtsgruppen fordern beide Seiten zu Zurückhaltung und Dialog auf.