Auf der ostfriesischen Insel Langeoog hat ein Mann durch sein Verhalten rund 20 Seehunde aufgescheucht, um offenbar besonders nahe Fotoaufnahmen zu machen. Wie die Polizeiinspektion Aurich mitteilte, drang der Mann dabei unerlaubt in eine streng geschützte Ruhezone des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer ein.
Nach Angaben einer Polizeisprecherin habe der Mann gezielt die sogenannte Schutzzone 1 betreten – einen Bereich, der besonders sensibel ist und nur auf ausgewiesenen Wegen betreten werden darf. In dieser Zone gelten die strengsten Schutzvorschriften, um die dort lebenden Tiere, insbesondere Seehunde und Vögel, nicht zu stören.
Zeugen beobachteten den Vorfall von einer Aussichtsplattform aus und informierten die Polizei. Die Seehunde, die sich am Strand aufhielten, flüchteten ins Wasser, was für die Tiere mit erheblichem Stress verbunden sein kann – insbesondere während der Aufzuchtzeit ihrer Jungtiere.
Gegen den Mann wird nun wegen eines Verstoßes gegen das Nationalparkgesetz ermittelt. Ihm droht ein empfindliches Bußgeld.
Der Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer zählt zum UNESCO-Weltnaturerbe und ist Lebensraum zahlreicher geschützter Arten. Die Behörden appellieren regelmäßig an Besucher, sich an die geltenden Regeln zu halten und Rücksicht auf die Natur zu nehmen.