Im Westen Australiens wird eine 26-jährige deutsche Rucksackreisende vermisst. Die junge Frau, deren Name bislang nicht offiziell veröffentlicht wurde, wurde zuletzt Ende Juni in dem abgelegenen Ort Beacon gesehen – einer kleinen Gemeinde rund 330 Kilometer nordöstlich von Perth, gelegen im sogenannten australischen Weizengürtel. Dort ist sie offenbar unter bisher ungeklärten Umständen verschwunden.
Nach Angaben des australischen Rundfunksenders ABC, der sich auf Polizeiquellen beruft, hat sich die Suche mittlerweile deutlich ausgeweitet. Zunächst waren nur lokale Einsatzkräfte mit der Vermisstensuche betraut, doch inzwischen ermittelt auch die Kriminalpolizei. Zusätzlich wurde eine Hubschrauberstaffel zur Luftaufklärung eingesetzt, um das weitläufige und schwer zugängliche Buschland rund um Beacon abzusuchen.
Abgelegene Region erschwert die Suche
Der Ort Beacon befindet sich in einer äußerst dünn besiedelten Region mit nur wenigen hundert Einwohnern. Die Gegend ist geprägt von weitläufigen Feldern, landwirtschaftlichen Betrieben und kaum vorhandener Infrastruktur. Das macht die Suche nach vermissten Personen besonders schwierig – vor allem, wenn unklar ist, ob die vermisste Person bewusst den Kontakt abgebrochen hat, sich verirrt hat oder womöglich Opfer eines Verbrechens wurde.
Laut Informationen der Behörden gibt es bislang keine konkreten Hinweise auf eine Straftat, doch aufgrund der Dauer des Verschwindens und des vollständigen Kommunikationsabbruchs zur Familie und zu Bekannten wurde der Fall an die Kriminalpolizei übergeben. „In einer Region wie dieser, wo Isolation und große Entfernungen zum Alltag gehören, zählt jeder Tag“, so ein Polizeisprecher gegenüber ABC.
Familie in Deutschland alarmiert
Die Familie der Vermissten in Deutschland wurde bereits informiert und steht mit den Behörden in Kontakt. Über das australische Generalkonsulat wurden auch Unterstützungsmaßnahmen eingeleitet. Freunde der Frau berichten, dass sie sich regelmäßig per Nachricht meldete – zuletzt eben im Juni aus Beacon. Seitdem herrscht Funkstille.
Fragen bleiben offen
Ob sich die junge Frau bewusst ins Hinterland begeben hat oder möglicherweise eine Mitfahrgelegenheit in Anspruch genommen hat, ist derzeit nicht bekannt. Die Polizei hat mittlerweile Hinweise aus der Bevölkerung aufgenommen und führt Befragungen in der Region durch, insbesondere unter Farmern, Tankstellenpersonal und den wenigen Unterkunftsanbietern der Umgebung.
Auch der Gedanke an ein medizinisches Problem oder einen Unfall wird nicht ausgeschlossen. Gerade in den abgelegenen Teilen des australischen Outbacks können bereits kleinere Zwischenfälle wie eine Panne oder ein Sonnenstich schnell lebensbedrohlich werden, wenn keine Hilfe in Reichweite ist.
Auswärtiges Amt eingeschaltet
Das Auswärtige Amt in Berlin ist über den Fall informiert und beobachtet die Entwicklungen. In vergleichbaren Fällen kann es auch zu Unterstützung durch das Bundeskriminalamt kommen, etwa zur Koordination mit den australischen Behörden oder bei der Übermittlung von Informationen an Angehörige.
Die Hoffnung, die 26-Jährige lebend und wohlbehalten zu finden, bleibt bestehen. Doch die Zeit drängt – vor allem angesichts der klimatischen Herausforderungen des australischen Winters im Inland, wo die Nächte empfindlich kalt sein können.