Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) schlägt Alarm: In Zeiten des eklatanten Pflegenotstands sei es untragbar, dass qualifizierte ausländische Pflegekräfte monatelang auf ihre Anerkennung warten müssten, bevor sie in ihrem erlernten Beruf arbeiten dürfen. In einem Gastbeitrag für den Fachdienst epd sozial fordert bpa-Präsident Bernd Meurer einen Kurswechsel von der Bundesregierung – und wirbt für ein pragmatisches Modell: die „Kompetenzvermutung“.
Statt die berufliche Anerkennung vorab in oft bürokratischen und langwierigen Verfahren zu prüfen, sollen Pflegekräfte zunächst mit ihrer Tätigkeit beginnen dürfen – die vollständige Anerkennung würde nachgelagert erfolgen. So ließen sich Personalengpässe schneller abfedern, ohne auf Fachwissen verzichten zu müssen.
„Wir können es uns nicht leisten, motivierte Fachkräfte aus dem Ausland monatelang auf der Warteliste zu parken“, so Meurer. Die jetzige Praxis sei weder zeitgemäß noch krisenfest. Viele ausländische Bewerberinnen und Bewerber würden aufgeben oder in andere Länder weiterziehen, weil das Verfahren in Deutschland zu langsam sei.
Hintergrund:
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Laut bpa fehlen bundesweit hunderttausende Pflegekräfte – Tendenz steigend.
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Ausländische Pflegekräfte gelten als wichtige Stütze, stoßen aber auf bürokratische Hürden, etwa bei Sprachtests, Nachweisen und Anpassungsqualifikationen.
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Das Prinzip der Kompetenzvermutung wird in anderen Ländern bereits praktiziert, etwa in Kanada oder Schweden.
Meurer betont, dass eine solche Regelung nicht auf Kosten der Qualität gehen dürfe: Während der Beschäftigung könnten gezielte Schulungen, Prüfungen und Hospitationen integriert werden, um die berufliche Eignung verbindlich zu bestätigen.
Fazit: Angesichts des dramatischen Personalmangels in der Pflege stellt sich nicht mehr die Frage, ob ausländische Fachkräfte gebraucht werden – sondern wie schnell und unbürokratisch sie endlich helfen dürfen. Der Ball liegt nun bei der Bundesregierung.