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Technische Probleme bei neuem Fallschirm der Bundeswehr: Sicherheitsrisiken und zusätzliche Kosten
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Technische Probleme bei neuem Fallschirm der Bundeswehr: Sicherheitsrisiken und zusätzliche Kosten

GuentherDillingen (CC0), Pixabay

Ein internes Dokument der Bundeswehr offenbart schwerwiegende technische Probleme bei einem neuen Fallschirm, der bereits seit 2024 im Einsatz ist. Der „Ensemble de Parachutage du Combattant“ (EPC-B), der als fortschrittliches Fallschirmsystem angekündigt wurde, stellt laut dem Bericht eine Gefahr für die Fallschirmspringer dar. Das Papier, das dem NDR, WDR und der Süddeutschen Zeitung (SZ) vorliegt, beschreibt die ersten Erfahrungen mit dem neuen Fallschirm und die Sicherheitsrisiken, die sich im Regelsprungbetrieb zeigen.

Ursprüngliche Hoffnungen und enttäuschende Realität

Im Frühjahr 2023 hatte die Bundeswehr noch positive Meldungen zu dem neuen Fallschirm verbreitet. Das System sei erfolgreich getestet worden und solle das Verletzungsrisiko beim Fallschirmspringen verringern. Ein offizieller Bericht der Bundeswehr sprach davon, dass die ersten Springer unbeschadet landeten und der neue Fallschirm „goldglänzend“ über den Himmel der Garnisonsgemeinde Altenstadt zog. Doch das interne Dokument des Bundesamts für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) zeichnet ein völlig anderes Bild.

Sicherheitsrisiken bei gleichzeitigen Absetzvorgängen

Ein zentrales Problem des EPC-B sei das gleichzeitige Absetzen von Fallschirmspringern aus beiden Seitentüren des Airbus A400M, so das interne Dokument. Bei dieser Art des Absetzens seien „Beinahe-Kappenkollisionen“ und „Schirmdurchfahrten“ deutlich häufiger aufgetreten als bei der Nutzung des alten Fallschirmsystems T-10. Diese Kollisionen oder Durchfahrten, bei denen Springer mit ihren Schirmen kollidieren oder in die Leinen eines anderen Springers geraten, stellen ein extrem hohes Gefährdungspotenzial dar. Laut dem Bericht sind die Risiken dieser Vorfälle „weder mitigierbar, noch beherrschbar“, was die Verwendung des neuen Fallschirmsystems als „dauerhaft nicht hinnehmbar“ einstuft.

Ein Vorfall bei einer Übung im März 2025, bei dem es zu einer tatsächlichen „Kappenkollision“ kam, wurde im Bericht dokumentiert. Ein Foto des Vorfalls befindet sich in dem internen Papier, jedoch ohne detaillierte Angaben zu den Folgen des Vorfalls.

Eingeschränkter Einsatz und hohe Kosten

Der EPC-B wird derzeit nur unter eingeschränkten Bedingungen verwendet. So darf der Fallschirm momentan nur bis zu einer Höhe von 1.000 Metern eingesetzt werden, weit unter den ursprünglich vorgesehenen Einsatzgrenzen von 18 Jahren und 180 Sprüngen. Stattdessen ist die Verwendungsdauer aktuell auf nur sechs Jahre oder 60 Sprünge begrenzt. Diese Verkürzung der Lebensdauer des Fallschirms führt zu zusätzlichen Kosten. Sollte der ursprüngliche Plan von 18 Jahren und 180 Sprüngen aufrechterhalten werden, müsste die Bundeswehr für 11,5 Millionen Euro zusätzliche Fallschirme anschaffen.

Wirtschaftliche Bedenken und Sicherheitsmängel

Aus wirtschaftlicher Sicht ist das neue Fallschirmsystem problematisch. Der EPC-B verursacht höhere Betriebskosten als das vorherige Modell. Zudem wurde ein sicherheitsrelevanter Bestandteil des Fallschirms, die Ausstoßfeder, als fehlerhaft identifiziert. Sie weist eine zu geringe Rückstellkraft auf, was die Funktionalität des Systems beeinträchtigt und die Sicherheit der Springer weiter gefährdet.

Fazit und Ausblick

Die Probleme mit dem neuen Fallschirm der Bundeswehr werfen ein ernstes Licht auf die Bauqualität und die Sicherheitsstandards des Systems. Während die Bundeswehr ursprünglich die Einführung des EPC-B als Fortschritt im Bereich der Fallschirmtechnik betrachtete, zeigen die internen Berichte nun eine völlig andere Realität. Die potenziellen Sicherheitsrisiken und die wirtschaftlichen Nachteile des Systems werfen Fragen auf, wie es in Zukunft weitergehen wird. Eine Überprüfung und mögliche Nachbesserung des Systems erscheinen unumgänglich, um den Sicherheitsanforderungen gerecht zu werden und die Kosten in den Griff zu bekommen.

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