In einem TV-Nachrichtenstudio sehen wir eine Moderatorin, die in die Kamera schaut und aktuelle Themen wie den Krieg in der Ukraine, den Konflikt im Nahen Osten und den Grammy-Musikpreis präsentiert. Alles sieht täuschend echt aus, doch die Moderatorin und ihre Stimme sind tatsächlich Produkte künstlicher Intelligenz (KI).
Könnte dies die Zukunft unserer Nachrichten sein?
Dies ist Teil einer Demo eines neuen Senders, dessen voller Betrieb in den kommenden Monaten geplant ist. Das Programm, das rund um die Uhr aus einem KI-basierten Newsroom gesendet werden soll, wird von künstlichen Nachrichtensprechern präsentiert, die mehrere Sprachen beherrschen.
Die KI wird Inhalte automatisch übersetzen, um ein globales Publikum zu erreichen. Geplant ist auch die Verwendung künstlich erstellter Bilder für Berichterstattungen aus Gebieten, in denen keine Kameras zugelassen sind, ähnlich wie Gerichtszeichnungen.
Trotz der intensiven Nutzung von KI sollen Menschen in den Prozess eingebunden sein, insbesondere für die Überprüfung der Fakten. Ziel ist es, Falschmeldungen zu vermeiden. Die Nachrichtenquellen werden als zuverlässig beschrieben.
Das Ziel des Senders ist es, personalisierte Nachrichtenfeeds zu bieten, bei denen jeder Zuschauer Inhalte erhält, die auf seine Interessen zugeschnitten sind. Dabei soll eine redaktionelle Auswahl für eine ausgewogene Berichterstattung sorgen. Das Angebot wird kostenlos und durch Werbung finanziert sein.
Es gibt jedoch auch kritische Stimmen. Bedenken werden geäußert, dass KI-Nachrichten das Risiko der Verbreitung von Fehlinformationen erhöhen könnten. Ein weiteres Thema ist die Zukunft traditioneller Nachrichtensprecher im Vergleich zu ihren KI-Pendants. Es wird argumentiert, dass KI vor allem diejenigen ersetzen könnte, die nur vom Teleprompter ablesen, während Journalisten, die Interviews führen und Kommentare abgeben, noch unersetzbar seien, da KI diese Aufgaben noch nicht erfüllen kann.