Der ursprüngliche Zweck dieser Märkte war vor allem praktischer Natur. Sie dienten den Menschen dazu, sich mit Lebensmitteln und notwendigen Bedarfsgütern für den Winter einzudecken. Es waren Veranstaltungen, die das Ende der landwirtschaftlichen Arbeitssaison und den Beginn der Winterzeit markierten.
Mit der Zeit gewannen diese Märkte eine stärker weihnachtliche Bedeutung. Sie wurden zu Orten, an denen spezielle weihnachtliche Waren wie handgefertigte Geschenke, Spielzeug, Weihnachtsschmuck und saisonale Leckereien verkauft wurden. Diese Entwicklung hing eng mit der Ausbreitung und der zunehmenden Bedeutung des Weihnachtsfestes im christlichen Europa zusammen.
In der Renaissance und im Barock begannen die Weihnachtsmärkte, sich zu einer beliebten gesellschaftlichen Veranstaltung zu entwickeln. Sie wurden zu Orten der Begegnung und des Austausches, nicht nur für Waren, sondern auch für Nachrichten und Geschichten. Die Menschen nutzten die Märkte als Gelegenheit, um sich zu treffen, Neuigkeiten auszutauschen und gemeinsam zu feiern. Dies trug dazu bei, dass die Märkte zu einem festen Bestandteil der vorweihnachtlichen Tradition wurden.
Im 19. und 20. Jahrhundert erlebten die Weihnachtsmärkte eine weitere Transformation. Sie wurden zu größeren und aufwendigeren Veranstaltungen mit einer Vielzahl von Ständen und Attraktionen. In vielen Städten entstanden spezielle Marktstrukturen, und die Märkte wurden zunehmend zu einem touristischen Anziehungspunkt. Die romantische Vorstellung von Weihnachten, wie sie in der viktorianischen Ära und durch die Werke von Autoren wie Charles Dickens popularisiert wurde, trug zu einer idealisierten Wahrnehmung der Weihnachtsmärkte bei.
Heute sind Weihnachtsmärkte ein weltweites Phänomen und finden in vielen verschiedenen Ländern statt. Sie variieren stark in Größe und Charakter, aber die meisten teilen gemeinsame Elemente wie festliche Beleuchtung, Weihnachtsmusik, eine Vielzahl von Verkaufsständen und eine allgemeine festliche Atmosphäre. Sie sind zu einem wichtigen Bestandteil der Weihnachtstradition und -kultur geworden, ein Ort, an dem die Freuden der Weihnachtszeit zelebriert werden.