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ADCADA.healthcare, das Investment in Atemschutzmasken mit 12% Rendite, 12% Spende und jeder Menge ungeklärter Fragen

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OrnaW (CC0), Pixabay

Respekt, Herr Kühn! Entweder sind Sie ein großer Menschenfreund oder „die Gäule gehen gerade komplett mit Ihnen durch“ angesichts der aktuellen Coronakrise. Über „ADCADA.healthcare“ bietet die dahinterstehende ADCADA Investments AG PCC (Teil der ADCADA-Unternehmensgruppe, lesen Sie hier unseren Bericht zu dieser Gesellschaft) aus Liechtenstein ein unglaubliches Angebot an:

  • 12 Millionen Atemschutzmasken pro Monat
  • 12 Prozent der Produktion soll gespendet werden
  • 12 Monate Laufzeit des Investments
  • 12 Prozent Zinsen für den Anleger

Zudem wird dem Anleger auch noch eine erstrangige Sicherheit versprochen, die im Immobilienbereich bedeutet, dass der Anleger direkt an der Verwertung der Immobilie im Schadensfall beteiligt wird und keine Bank vor diesem bedient wird. Im Bankenwesen wiederum bezeichnet das einen Kredit, der maximal 70% des tatsächlichen Substanzwertes einer Immobilie umfasst. Welche Bedeutung ist hier gemeint, vor allem da es sich um eine Anleihe handeln soll?

Haben Sie diesbezüglich einen Prospekt erstellt? Und ist diese Anleihe auch von irgendeiner Finanzmarktaufsicht genehmigt worden? Die vermutlich zuständige liechtensteinische Finanzmarktaufsicht haben wir einmal deswegen kontaktiert und warten nun auf deren Antwort.

Damit sich das für das Unternehmen lohnt, muss es natürlich eine größere Rendite einfahren, unserer Schätzung nach rund 30 Prozent inklusive der Vertriebskosten. In der aktuellen Zeit einen dermaßen großen Gewinn machen zu können, wäre tatsächlich ein großes Wunder! Und Kleinanleger, auf die man es eindeutig abgesehen hat, können sogar schon ab 100 Euro investieren!

„Die Unternehmensgruppe“ habe, laut eigener Aussage auf der Webseite, „die entstandene Situation rund um die Corona-Pandemie früh erkannt und rund 2.5 Millionen Euro in eine neue, vollautomatische Produktionsstraße zur Herstellung von Atemschutzmasken und weiterem Equipment investiert.“ Das klingt natürlich fantastisch! Aber wie können Sie das so schnell umsetzen, da es ja derzeitig zu corona-bedingten Lieferschwierigkeiten an Gerätschaften kommt? Haben Sie ein deutsches Unternehmen beauftragt, welches sicher darüber sehr glücklich war? Warum nennen Sie es dann nicht? Und welche Schutzklasse weisen die ab Mai zu produzierenden Masken auf? Wenn diese tatsächlich im medizinischen Bereich eingesetzt werden sollen, müssen sie schon den FFP2- oder FFP3-Standard erfüllen.

Bitte verstehen Sie uns nicht falsch, sehr geehrter Herr Kühn. Wir finden Ihr Vorhaben beeindruckend, auch wenn Sie sicherlich das Geldverdienen mehr interessiert, als ein „Beitrag zur Eindämmung der Pandemie.“ Wir fragen uns nur, wie man als Anleger diesem Vorhaben trauen kann, wenn Sie so wenige Informationen preisgeben. Haben Sie denn einen längerfristigen Vertrag mit der Bundes- oder einer Landesregierung, der hier als Sicherheit dient? Andere, größere und bekanntere Unternehmen sind schließlich auch auf diesen scheinbar lukrativen Zug aufgesprungen. Oder machen Sie alles auf eigenes Risiko? Das würde natürlich zum Venture Capital passen…

Zumal auch davon auszugehen ist, dass die Nachfrage nach höherpreisigen Masken wieder abnehmen wird, wie man in Österreich schon feststellen kann. Produzieren Sie dann auch Billigmasken? Wann amortisiert sich dann die Anschaffung der Produktionsstraße?

Vielleicht können Sie uns ja darüber aufklären? Das wäre sicherlich auch im Interesse Ihrer potentiellen Anleger.

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