Die Kapitalverwaltungsgesellschaft Universal-Investment-Gesellschaft mit beschränkter Haftung mit Sitz in Frankfurt am Main legt den Jahresbericht für den Kahler & Kurz Aktienfonds vor. Für Anleger ist vor allem auffällig: Der Fonds verlor im Berichtsjahr per saldo deutlich an Kapital, das Fondsvermögen schrumpfte von 19,74 Millionen Euro auf 11,81 Millionen Euro, und alle drei Anteilklassen schlossen mit negativer Wertentwicklung ab. Zugleich blieb die Aktienquote hoch, der Fonds hielt aber zum Stichtag mit gut 5 Prozent immerhin einen kleinen Liquiditätspuffer.
Im Bericht wird kein externer Fondsmanager oder Anlageberater mit abweichendem Sitz genannt; die Verantwortung liegt bei der Gesellschaft selbst. Nach Einschätzung aus Anlegersicht zeigt der Bericht einen Fonds, der in einem schwankungsreichen Marktumfeld zwar operativ weiter Erträge erwirtschaftete, dessen Ergebnis aber durch Kursverluste, hohe Rückgaben und eine rückläufige Vermögensbasis belastet wurde.
Vermögen und Wertentwicklung
Zum 30. Juni 2026 betrug das Fondsvermögen 11.806.558,03 Euro. Ein Jahr zuvor waren es noch 19.737.960,77 Euro. Der Rückgang ist vor allem auf Nettoabflüsse von 7.205.387,20 Euro zurückzuführen; zusätzlich belastete das Jahresergebnis mit minus 724.984,25 Euro das Vermögen. Damit wurde der Fonds nicht nur kleiner, sondern auch spürbar stärker von Rücknahmen der Anleger geprägt als von frischem Geld.
Der Anteilwert des Fonds lag zum Stichtag bei 120,55 Euro für die Anteilklasse Seed, 117,44 Euro für die Institutional-Klasse und 113,84 Euro für die Retail-Klasse. Auf Jahressicht fielen alle Klassen: Seed minus 3,37 Prozent, Institutional minus 3,67 Prozent und Retail minus 4,48 Prozent. Diese Entwicklung ist für Anleger deshalb wichtig, weil der Fonds trotz steigender Aktienmärkte im Berichtszeitraum unter dem Strich keinen positiven Mehrwert liefern konnte.
Auch der Vergleich mit dem Vorjahr zeigt eine Veränderung: Das realisierte Ergebnis war zwar mit 210.575,92 Euro positiv, der nicht realisierte Teil drückte jedoch mit minus 935.560,17 Euro stark ins Minus. Der Verlust stammt also nicht aus einem vollständigen Ertragsausfall, sondern vor allem aus Kursrückgängen der gehaltenen Aktienpositionen. Die Benchmark MSCI World Net Return (EUR) wird genannt; der Fonds berichtete aber keine explizite Relative-Performance-Zahl gegenüber diesem Vergleichsmaßstab.
Erträge, Kosten und ihre Relation
Die laufenden Erträge blieben im Grundsatz ordentlich: Im Gesamtfonds standen Erträge von 192.060,06 Euro Aufwendungen von 119.296,73 Euro gegenüber. Daraus ergab sich ein ordentliches Nettoergebnis von 72.763,33 Euro. Das ist aus Sicht der Anleger positiv, reicht aber nicht aus, um die negativen Marktbewegungen auszugleichen.
Bei den Kosten fällt auf, dass die Verwaltung insgesamt eine spürbare Last blieb. Für den Gesamtfonds wurden 126.465,72 Euro Verwaltungsvergütung ausgewiesen, hinzu kamen 14.252,83 Euro Verwahrstellenvergütung und 9.244,08 Euro Prüfungs- und Veröffentlichungskosten. Die sonstigen Aufwendungen beliefen sich auf netto 34.284,99 Euro, wobei darin unter anderem der Ertragsausgleich enthalten ist. Besonders wichtig: Die tatsächliche Verwaltungsvergütung setzt sich im Fonds aus Verwaltungs- und Beratungsvergütung zusammen; im Gesamtfonds waren das 23.016,74 Euro Verwaltung und 103.448,98 Euro Beratung.
Die Gesamtkostenquote lag bei 0,74 Prozent für Seed, 1,04 Prozent für Institutional und 1,89 Prozent für Retail. Aus Anlegersicht ist die Spanne relevant: Die Retail-Klasse trägt die höchsten laufenden Kosten und belastet damit die Renditechancen am stärksten. Ein zusätzlicher Erfolgsaufschlag fiel nicht an. Transaktionskosten in Höhe von 67.125,17 Euro zeigen zudem, dass die Umschichtung des Portfolios nicht kostenfrei war.
Portfolio und größte Positionen
Der Fonds blieb klar als Aktienfonds positioniert: Aktien machten zum Stichtag 94,94 Prozent des Fondsvermögens aus, Bankguthaben 5,21 Prozent. Liquidität wurde damit nicht aggressiv erhöht, aber als Puffer gehalten. Die regional stärkste Position waren die USA mit 41,28 Prozent des Fondsvermögens; daneben waren Deutschland mit 12,70 Prozent, Kanada mit 8,27 Prozent, Frankreich mit 7,62 Prozent, die Schweiz mit 6,38 Prozent und Großbritannien mit 5,37 Prozent vertreten. Branchenangaben im Detail nennt der Bericht nicht vollständig, aber er zeigt eine deutliche Streuung über Konsum, Gesundheitswesen, Technologie, Finanz- und Industrietitel.
Zu den größten Einzelpositionen zählten unter anderem American Express, Eli Lilly, VISA, UnitedHealth, Moody’s, Canadian National Railway, Nestlé, Novartis, Air Liquide, L’Oréal, Amazon, Apple, Dell Technologies, Microsoft, NVIDIA und S&P Global. Auffällig ist die Mischung aus Qualitätswerten und wachstumsstarken US-Titeln. Das Management trennte sich im Berichtsjahr unter anderem von Mercado Libre, Paycom und Intuit und baute neue Positionen in Eli Lilly, UnitedHealth und Dell Technologies auf. Zugleich wurde die Gewichtung im Finanzsektor von 24 Prozent auf 17 Prozent reduziert und der US-Anteil von 32,5 Prozent auf rund 41 Prozent erhöht.
Risiken und Auffälligkeiten
Der Bericht nennt die üblichen Marktpreis-, Aktien- und Währungsrisiken, die bei einem globalen Aktienfonds naheliegen. Für Anleger ist insbesondere die hohe Abhängigkeit von Aktienkursen entscheidend: Schon moderate Marktbewegungen können sich deutlich auf den Anteilwert auswirken. Hinzu kommt das Währungsrisiko, weil ein wesentlicher Teil des Portfolios in Fremdwährungen notiert.
Aus Anlegersicht auffällig ist außerdem die starke Mittelabflussdynamik. Im Seed-Teilfonds wurden netto 2,38 Millionen Euro, im Institutional-Teilfonds 3,21 Millionen Euro und im Retail-Teilfonds 1,61 Millionen Euro abgezogen. Das kann die wirtschaftliche Basis des Fonds schwächen und Umschichtungen erzwingen. Positiv ist, dass die beiden vorgesehenen Liquiditätsmanagementinstrumente zwar vorhanden waren, im Berichtsjahr aber nicht eingesetzt werden mussten. Ebenfalls wichtig: Der Fonds hielt keine Derivatepositionen; das gemeldete Exposure lag bei 0,00 Euro.
Eine weitere Veränderung mit Signalwirkung war die Anpassung der Anlagebedingungen zum 16. April 2026. Der Bericht verweist auf die gesetzlichen Änderungen durch das Fondsrisikobegrenzungsgesetz. Für Anleger heißt das vor allem, dass der rechtliche Rahmen aktualisiert wurde; eine strategische Neuausrichtung des Fonds allein folgt daraus nicht zwingend, wohl aber eine formale Anpassung an neue Vorgaben.
Fazit für Anleger
Der Kahler & Kurz Aktienfonds blieb im Berichtsjahr ein klar aktienlastiger, weltweit investierender Qualitätsfonds, konnte aber den schwierigen Verlauf an der Bewertungsseite nicht ausgleichen. Trotz ordentlicher laufender Erträge und realisierter Gewinne endete das Geschäftsjahr mit minus 724.984,25 Euro Gesamtergebnis. Die Ausschüttung erfolgte nicht; der Fonds ist thesaurierend. Der Abschlussprüfer stellte fest, dass der Jahresbericht in allen wesentlichen Belangen den Vorschriften entspricht und ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt.