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ACATIS Euro High Yield legt mit hoher Anleihenquote zu – Wertentwicklung über Benchmark, aber Kosten und Aktien-ähnliche Risiken bleiben Themen

Die ACATIS Investment Kapitalverwaltungsgesellschaft mbH mit Sitz in Frankfurt am Main legt in diesem Jahresbericht den ACATIS Euro High Yield Anteilklasse A und B vor. Der Fonds setzte im Berichtsjahr weiterhin auf ein konzentriertes High-Yield-Portfolio in Euro und konnte dabei sowohl absolut als auch relativ zur Benchmark zulegen. Aus Anlegersicht auffällig ist jedoch, dass die starke Performance in einem Umfeld deutlich gestiegener Risikoprämien erzielt wurde und die Kostenbelastung je nach Anteilklasse spürbar ins Gewicht fällt.

Vermögen und Wertentwicklung

Das Fondsvermögen stieg im Geschäftsjahr 2025/2026 von 7,34 Mio. Euro auf 9,25 Mio. Euro. Wesentliche Treiber waren ein Netto-Mittelzufluss von 1,45 Mio. Euro sowie das Ergebnis des Geschäftsjahres von 427.793,21 Euro. Die Mittelabflüsse aus Rücknahmen beliefen sich auf 2,35 Mio. Euro, die Mittelzuflüsse auf 3,80 Mio. Euro. Für Anleger heißt das: Der Fonds wuchs nicht nur durch Marktperformance, sondern auch durch frisches Kapital.

Die Anteilklasse B erzielte über das gesamte Berichtsjahr eine Wertentwicklung von 5,49 Prozent und lag damit vor dem Vergleichsindex, der 4,59 Prozent zulegte. Das entspricht einer Outperformance von 0,90 Prozentpunkten. Die Anteilklasse A wurde erst am 23. Februar 2026 aufgelegt und erreichte bis zum 30. Juni 2026 ein Plus von 1,65 Prozent; auch hier lag die Entwicklung über der Benchmark von 0,70 Prozent. Der Fonds verband diese Mehrrendite nicht mit einem erkennbar höheren Schwankungsrisiko: Die Volatilität lag mit 2,28 Prozent minimal unter der des Vergleichsindex von 2,29 Prozent, die Sharpe Ratio war mit 1,52 besser als die der Benchmark mit 1,13.

Das positive Ergebnis kam laut Bericht aus mehreren Quellen. Der ordentliche Nettoertrag belief sich auf 345.752,90 Euro, hinzu kamen realisierte Gewinne von 93.159,29 Euro und ein nahezu ausgeglichenes nicht realisiertes Ergebnis von 35.426,30 Euro. Für Anleger ist wichtig: Die Rendite entstand nicht nur aus Kursgewinnen, sondern vor allem aus laufenden Zinsen und aus realisierten Veräußerungsgewinnen bei Anleihen.

Portfolio und größte Positionen

Zum Stichtag bestand das Portfolio fast vollständig aus verzinslichen Wertpapieren. Renten machten 95,96 Prozent des Fondsvermögens aus, Bankguthaben 2,86 Prozent, Zinsansprüche 1,60 Prozent. Die Kasse wurde im Jahresverlauf deutlich zurückgefahren: Zum Vorjahresstichtag lagen noch 39,13 Prozent des Vermögens als Bankguthaben vor, zum 30. Juni 2026 nur noch 2,86 Prozent. Das zeigt den sukzessiven Portfolioaufbau nach der Auflegung am 21. Mai 2025.

Regional und strukturell blieb der Fonds klar im europäischen High-Yield-Segment verankert, investierte aber auch in einzelne Emittenten aus anderen Währungsräumen, soweit sie in harter Währung begeben waren. Der Schwerpunkt lag mit 95,96 Prozent auf Anleihen; Derivate wurden nicht eingesetzt, das ausgewiesene Exposure aus Derivaten betrug 0,00 Euro. Die Duration des Portfolios lag bei 3,09 Jahren und damit leicht über dem Vorjahreswert von 3,04 Jahren. Der optionsadjustierte Spread stieg von 288 auf 322 Basispunkte, was auf ein höheres Renditeniveau und eine bewusste Positionierung in höher verzinsten Titeln hindeutet.

Bei den Sektoren verschob sich der Schwerpunkt deutlich: Basic Materials stieg von 6,98 Prozent auf 14,67 Prozent des Rentenvermögens, Industrials fiel von 20,41 Prozent auf 9,09 Prozent. Der Bericht führt dies auf Einzeltitelselektion und nicht auf eine allgemeine Sektorwette zurück. Zu den größeren Einzelpositionen zählen unter anderem DL Invest Group PM S.A. mit 5,37 Prozent, Maxam Prill mit 3,32 Prozent, INEOS Finance mit 3,27 Prozent, PeopleCert Wisdom Issuer mit 3,14 Prozent sowie Proximus mit 2,47 Prozent des Fondsvermögens. Weitere größere Positionen sind etwa Clariane, Ray Financing, Rino Mastrotto, Alex andrite Monnet, DeepOcean und Ausgrid. Aus Anlegersicht bedeutet die Konzentration auf einzelne Titel: Das Fondsmanagement setzt auf gezielte Chancen, nimmt aber auch Klumpenrisiken in Kauf, die bei einem High-Yield-Portfolio strukturell nicht zu vermeiden sind.

Kosten

Die laufenden Kosten unterscheiden sich zwischen den Anteilklassen deutlich. Die Gesamtkostenquote beträgt bei Anteilklasse A 1,31 Prozent, bei Anteilklasse B 1,02 Prozent. Zusätzlich wurde für die Anteilklasse A eine erfolgsabhängige Vergütung von 0,08 Prozent des durchschnittlichen Nettoinventarwerts ausgewiesen, bei Anteilklasse B 0,18 Prozent. Pauschalvergütungen an die Verwaltungsgesellschaft oder Dritte fielen nicht an.

In der Ertrags- und Aufwandsrechnung zeigt sich, dass die Verwaltungsvergütung die mit Abstand größte Einzelkostenposition ist. Für die Anteilklasse B betrug sie 74.632,43 Euro, hinzu kamen 4.967,31 Euro für die Verwahrstelle, 7.171,53 Euro für Prüfungs- und Veröffentlichungskosten sowie 10.459,06 Euro sonstige Aufwendungen. Den Erträgen von 427.510,45 Euro standen damit 97.252,83 Euro Aufwendungen gegenüber. Das entspricht einer Kostenquote von rund einem Viertel der Erträge vor Veräußerungsergebnis. Für Anleger ist das relevant, weil gerade bei einem zinsstarken Fonds die laufenden Erträge einen erheblichen Teil der Kosten tragen müssen.

Bei Anteilklasse A fielen die absoluten Kosten wegen des kurzen Rumpfgeschäftsjahres deutlich niedriger aus; dort betrugen die Aufwendungen 5.003,48 Euro bei Erträgen von 20.498,76 Euro. Auch hier ist die Verwaltungsvergütung der Hauptkostenblock. Positiv zu werten ist, dass keine Beratungsvergütung anfiel.

Risiken und Auffälligkeiten

Der Bericht nennt als wesentliche Risiken allgemeine Marktpreisrisiken, Zinsänderungsrisiken, Adressenausfall- und Emittentenrisiken sowie Bonitätsrisiken. Das ist für einen High-Yield-Fonds erwartbar, aber gerade hier besonders relevant: Die Papiere reagieren nicht nur auf Zinsbewegungen, sondern auch auf Veränderungen der Kreditqualität einzelner Emittenten. Aus Anlegersicht bemerkenswert ist, dass das durchschnittliche Rating des Fonds von BB- auf B+ sank. Der Bericht stellt klar, dass dies aus einer bewussten Titelselektion in einem attraktiv bewerteten, aber zyklischen Sektor resultierte und nicht aus einer generellen Lockerung der Qualitätsanforderungen.

Eine weitere Auffälligkeit ist die hohe Positionierung in Titeln mit längeren Laufzeiten. Der Anteil der Restlaufzeiten zwischen drei und fünf Jahren stieg auf 46,85 Prozent, der Bereich zwischen fünf und sieben Jahren auf 25,4 Prozent. Gleichzeitig sank der Anteil unter einem Jahr auf 9,46 Prozent. Das erhöht zwar die Chance, den derzeitigen Kupon und die Renditen länger zu sichern, macht das Portfolio aber auch stärker zins- und kursbewegungsanfällig als sehr kurzfristige Anleihen.

Positiv ist, dass das Fondsmanagement den Investitionsgrad von 60,9 Prozent auf 97,4 Prozent erhöht hat und damit das Kapital weitgehend produktiv eingesetzt wurde. Der Bericht verweist zudem darauf, dass die Pflicht-Liquiditätsmanagementinstrumente zwar festgelegt, im Berichtszeitraum aber nicht angewendet wurden. Ausschüttungen gab es nicht: Die Anteilklasse B thesauriert, die Anteilklasse A ist als ausschüttende Anteilklasse mit Wiederanlage im Berichtsjahr noch ohne Auszahlung ausgewiesen.

Fazit für Anleger

Unterm Strich präsentiert sich der ACATIS Euro High Yield im Berichtsjahr als vergleichsweise robust verwalteter High-Yield-Fonds mit ordentlicher Mehrrendite gegenüber der Benchmark und stabiler Risikokennzahl. Die Wertentwicklung wurde vor allem durch laufende Zinsen und selektive Kreditinvestments getragen. Gleichzeitig sollten Anleger die relativ hohen laufenden Kosten, die spürbare Erfolgsvergütung und die für High Yield typischen Ausfall- und Bonitätsrisiken im Blick behalten. Das Prüfungsurteil des Abschlussprüfers lautet zusammengefasst: Der Jahresbericht entspricht nach Prüfung in allen wesentlichen Belangen den Vorschriften des KAGB und vermittelt ein zutreffendes Bild der tatsächlichen Verhältnisse und Entwicklungen des Fonds.

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