Der Jahresbericht zum Fonds Managed ETFplus – Portfolio Balance wurde von der ODDO BHF Asset Management GmbH mit Sitz in Düsseldorf als Kapitalverwaltungsgesellschaft herausgegeben; im Bericht wird als Fondsmanager die Greiff capital management AG genannt. Für Anleger ist der Bericht vor allem deshalb interessant, weil der Fonds im Geschäftsjahr 2025/2026 deutlich an Wert gewann, gleichzeitig aber ein hohes Kostenlevel und ein negatives ordentliches Nettoergebnis zeigt.
Unterm Strich stieg das Fondsvermögen von 35,55 Mio. Euro auf 42,51 Mio. Euro, der Anteilwert kletterte von 76,93 Euro auf 88,72 Euro. Die Wertentwicklung von 15,33 Prozent war damit kräftig, beruhte aber nicht nur auf laufenden Erträgen, sondern vor allem auf realisierten und nicht realisierten Kursgewinnen sowie selektiven Veräußerungsgewinnen im Portfolio.
Vermögen und Wertentwicklung
Zum 30. Juni 2026 verwaltete der Fonds ein Vermögen von 42,51 Mio. Euro. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Zuwachs von knapp 19,6 Prozent. Dass das Vermögen stärker stieg als die Mittelzuflüsse, zeigt: Die positive Marktentwicklung war der wichtigste Treiber. Der Fonds verzeichnete im Geschäftsjahr netto Mittelzuflüsse von 1,54 Mio. Euro; brutto flossen 5,16 Mio. Euro über Verkäufe von Anteilen zu, während 3,62 Mio. Euro durch Rücknahmen abflossen.
Der Anteilwert erhöhte sich von 76,93 Euro auf 88,72 Euro. Für Anleger bedeutet das: Trotz der im Bericht beschriebenen geopolitischen Turbulenzen und zwischenzeitlichen Markteinbrüche konnte das Portfolio die Schwankungen im Ergebnis gut abfedern. Die Nettoperformance lag bei 15,33 Prozent. Im Vergleich zu den Vorjahren ist das ein klar stärkeres Ergebnis als 2024/2025, als der Anteilwert nur leicht von 75,98 Euro auf 76,93 Euro stieg.
Wichtig ist dabei die Ergebnisstruktur: Das ordentliche Nettoergebnis war mit -92.431,92 Euro negativ. Laufende Erträge aus Zinsen und Ausschüttungen reichten also nicht aus, um die laufenden Aufwendungen zu decken. Die Erträge kamen vor allem aus Investmentanteilen (577.054,63 Euro) und Zinsen aus Liquiditätsanlagen (43.186,78 Euro). Das positive Jahresergebnis von 5,53 Mio. Euro entstand daher überwiegend aus Veräußerungsgewinnen und nicht realisierten Kursgewinnen.
Kosten
Aus Anlegersicht auffällig ist das Kostenniveau. Die Gesamtkostenquote lag bei 2,26 Prozent und damit auf einem eher hohen Niveau für einen Fonds, der überwiegend in andere Fonds investiert. In der Ertrags- und Aufwandsrechnung weist der Bericht Verwaltungsvergütung in Höhe von 667.519,75 Euro aus, dazu Verwahrstellenvergütung von 5.901,14 Euro, Prüfungs- und Veröffentlichungskosten von 13.467,97 Euro sowie sonstige Aufwendungen von 32.680,77 Euro.
Die Kostenrelation ist deshalb besonders wichtig, weil die ordentlichen Erträge mit 629.253,15 Euro niedriger lagen als die Aufwendungen von 721.685,07 Euro. Mit anderen Worten: Der Fonds musste auf Jahresbasis erst einmal Kosten und laufende Belastungen verdienen, bevor für die Anleger ein Nettoergebnis entstehen konnte. Zusätzlich fielen Transaktionskosten von 49.587,75 Euro an. Eine separate Beratungsvergütung wird im Bericht nicht ausgewiesen; die Position Beratungsvergütung ist mit 0,00 Euro angegeben.
Portfolio und größte Positionen
Das Portfolio bestand zum Stichtag fast vollständig aus Investmentanteilen; diese machten 96,85 Prozent des Fondsvermögens aus. Liquidität spielte mit 2,89 Prozent Bankguthaben nur eine Nebenrolle. Derivate waren mit -0,44 Prozent negativ bewertet, was auf Sicherungsgeschäfte beziehungsweise offene Terminpositionen hindeutet. Die Währungsstruktur zeigt eine deutliche Auslandsorientierung: 78,95 Prozent des Portfolios entfielen auf Euro-Positionen, 17,90 Prozent auf USD-Anlagen.
Der Fonds hält damit ein breit gestreutes Dachfonds- beziehungsweise Multi-Asset-Portfolio mit Schwerpunkt auf Aktien-, Renten- und Themen-ETF. Zu den größten Positionen zählten unter anderem der Xtr.II USD JPM USD EM Bonds mit 2,99 Mio. Euro, der SPDR Bloomberg 10+Y US Treasury Bond ETF mit 2,96 Mio. Euro, der iShsVI Global Corporate Bond ETF mit 2,88 Mio. Euro sowie der SALytic Bond Opportunities mit 2,87 Mio. Euro. Auf der Aktien- und Themenseite fielen unter anderem Human Intelligence mit 2,51 Mio. Euro, Cybersecurity Leaders mit 1,94 Mio. Euro, iShsIV MSCI China A mit 1,89 Mio. Euro, Xtr. Art. Int. + Big Data mit 1,85 Mio. Euro und Xtr. MSCI Emerging Markets mit 1,82 Mio. Euro ins Gewicht.
Das zeigt: Der Fonds setzt nicht nur auf breite Marktindizes, sondern auch auf thematische Bausteine wie Cybersecurity, Künstliche Intelligenz, China und Goldminen. Gleichzeitig ist er spürbar von Zins- und Kreditmärkten abhängig, weil ein wesentlicher Teil des Vermögens in Anleihe-ETFs und Rentenfonds liegt. Aus Anlegersicht bedeutet das: Die Diversifikation ist zwar breit, aber die Entwicklung hängt stark von wenigen Marktsegmenten ab, vor allem von US-Zinsen, Unternehmensanleihen, Schwellenländeranleihen und Technologie- sowie Rohstoffthemen.
Risiken und Auffälligkeiten
Der Bericht nennt mehrere typische Fondsrisiken, darunter Zinsänderungsrisiken, Zielfondsrisiken, Marktrisiken, Währungsrisiken, Liquiditätsrisiken sowie Risiken aus dem Einsatz derivativer Instrumente. Besonders relevant ist dabei, dass der Fonds bis zu 49 Prozent seines Vermögens in nicht ETF-basierte Anlagen investieren darf und Derivate auch zur Absicherung oder Renditesteigerung eingesetzt werden können. Der im Bericht ausgewiesene potenzielle Risikobetrag für das Marktrisiko lag zwischen 2,77 Prozent und 5,99 Prozent, im Durchschnitt bei 4,53 Prozent.
Als auffällig ist aus Anlegersicht vor allem das negative ordentliche Nettoergebnis zu werten. Es zeigt, dass die laufenden Erträge die Kosten nicht deckten. Positiv fällt dagegen auf, dass der Fonds das Jahr trotz volatiler Märkte mit einem deutlichen Plus abschloss und das Volumen weiter ausbaute. Die Vergleichsrechnung über die letzten drei Geschäftsjahre bestätigt den Aufwärtstrend beim Fondsvermögen, zugleich aber auch einen weiterhin nicht geringen Umsatz mit Zu- und Verkäufen.
Fazit für Anleger
Der Bericht zeigt einen Fonds, der im Geschäftsjahr 2025/2026 stark von der Marktentwicklung profitiert hat und mit einem zweistelligen Plus abschloss. Für Anleger ist aber ebenso wichtig, dass ein erheblicher Teil des Ergebnisses aus Kurs- und Veräußerungsgewinnen stammt und die laufende Kostenlast hoch bleibt. Der Fonds schüttet nicht aus, sondern stellt das realisierte Ergebnis zur Wiederanlage bereit; das entspricht 989.335,12 Euro beziehungsweise 2,07 Euro je Anteil. Der Abschlussprüfer hat den Jahresbericht ohne Einschränkungen bestätigt und bescheinigt, dass er in allen wesentlichen Belangen den Vorschriften entspricht.