Die Universal-Investment-Gesellschaft mit beschränkter Haftung mit Sitz in Frankfurt am Main legt als Kapitalverwaltungsgesellschaft den Jahresbericht für den Stadtsparkasse Düsseldorf NRW-Fonds vor. Für Anleger ist vor allem wichtig: Der Fonds hat das Geschäftsjahr trotz deutlicher Mittelabflüsse mit einem positiven Ergebnis abgeschlossen, der Anteilwert stieg dennoch in beiden Anteilklassen. Als externer Fondsmanager oder Anlageberater wird im Bericht kein gesonderter Dritter genannt; die Anlageentscheidungen lagen ersichtlich bei der Gesellschaft selbst.
Vermögen und Wertentwicklung
Das Fondsvermögen sank im Geschäftsjahr 2025/2026 von 56,34 Mio. Euro auf 53,17 Mio. Euro zum 30. Juni 2026. Der Rückgang erklärt sich vor allem durch Nettoabflüsse von 6,07 Mio. Euro beim Gesamtfonds; bei den beiden Anteilklassen zusammen standen Zuflüssen von 1,41 Mio. Euro Rückgaben von 13,22 Mio. Euro gegenüber. Hinzu kamen Zwischenausschüttungen von insgesamt 874.260 Euro. Für Anleger bedeutet das: Der Fonds wurde spürbar kleiner, obwohl die Börsenentwicklung insgesamt positiv war.
Der Anteilwert entwickelte sich dennoch nach oben. Die Anteilklasse AK I lag zum Stichtag bei 65,81 Euro nach 62,27 Euro im Vorjahr, die AK R bei 54,86 Euro nach 52,16 Euro. Für den Berichtszeitraum nennt der Fonds eine Wertentwicklung von 7,51 Prozent für AK I und 7,00 Prozent für AK R. Aus Anlegersicht ist das ein solides Ergebnis, zumal es in einem von geopolitischen Spannungen, Zinsunsicherheit und volatilen Rohstoffmärkten geprägten Umfeld erzielt wurde.
Das Ergebnis des Geschäftsjahres von 3,07 Mio. Euro stammt sowohl aus laufenden Erträgen als auch aus Veräußerungsgewinnen und Buchgewinnen. Der ordentliche Nettoertrag lag bei 685.400 Euro. Den größeren Beitrag lieferten realisierte Gewinne von 1,91 Mio. Euro bei realisierten Verlusten von 630.366 Euro sowie nicht realisierte Gewinne von 1,12 Mio. Euro. Die wichtigsten positiven Veräußerungsergebnisse kamen laut Bericht aus ausländischen Aktien.
Kosten
Die Kosten bleiben für Anleger ein relevanter Posten. Im Gesamtfonds wurden im Berichtsjahr 522.565 Euro Verwaltungsvergütung gezahlt, 17.378 Euro an die Verwahrstelle und 10.204 Euro für Prüfungs- und Veröffentlichungskosten. Hinzu kamen weitere Aufwendungen, sodass sich die Summe der Aufwendungen auf 541.313 Euro belief. Die Gesamtkostenquote beträgt 0,97 Prozent in der AK I und 1,43 Prozent in der AK R. Die höhere Belastung der AK R ist für Privatanleger besonders relevant, weil sie die Nettorendite stärker drückt als in der institutionellen Tranche AK I.
Gemessen an den Erträgen ist die Kostenlast nicht unerheblich, aber noch nicht auffällig hoch. Der Fonds erzielte Erträge von 1,34 Mio. Euro und einen ordentlichen Nettoertrag von 796.032 Euro. Damit zehrt die Kostenquote zwar einen merklichen Teil der laufenden Erträge auf, sie lässt aber noch ausreichend Spielraum für ein positives Nettoergebnis. Eine Beratervergütung wurde im Bericht nicht ausgewiesen; dies spricht dafür, dass keine separate externe Beratung bezahlt wurde.
Portfolio und größte Positionen
Der Fonds bleibt klar mischfondsartig, aber mit deutlichem Rentenschwerpunkt. Zum 30. Juni 2026 entfielen 66,03 Prozent des Fondsvermögens auf Renten, 24,72 Prozent auf Aktien, 5,47 Prozent auf Investmentanteile und 3,27 Prozent auf Bankguthaben. Der Derivatebestand war mit minus 0,08 Prozent leicht negativ. Für Anleger heißt das: Die Schwankungen werden zwar durch Aktien und Derivate mitgeprägt, das Portfolio wird aber weiterhin maßgeblich von verzinslichen Wertpapieren getragen.
Regional lag der Schwerpunkt der Aktien auf Europa. Unter den Einzelpositionen fallen vor allem große Standardwerte und Finanzwerte auf, etwa ASML, Siemens, SAP, Allianz, Banco Santander, UniCredit, HSBC, Roche, Novartis, Nestlé und Iberdrola. Bei den Rentenpapieren wurden unter anderem Staatsanleihen und Bank- beziehungsweise Unternehmensanleihen gehalten, etwa von Belgien, Santander und BASF. Die drei genannten ETF-Positionen zeigen zusätzlich einen thematischen Fokus auf europäische Versorger und den breiten europäischen Markt. Aus Anlegersicht spricht das für eine breit gestreute, aber klar europäisch geprägte Struktur.
Der Bericht verweist zudem auf eine aktive Steuerung einzelner Übergewichtungen, um Klumpenrisiken zu verringern. Gleichzeitig wurde der Anteil eines breit gestreuten Stoxx Europe 600 ETFs ausgebaut. Das ist ein Hinweis darauf, dass das Management bewusst Einzelrisiken reduziert und stärker auf Marktbreite setzt. Positiv ist auch, dass die ESG-Whitelist quartalsweise überprüft wurde; der Fonds bewirbt ökologische und/oder soziale Merkmale nach Artikel 8.
Risiken und Auffälligkeiten
Als wesentliche Risiken nennt der Bericht die üblichen Markt-, Zins-, Bonitäts-, Emittenten-, Aktien-, Währungs- und Derivate-Risiken. Für Anleger besonders wichtig ist, dass der Fonds wegen seines hohen Rentenanteils empfindlich auf steigende Zinsen reagieren kann und wegen des Aktienanteils dennoch spürbaren Marktschwankungen ausgesetzt bleibt. Der Bericht nennt außerdem Risiken aus Zielfonds und die Möglichkeit, dass Absicherungsderivate Renditechancen mindern.
Auffällig ist aus Anlegersicht vor allem der anhaltende Rückgang der Fondsgröße. Gegenüber dem Vorjahr sank das Gesamtvermögen um rund 3,31 Mio. Euro; auch die Zahl der umlaufenden Anteile ging weiter zurück. Gleichzeitig blieb der Fonds aber ertragsstark genug, um Ausschüttungen vorzunehmen: Insgesamt wurden 874.260 Euro als Zwischenausschüttung an die Anteilinhaber ausgekehrt, ohne dass eine Endausschüttung anfiel. Das spricht für eine fortgesetzte Ausschüttungspolitik, auch wenn ein Teil der Erträge im Fonds verbleibt.
Eine weitere Auffälligkeit ist die Branchenstruktur der Aktienseite: Finanzwerte, Industriewerte und Qualitätstitel dominieren, ergänzt um Versorger und Gesundheitswerte. Das wirkt diversifiziert, bleibt aber ein europäischer Schwerpunkt mit hoher Abhängigkeit von der Entwicklung einzelner Sektoren. Der ausgewiesene durchschnittliche Risikobetrag für das Marktrisiko lag bei 1,00 Prozent; die durchschnittliche Hebelwirkung durch Derivate betrug 0,98. Das deutet auf einen eher kontrollierten Einsatz von Derivaten hin.
Fazit für Anleger
Unterm Strich zeigt der Jahresbericht einen Fonds, der in einem schwierigen Umfeld ordentlich verdient hat, trotz Mittelabflüssen gewachsen ist und seine Anteilwerte steigern konnte. Gleichzeitig bleibt die sinkende Fondsgröße ein Thema, weil sie auf geringeres Anlegerinteresse oder Mittelrückgaben hinweist. Das Produkt wirkt insgesamt defensiv geprägt, aber nicht risikofrei: Die Mischung aus Renten, Aktien und Derivaten sorgt für Ertragschancen, verlangt Anlegern aber auch die Bereitschaft zu Schwankungen ab.
Die Wirtschaftsprüfung bescheinigt dem Jahresbericht, dass er in allen wesentlichen Belangen den gesetzlichen Vorgaben entspricht und ein umfassendes Bild der tatsächlichen Verhältnisse und Entwicklungen des Sondervermögens vermittelt.