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Halloween wird zum Millionengeschäft: Wiener Handel erwartet 20 Millionen Euro – und die Gruselnacht erobert die Einkaufsstraßen

nathallie_art (CC0), Pixabay

Wien bereitet sich auf eine der gruseligsten Nächte des Jahres vor. In Schaufenstern stehen Kürbisse, Süßigkeiten füllen die Regale und Kostüme, Schminke sowie schaurige Dekorationsartikel gehören für viele Menschen inzwischen selbstverständlich zum Herbst.

Was ursprünglich vor allem als amerikanisch geprägter Brauch wahrgenommen wurde, hat sich auch in Österreich zu einem festen Bestandteil des Veranstaltungskalenders entwickelt.

Für den Wiener Handel ist Halloween mittlerweile ein ernst zu nehmender Wirtschaftsfaktor. Nach einer aktuellen Umfrage der KMU Forschung Austria im Auftrag der Wirtschaftskammer Wien bringt das Fest dem Handel rund 20 Millionen Euro ein.

Die Zahl verdeutlicht, dass Halloween längst nicht mehr ausschließlich ein Freizeitvergnügen für Kinder und Jugendliche ist. Das Fest schafft zusätzliche Kaufanlässe und sorgt dafür, dass viele Menschen gezielt Geld für Produkte ausgeben, die sie im übrigen Jahr möglicherweise nicht oder nur selten kaufen würden.

Rund 50 Euro für den Halloween-Einkauf

Wer eigens für Halloween einkaufen geht, gibt laut der Umfrage durchschnittlich rund 50 Euro aus.

Auf den ersten Blick erscheint dieser Betrag überschaubar. Doch angesichts der großen Zahl potenzieller Käuferinnen und Käufer summieren sich viele einzelne Einkäufe zu einem erheblichen Umsatzvolumen.

Dabei muss zwischen dem durchschnittlichen Einkaufsbetrag und dem gesamten wirtschaftlichen Effekt unterschieden werden.

Die genannten 50 Euro beziehen sich auf Personen, die ausdrücklich für Halloween einkaufen. Sie bedeuten nicht, dass sämtliche Wienerinnen und Wiener diesen Betrag ausgeben.

Auch die geschätzten 20 Millionen Euro sind als Umsatzgröße einzuordnen. Sie sind nicht mit dem Gewinn der Handelsunternehmen gleichzusetzen. Von den Einnahmen müssen beispielsweise Warenkosten, Personal, Mieten und weitere betriebliche Aufwendungen gedeckt werden.

Dennoch zeigt die Größenordnung, dass saisonale Ereignisse für den Einzelhandel eine wichtige Rolle spielen können.

Gerade in wirtschaftlich anspruchsvollen Zeiten sind zusätzliche Kaufanlässe für viele Geschäfte willkommen.

Süßigkeiten sind die großen Gewinner

Besonders gefragt sind rund um Halloween Süßigkeiten.

Das ist wenig überraschend. Der Brauch, verkleideten Kindern an der Haustür Süßigkeiten zu schenken, gehört inzwischen für viele Haushalte zum Fest.

Nach den Ergebnissen der Umfrage wollen sieben von zehn Wienerinnen und Wienern Kindern zu Halloween Süßigkeiten geben.

Damit besitzt das Fest auch außerhalb großer Veranstaltungen eine erhebliche Bedeutung.

Nicht jeder, der Süßigkeiten verteilt, nimmt selbst an einer Halloween-Party teil oder verkleidet sich. Dennoch wird durch die Vorbereitung auf mögliche Besuche von Kindern zusätzliche Nachfrage im Handel ausgelöst.

Für Supermärkte, Lebensmittelgeschäfte und Süßwarenanbieter ergibt sich daraus ein saisonaler Absatzanlass.

Allerdings beschränkt sich das Geschäft längst nicht mehr auf Schokolade, Bonbons und andere Naschereien.

Auch Kostüme, gruselige Dekorationsartikel und Zierkürbisse stehen auf den Einkaufslisten.

Hinzu kommen Schmuck, Schminke und weitere Accessoires, mit denen sich Kinder und Erwachsene für Halloween vorbereiten.

Das bedeutet, dass gleich mehrere Handelsbereiche vom Fest profitieren.

Neben dem Lebensmittelhandel können auch Bekleidungsgeschäfte, Drogerien, Dekorationsanbieter und Fachhändler zusätzliche Umsätze erzielen.

Überraschung: 85 Prozent kaufen im Geschäft statt online

Eine der auffälligsten Erkenntnisse der Umfrage betrifft das Einkaufsverhalten.

Demnach erledigen 85 Prozent der Befragten ihre Halloween-Einkäufe in stationären Geschäften.

Damit zeigt sich, dass der klassische Einzelhandel bei diesem saisonalen Anlass eine besonders wichtige Rolle spielt.

Viele Halloween-Produkte werden offenbar bevorzugt direkt vor Ort gekauft.

Dafür gibt es nachvollziehbare mögliche Erklärungen: Kostüme lassen sich im Geschäft anprobieren, Dekorationsartikel unmittelbar begutachten und Süßigkeiten ohne Lieferzeit mitnehmen.

Auch kurzfristige Einkäufe könnten eine Rolle spielen, wenn erst wenige Tage vor dem Fest entschieden wird, welche Verkleidung oder Dekoration benötigt wird.

Diese Erklärungen sind allerdings plausible Überlegungen und keine gesondert nachgewiesenen Ergebnisse der vorliegenden Umfrage.

Fest steht: Halloween ist für Wiener Geschäfte eine Gelegenheit, Kundinnen und Kunden unmittelbar in ihre Verkaufsräume zu bringen.

Gerade für kleinere Einzelhändler kann das interessant sein.

Wer ein ansprechendes saisonales Sortiment anbietet, kann möglicherweise zusätzliche Laufkundschaft gewinnen.

Ob sich daraus auch längerfristige Kundenbeziehungen entwickeln, hängt allerdings von vielen weiteren Faktoren ab.

Junge Menschen treiben den Halloween-Trend

Besonders beliebt ist Halloween bei jüngeren Menschen.

Nach den Umfrageergebnissen wollen rund zwei Drittel der 15- bis 29-Jährigen das Fest feiern.

Auch bei den 30- bis 39-Jährigen ist die Beteiligung ähnlich hoch.

Damit ist Halloween keineswegs mehr ausschließlich ein Kinderfest.

Es spricht auch junge Erwachsene an, die beispielsweise Kostümpartys besuchen, gemeinsam mit Freunden feiern oder Veranstaltungen in der Stadt nutzen.

Für den Handel erweitert sich dadurch die Zielgruppe.

Während Kinder häufig Süßigkeiten und Verkleidungen nachfragen, kommen bei Erwachsenen möglicherweise zusätzliche Ausgaben für Dekoration, Make-up, Accessoires oder private Feiern hinzu.

Die hohe Beteiligung jüngerer Altersgruppen deutet darauf hin, dass Halloween in Wien kulturell fest etabliert ist.

Ob die wirtschaftliche Bedeutung in den kommenden Jahren weiter wächst, lässt sich aus den vorliegenden Daten allerdings nicht zuverlässig vorhersagen.

Dazu wären Vergleichszahlen über mehrere Jahre notwendig.

Der Wiener Prater wird fünf Tage lang zur Gruselzone

Nicht nur der Handel bereitet sich auf Halloween vor.

Auch der Wiener Wurstelprater bietet ein umfangreiches Programm.

Vom 27. bis zum 31. Oktober wird dort an fünf Tagen gefeiert.

Besonders Familien mit Kindern dürfen sich auf verschiedene kostenlose Angebote freuen.

Täglich zwischen 14.00 und 17.00 Uhr stehen unter anderem Kürbisschnitzen, Kinderschminken, Zaubershows und ein Mitmachzirkus auf dem Programm.

Damit richtet sich das Angebot nicht ausschließlich an Besucherinnen und Besucher, die auf der Suche nach besonders gruseligen Erlebnissen sind.

Vielmehr soll auch jüngeren Kindern ein altersgerechter Zugang zu Halloween ermöglicht werden.

Die verlängerte Veranstaltungsdauer steht im Zusammenhang mit dem 260-jährigen Jubiläum des Praters.

Eine bekannte Tradition fällt in diesem Jahr allerdings weg: Die Halloween-Parade findet nicht statt.

Stattdessen setzt der Prater auf das mehrtägige Veranstaltungsprogramm und besondere Gruselmomente am Halloween-Abend.

Am 31. Oktober sollen Schauspieler bei ausgewählten Attraktionen für eine schaurige Atmosphäre sorgen.

Verkleidungen sind ausdrücklich erwünscht.

Allerdings gelten klare Sicherheitsregeln: Waffen und waffenähnliche Gegenstände dürfen auch dann nicht mitgeführt werden, wenn sie lediglich als Kostümzubehör gedacht sind.

Besucher sollten diese Vorgabe bei der Auswahl ihrer Verkleidung berücksichtigen.

Kostenloses Kinderprogramm – aber nicht jeder Praterbesuch ist kostenlos

Für Familien ist insbesondere das kostenlose Kinderprogramm interessant.

Es bietet die Möglichkeit, Halloween gemeinsam zu erleben, ohne für diese Programmpunkte Eintritt bezahlen zu müssen.

Allerdings sollte zwischen den ausdrücklich kostenlosen Angeboten und anderen Attraktionen im Prater unterschieden werden.

Aus den vorliegenden Informationen geht nicht hervor, dass sämtliche Fahrgeschäfte und sonstigen Angebote während der Halloween-Tage kostenlos genutzt werden können.

Wer einen Besuch plant, sollte deshalb mögliche zusätzliche Ausgaben einkalkulieren.

Auch die Anreise, Verpflegung und weitere Aktivitäten können das Familienbudget belasten.

Gerade bei Veranstaltungen, die sich an Kinder richten, ist eine transparente Kostenplanung sinnvoll.

Zwischen Konsumfreude und steigenden Lebenshaltungskosten

Die wirtschaftliche Bedeutung von Halloween wirft auch eine grundsätzliche Frage auf.

Wie viel Geld möchten und können Verbraucher für ein Fest ausgeben, das vor allem von Unterhaltung, Dekoration und saisonalen Produkten lebt?

Für manche Haushalte gehören Kostüme, Süßigkeiten und eine aufwendige Gestaltung selbstverständlich dazu.

Andere Familien entscheiden sich möglicherweise bewusst für einen kleineren finanziellen Rahmen.

Der durchschnittliche Einkaufsbetrag von rund 50 Euro zeigt, dass Halloween durchaus spürbare Ausgaben verursachen kann.

Dabei ist es nicht notwendig, jedes Jahr neue Kostüme oder umfangreiche Dekorationsartikel anzuschaffen.

Wiederverwendbare Dekoration, selbst gebastelte Kostüme oder gemeinsames Kürbisschnitzen können Alternativen sein.

Solche Möglichkeiten können das Budget entlasten und zugleich den gemeinschaftlichen Charakter des Festes stärken.

Für Verbraucher gilt deshalb: Halloween muss nicht teuer sein, um Spaß zu machen.

Was bedeuten die 20 Millionen Euro wirklich?

Die von der Wirtschaftskammer Wien genannte Umsatzgröße von rund 20 Millionen Euro ist zweifellos beachtlich.

Sie verdeutlicht, dass Halloween als Konsumanlass wirtschaftlich relevant geworden ist.

Allerdings lässt sich daraus nicht unmittelbar ableiten, dass der Wiener Handel insgesamt um genau diesen Betrag zusätzlich wächst.

Denn ein Teil der Ausgaben könnte an die Stelle anderer Einkäufe treten.

Wer beispielsweise Geld für Halloween-Dekoration ausgibt, könnte dafür auf andere Anschaffungen verzichten.

Wie groß der tatsächlich zusätzliche Konsumeffekt ist, lässt sich anhand der vorliegenden Angaben nicht bestimmen.

Ebenso wenig wird aus der genannten Umsatzgröße ersichtlich, wie sich die Einnahmen auf große Handelsketten und kleinere Geschäfte verteilen.

Auch diese Unterscheidung wäre für eine umfassende wirtschaftliche Bewertung interessant.

Die Ergebnisse zeigen jedoch, dass saisonale Feste für den Einzelhandel einen wichtigen Anlass bieten, das Sortiment zu erweitern und Kunden gezielt anzusprechen.

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