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Deka-BR 20: Mehr Renten, mehr Stabilität – aber die Rendite bleibt im Rahmen eines defensiven Mischfonds

Die Deka Investment GmbH mit Sitz in Frankfurt am Main legt als verwaltende Gesellschaft des Fonds Deka-BR 20 den Jahresbericht zum 30. Juni 2026 vor. Der Mischfonds hat das Geschäftsjahr mit einem Fondsvermögen von 14,87 Mio. Euro und einem Anteilwert von 67,93 Euro abgeschlossen; auf Jahressicht ergab sich eine Wertsteigerung von 4,0 Prozent. Aus Anlegersicht zeigt der Bericht vor allem eines: Der Fonds hat stärker auf Renten gesetzt, bleibt aber mit Aktien, Immobilienfonds und Derivaten bewusst breit gestreut.

Ein externer Fondsmanager oder Anlageberater wird im Bericht nicht genannt. Die Prüfung des Jahresberichts ergab nach dem Prüfungsurteil des Abschlussprüfers, dass der Bericht in allen wesentlichen Belangen den Vorschriften entspricht und ein umfassendes Bild der tatsächlichen Verhältnisse und Entwicklungen des Sondervermögens vermittelt.

Vermögen und Wertentwicklung

Das Fondsvermögen stieg auf 14.874.889,60 Euro. Bei 218.964 umlaufenden Anteilen entspricht das einem Anteilwert von 67,93 Euro. Für Anleger ist das wichtig, weil die Entwicklung des Fondsvermögens nicht nur die Wertentwicklung der Anlagen zeigt, sondern auch verdeutlicht, wie stabil das Produkt trotz Marktschwankungen geblieben ist. Der Fonds konnte im Berichtsjahr ein Plus von 4,0 Prozent erzielen; auf Sicht von drei Jahren liegt die durchschnittliche jährliche Performance bei 3,3 Prozent, auf fünf Jahre bei 0,7 Prozent. Damit bleibt der Fonds eher ein defensiv ausgerichtetes Mischprodukt als ein Wachstumsfonds mit hohen Renditesprüngen.

Die Nettoentwicklung wurde im Berichtsjahr vor allem durch die Anlage in verzinslichen Wertpapieren und durch die Steuerung der Zinsrisiken geprägt. Der Fonds erhöhte seine Rentenquote deutlich: Zum Stichtag waren 72,6 Prozent des Vermögens in verzinslichen Wertpapieren investiert, unter Einbeziehung von Zins-Derivaten lag die wirksame Rentenquote sogar bei 85,4 Prozent. Die Aktienquote wurde auf 14,9 Prozent angehoben, nach 12,1 Prozent im Vorjahr. Die Wertentwicklung stammt damit nicht aus einer einseitigen Aktienhausse, sondern aus einer Mischung aus Rentenengagements, einer moderaten Aktienbeimischung und dem Ergebnis aus Veräußerungen und Absicherungen.

Im Berichtszeitraum wurden Wertpapiere für 4,72 Mio. Euro gekauft und für 2,85 Mio. Euro verkauft. Realisierte Gewinne von 217.257,54 Euro standen realisierten Verlusten von 141.531,05 Euro gegenüber. Aus Anlegersicht ist das ein Hinweis darauf, dass das Management den Bestand aktiv umgeschichtet und Gewinne teilweise realisiert hat, ohne den Fonds stark umzubauen. Ein auffälliger negativer Mittelabfluss wird im Bericht nicht genannt.

Kosten

Die Gesamtkostenquote betrug 1,11 Prozent. Das ist für einen Mischfonds mit Dachfonds- und Zielfondskomponenten kein ungewöhnlicher, aber auch kein niedriger Wert. Für Anleger bedeutet das: Ein spürbarer Teil der Erträge fließt in laufende Kosten, was die Netto-Rendite begrenzt. Der Bericht weist zudem Beratungsvergütungen von 506,77 Euro sowie Kosten für Stimmrechtsausübung, EMIR-Kosten, Depotgebühren und Analysematerial aus. Transaktionskosten lagen bei 3.640,48 Euro.

Für die eingebundenen Zielfonds wurden Verwaltungsvergütungen von 0,30 Prozent p.a. beim Deka MSCI World UCITS ETF und 0,45 Prozent p.a. beim WestInvest ImmoValue berechnet. Das ist relevant, weil sich die Kosten auf mehreren Ebenen summieren können: direkt auf Fondsebene und indirekt über die Zielfonds. Positiv für Anleger ist, dass keine Ausgabeaufschläge und keine Rücknahmeabschläge auf die Investmentanteile berechnet wurden. Der Bericht nennt außerdem keine Rückvergütungen an die Gesellschaft aus den an Verwahrstelle und Dritte gezahlten Vergütungen und Aufwandserstattungen.

Portfolio und größte Positionen

Das Portfolio ist klar rentenlastig und zugleich über mehrere Bausteine diversifiziert. In der Vermögensübersicht entfallen 72,22 Prozent des Fondsvermögens auf Anleihen, 21,65 Prozent auf Investmentanteile, 5,80 Prozent auf Bankguthaben und Geldmarktpositionen sowie 0,50 Prozent auf sonstige Vermögensgegenstände; Derivate drückten mit minus 0,10 Prozent leicht auf den Nettoinventarwert. Anleihen verteilen sich geografisch vor allem auf Deutschland mit 49,88 Prozent des Fondsvermögens, die USA mit 19,98 Prozent und Großbritannien mit 2,36 Prozent.

Die größten Einzelpositionen sind überwiegend öffentliche und quasi-staatliche Emittenten. Zu den wesentlichen Titeln zählen unter anderem ein Freistaat-Bayern-Schatzwechsel über 715.867,50 Euro, eine KfW-Position über 614.175,00 Euro, mehrere Landesanleihen aus Berlin, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein sowie US-Treasuries. Der Fonds hält außerdem den Deka MSCI World UCITS ETF mit 14,87 Prozent des Fondsvermögens und den WestInvest ImmoValue mit 6,78 Prozent. Aus Anlegersicht auffällig ist die starke Gewichtung in Staats- und quasi-staatlichen Papieren: Das senkt zwar typischerweise das Emittentenrisiko im Unternehmensbereich, bündelt das Portfolio aber stark im Zins- und Staatsschuldenrisiko.

Die Barreserve inklusive Geldmarktpapiere und -fonds lag bei 5,80 Prozent. Das ist kein hoher Liquiditätspuffer, aber ausreichend, um laufende Verpflichtungen und Umschichtungen zu bedienen. Hinzu kamen Derivate, vor allem Zinsfutures und Devisentermingeschäfte, deren ökonomisches Exposure im Bericht mit 4,11 Mio. Euro angegeben wird. Derivate wurden damit nicht nur zur Absicherung, sondern auch zur Steuerung der Portfoliostruktur genutzt.

Risiken und Auffälligkeiten

Der Bericht nennt die klassischen Fondsrisiken: Markt- und Kursrisiken, Zinsänderungsrisiken, Emittenten- und Kontrahentenrisiken, Währungsrisiken, Liquiditätsrisiken sowie Risiken aus dem Derivateeinsatz. Besonders relevant für Anleger ist, dass der Fonds im Jahresverlauf stärker auf Renten gesetzt hat und gleichzeitig über Futures und Währungsabsicherungen gearbeitet hat. Das kann das Risiko glätten, reduziert aber nicht die Abhängigkeit von Zins- und Marktbewegungen.

Positiv hervorzuheben ist, dass sich im Berichtszeitraum keine wesentlichen Liquiditätsrisiken oder operationellen Risiken realisiert haben. Zudem berichtet die Gesellschaft, dass der Fonds seit dem 16. April 2026 regulatorisch vorgeschriebene mindestens zwei Liquiditätsmanagement-Tools berücksichtigt. Auffällig ist ferner die relativ hohe Bedeutung von Derivaten im Verhältnis zum Fondsvermögen, auch wenn die Nettoauswirkung zum Stichtag mit minus 0,10 Prozent gering war. Das spricht für eine aktive Steuerung, erhöht aber die Komplexität für Privatanleger.

Bei der Ertragslage fällt auf, dass der Bericht keine Dividenden ausweist und die laufende Rendite damit im Wesentlichen aus Zinsen, Kursentwicklungen und realisierten Veräußerungsergebnissen stammt. Für Anleger bedeutet das: Der Fonds ist kein Ertragsfonds mit hohen Ausschüttungen aus laufenden Einnahmen, sondern ein aktiv gemanagter Mischfonds, dessen Ergebnis stark von der Marktsteuerung abhängt.

Fazit für Anleger

Der Deka-BR 20 hat im Geschäftsjahr 2025/26 solide 4,0 Prozent zugelegt und sein Vermögen auf 14,87 Mio. Euro ausgebaut. Die Strategie blieb defensiv-mischfondsartig, mit starkem Schwerpunkt auf Anleihen, ergänzenden Aktien- und Immobilienfondsbausteinen sowie aktivem Einsatz von Derivaten. Für Anleger ist der Bericht vor allem deshalb relevant, weil er zeigt: Der Fonds verfolgt Stabilität und Streuung, erkauft diese aber mit laufenden Kosten von 1,11 Prozent und einer komplexen Portfoliosteuerung.

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