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Deka-FlexFonds 35: Solide Wertentwicklung, aber der Fonds lebt von Zinsen, ETFs und Derivaten – und der Nettoertrag bleibt negativ

Die Deka Investment GmbH mit Sitz in Frankfurt am Main legt als verwaltende Gesellschaft den Jahresbericht zum Deka-FlexFonds 35 vor. Der Fonds setzte im Geschäftsjahr bis zum 30. Juni 2026 auf eine Mischung aus Anleihen und globalen Aktien-ETFs; der Berichtsverantwortliche nennt keinen externen Fondsmanager oder Anlageberater. Aus Anlegersicht fällt vor allem auf: Der Fonds erzielte zwar eine ordentliche Wertentwicklung von 7,7 Prozent, erwirtschaftete aus dem laufenden Geschäft aber keinen positiven Nettoertrag, weil die Kosten die laufenden Einnahmen überstiegen.

Das Fondsvermögen belief sich zum Stichtag auf 5,321 Millionen Euro, der Anteilwert lag bei 10,53 Euro. Verglichen mit der Struktur des Portfolios ist das ein eher kleiner Mischfonds, dessen Ergebnis stark von Marktbewegungen und nicht von laufenden Erträgen getragen wurde. Die Performance lag über ein Jahr bei 7,7 Prozent, über drei Jahre im Schnitt bei 3,8 Prozent pro Jahr; der Bericht ordnet die Entwicklung als positiv ein, verweist aber zugleich darauf, dass der Fonds ohne Benchmark gemanagt wird.

Vermögen und Wertentwicklung

Der Fonds verzeichnete im Berichtszeitraum eine positive Kursentwicklung, getrieben vor allem von den Aktienmärkten. Gleichzeitig belasteten Rentenderivate das Ergebnis. Das ist für Anleger wichtig, weil die 7,7 Prozent nicht nur aus Zins- und Dividendenerträgen stammen, sondern auch aus Marktbewegungen und taktischen Positionsanpassungen. Laufende Erträge waren mit 51.528,95 Euro insgesamt eher gering; die größten Posten waren Zinsen aus inländischen Wertpapieren von 15.285,61 Euro, Zinsen aus ausländischen Wertpapieren von 23.999,97 Euro und Zinserträge aus Liquiditätsanlagen von 9.747,93 Euro.

Auf der Gegenseite standen Aufwendungen von 70.573,13 Euro. Daraus ergibt sich ein ordentlicher Nettoertrag von minus 19.044,18 Euro. Nach Veräußerungsgeschäften mit realisierten Gewinnen von 76.742,73 Euro und realisierten Verlusten von 80.184,83 Euro verblieb ein realisiertes Ergebnis des Geschäftsjahres von minus 22.486,28 Euro. Aus Anlegersicht ist das auffällig: Die Wertentwicklung des Fonds war positiv, das Ergebnis aus dem laufenden Geschäft aber nicht.

Kosten

Die Verwaltungsvergütung betrug 58.717,06 Euro, die Verwahrstellenvergütung 3.829,37 Euro. Hinzu kamen Prüfungs- und Veröffentlichungskosten von 7.085,12 Euro sowie sonstige Aufwendungen von 941,58 Euro. Die Gesamtkostenquote lag bei 1,46 Prozent. Für einen Fonds mit nur 5,321 Millionen Euro Vermögen ist das eine relevante Kostenbelastung, weil sich feste Gebühren in kleineren Fonds stärker auf das Ergebnis auswirken. Der Bericht weist zudem auf Transaktionskosten von 2.435,61 Euro hin. Beratervergütungen werden nicht genannt.

Wichtig für Anleger: Die Kosten überstiegen die laufenden Erträge. Das heißt, der Fonds musste einen Teil der Ertrags- und Wertentwicklung erst einmal für Gebühren und Nebenkosten aufwenden, bevor überhaupt ein positiver Nettoeffekt bei den Anteilseignern ankommen konnte. Positiv ist, dass aus Ausgabeaufschlägen oder Rücknahmeabschlägen bei den eingesetzten Zielfonds keine weiteren Belastungen entstanden sind.

Portfolio und größte Positionen

Das Portfolio war per Ende Juni 2026 klar in drei Bausteine gegliedert: 57,88 Prozent Anleihen, 35,03 Prozent Investmentanteile und 5,86 Prozent Bankguthaben. Der Rest entfiel auf Derivate und sonstige Positionen. Innerhalb der Anleihen dominierten Staats- und staatsnahe Emittenten: 39,8 Prozent waren Euroland-Staatsanleihen und 18,5 Prozent Quasi-Staatsanleihen. Alle Titel verfügten laut Bericht über Investment-Grade-Qualität, der Schwerpunkt lag auf AA-Ratings.

Die größten Einzelpositionen bei den Anleihen waren unter anderem Deutschland mit 26,00 Prozent, Belgien mit 12,94 Prozent, Finnland mit 13,09 Prozent und Österreich mit 5,85 Prozent des Fondsvermögens. Bei den Investmentanteilen entfielen 5,94 Prozent auf den Deka MSCI World Climate Change ESG UCITS ETF; weitere rund 29,09 Prozent lagen in vier ausländischen ETF-Positionen mit globalem ESG- beziehungsweise Nachhaltigkeitsfokus. Damit wird deutlich: Der Fonds bildet Aktienengagement im Wesentlichen über ETFs ab und setzt im Rentenbereich auf hochwertige europäische Staats- und Staatsnahpapierexposures.

Die Liquidität lag mit 5,86 Prozent in Bankguthaben und Geldmarktnähe im üblichen Bereich. Eine einzelne Position ist aus Sicht der Risikosteuerung bemerkenswert: Ein Teil der belgischen Staatsanleihe war als Wertpapierdarlehen übertragen; der Rückerstattungsanspruch betrug 196.766,00 Euro. Das bleibt zwar überschaubar, zeigt aber, dass der Fonds auch Ertragsquellen jenseits des klassischen Zinskupons nutzt.

Risiken und Auffälligkeiten

Der Bericht nennt als wesentliche Risiken Marktpreisrisiken, Zinsänderungsrisiken, Emittentenrisiken und spezifische Derivate- und Kontrahentenrisiken. Liquiditätsrisiken seien im Berichtszeitraum nicht wesentlich gewesen, operationelle Risiken ebenfalls nicht. Auffällig ist allerdings die recht hohe Derivate-Nutzung im Verhältnis zum Fondsvermögen: Das über Derivate erzielte Exposure lag bei 1,755 Millionen Euro, der Leverage nach Brutto-Methode bei 136,71 Prozent. Der potenzielle Risikobetrag für das Marktrisiko schwankte zwischen 2,21 und 4,07 Prozent, im Schnitt bei 3,48 Prozent.

Aus Anlegersicht wichtig ist auch die ESG-Ausrichtung: Der Fonds bewirbt ökologische und soziale Merkmale, strebt aber keine nachhaltigen Investitionen im engeren Sinne an. Der Bericht weist dennoch darauf hin, dass 28,78 Prozent nachhaltige Investitionen enthalten waren. Das ist keine Garantie für ein „grünes“ Gesamtprofil, zeigt aber eine klare thematische Steuerung über Auswahl- und Ausschlusskriterien. Im Vergleich zum Vorjahr nennt der Bericht nur leichte Anpassungen in der Fondsstruktur; die Strategie blieb also weitgehend stabil.

Fazit für Anleger

Unterm Strich zeigte der Deka-FlexFonds 35 im Geschäftsjahr bis zum 30. Juni 2026 eine ansprechende Wertentwicklung, die vor allem von Aktienmärkten und taktischen Zinspositionen getragen wurde. Gleichzeitig war das laufende Ergebnis vor Kosten negativ, und die Gebührenquote von 1,46 Prozent bleibt für einen kleinen Fonds nicht zu unterschätzen. Das Prüfungsurteil des Abschlussprüfers ist positiv: Der Jahresbericht entspricht nach dessen Beurteilung in allen wesentlichen Belangen den gesetzlichen Vorgaben und vermittelt ein zutreffendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Sondervermögens.

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