Die Deka Vermögensmanagement GmbH, Frankfurt am Main, legt den Jahresbericht für den Fonds 1842 Vermögen offensiv vor; die Gesellschaft ist zugleich die verwaltende Kapitalverwaltungsgesellschaft des Sondervermögens. Zusätzlich wird als externer Berater im Bericht die Sparkasse Mülheim an der Ruhr genannt. Aus Anlegersicht fällt vor allem auf: Der Fonds hat im Geschäftsjahr 2025/26 kräftig zugelegt, blieb aber stark von der Aktienmarktentwicklung abhängig und verzeichnete zugleich nur einen kleinen ordentlichen Nettoertrag.
Der Fonds schloss das Geschäftsjahr zum 30. Juni 2026 mit einem Fondsvermögen von 34,81 Mio. Euro ab, nach 28,11 Mio. Euro zu Jahresbeginn. Der Anteilwert lag bei 157,33 Euro; im Berichtsjahr erzielte der Fonds eine Wertentwicklung von 18,3 Prozent. Zusätzlich weist der Bericht eine Performance von 12,3 Prozent p.a. über drei Jahre und 6,6 Prozent p.a. über fünf Jahre aus. Für Anleger ist das ein erfreuliches Bild: Das Wachstum kam nicht aus einer einzigen Quelle, sondern aus einem Mix aus realisierten Gewinnen und Kurszuwächsen im Bestand.
Vermögen und Wertentwicklung
Die Vermögensentwicklung wurde nicht durch starke Zuflüsse allein getragen, sondern vor allem durch das gute Anlageergebnis. Der Fonds verzeichnete Nettozuflüsse von 2,00 Mio. Euro; Zuflüsse aus Anteilschein-Verkäufen beliefen sich auf 3,60 Mio. Euro, Rücknahmen auf 1,60 Mio. Euro. Hinzu kam eine Ausschüttung bzw. ein Steuerabschlag für das Vorjahr von 512.261 Euro. Das Geschäftsjahr selbst brachte ein Ergebnis von 5,33 Mio. Euro, sodass das Fondsvermögen trotz Ausschüttung deutlich anstieg.
Der Anlageerfolg setzte sich aus mehreren Bausteinen zusammen. Der Fonds erzielte 343.836 Euro Erträge, davon 46.882 Euro Zinsen aus Liquiditätsanlagen und 296.954 Euro Erträge aus Investmentanteilen. Dem standen 350.240 Euro Aufwendungen gegenüber. Daraus ergibt sich ein ordentlicher Nettoertrag von minus 6.404 Euro. Das ist aus Anlegersicht auffällig, weil der laufende Ertragsstrom die Kosten nicht ganz deckte; die positive Gesamtentwicklung kam daher vor allem über Veräußerungsgewinne und Kurssteigerungen zustande.
Die realisierten Gewinne betrugen 3,14 Mio. Euro, die realisierten Verluste 421.466 Euro. Hinzu kamen 2,62 Mio. Euro nicht realisiertes Ergebnis, also Bewertungsgewinne im Bestand. Damit stammt der gute Jahreserfolg nur zu einem kleinen Teil aus laufenden Erträgen, überwiegend aber aus Kursbewegungen und aktiver Umschichtung.
Kosten
Die laufenden Kosten sind für einen Anleger nicht nebensächlich, weil sie die Wertentwicklung dauerhaft schmälern. Die Gesamtkostenquote lag bei 1,49 Prozent. Im Einzelnen fielen 318.208 Euro Verwaltungsvergütung, 25.457 Euro Verwahrstellenvergütung, 4.467 Euro Prüfungs- und Veröffentlichungskosten sowie 2.109 Euro sonstige Aufwendungen an. Auf den ersten Blick steht dem eine überschaubare Ertragsbasis gegenüber: Die laufenden Erträge betrugen nur 343.836 Euro, während die Aufwendungen mit 350.240 Euro leicht darüber lagen. Aus Anlegersicht bedeutet das: Die Kostenstruktur ist nicht niedrig, und die Rendite muss im Wesentlichen über Marktgewinne erwirtschaftet werden, damit sie spürbar beim Anleger ankommt.
Für die im Fonds gehaltenen Zielfonds weist der Bericht zudem teils deutlich unterschiedliche Verwaltungsvergütungen aus. Das ist für Dachfonds typisch, erhöht aber die Komplexität und kann die Gesamtkostenbelastung indirekt verstärken. Positiv: Es wurden keine Ausgabeaufschläge oder Rücknahmeabschläge berechnet. Transaktionskosten beliefen sich auf 3.296 Euro.
Portfolio und größte Positionen
Der Fonds blieb klar aktienorientiert. Die Vermögensstruktur bestand zum 30. Juni 2026 aus 79,2 Prozent Aktienfonds, 5,8 Prozent gemischten Wertpapierfonds, 2,0 Prozent Zertifikaten und 13,0 Prozent Barreserve/Sonstigem. In der Vermögensübersicht entfielen 85,02 Prozent auf Investmentanteile, 2,00 Prozent auf Zertifikate und 13,03 Prozent auf Bankguthaben, Geldmarktpapiere und Geldmarktfonds. Die hohe Barreserve dämpfte zwar Risiken, minderte aber auch die unmittelbare Aktienmarktbeteiligung.
Regional lag der Schwerpunkt laut Bericht vor allem auf Deutschland, Europa und den USA. Auf Branchenebene dominierte der Technologiesektor. Unter den größten Positionen finden sich mehrere breit gestreute Index- und Themenfonds sowie ein Technologie-Spezialfonds. Zu den wesentlichen Einzelpositionen zählten unter anderem Vanguard S&P 500 UCITS ETF mit 3,47 Mio. Euro, iShares STOXX Europe 600 UCITS ETF mit 3,30 Mio. Euro, Fidelity Global Technology Fund mit 3,26 Mio. Euro sowie Xtrackers S&P 500 Swap UCITS ETF mit 1,81 Mio. Euro. Daneben hielten sich mehrere Europa- und Weltfonds sowie ein DAX-Discount-Zertifikat. Das Portfolio ist damit breit gestreut, bleibt aber in der Sache stark von den Aktienmärkten und insbesondere vom Technologiesegment abhängig.
Risiken und Auffälligkeiten
Der Bericht nennt vor allem Marktpreisrisiken durch die Börsenschwankungen der gehaltenen Vermögensgegenstände sowie mittelbare Risiken aus Zielfonds, darunter Zinsänderungs-, Adressausfall- und Aktienkursrisiken. Wesentliche Liquiditätsrisiken habe es im Berichtszeitraum nicht gegeben; besondere operationelle Risiken wurden ebenfalls nicht festgestellt. Auffällig aus Anlegersicht ist jedoch die flexible, teils recht hohe Aktienquote: Sie lag im Jahresverlauf meist zwischen 92 Prozent und 77 Prozent und betrug zuletzt 79,2 Prozent. Das erklärt die starke Rendite im freundlichen Marktumfeld, erhöht aber auch die Schwankungsanfälligkeit.
Bemerkenswert ist zudem, dass der Fonds im Berichtsjahr mit einem negativen ordentlichen Nettoertrag abschloss. Für Anleger heißt das: Die Ausschüttungs- und Ertragsseite trägt nur begrenzt, während der Fondswert stärker von den Kapitalmärkten abhängt. Auch die Positionierung über Zielfonds und ein Zertifikat weist auf ein relativ komplexes, aktiv gesteuertes Portfolio hin. Positiv zu werten ist dagegen, dass der Fonds nach den Angaben des Berichts PAI-Aspekte berücksichtigt und keine Anlagen in Wertpapieren und Geldmarktinstrumenten von Unternehmen und Staaten mit schwerwiegenden negativen Nachhaltigkeitsauswirkungen hielt.
Fazit für Anleger
Unterm Strich war 1842 Vermögen offensiv im Geschäftsjahr 2025/26 erfolgreich: Der Fonds legte um 18,3 Prozent zu, das Fondsvermögen stieg auf 34,81 Mio. Euro, und die Mischung aus aktiver Aktiensteuerung und breiter Zielfondsstreuung zahlte sich aus. Gleichzeitig zeigt der Bericht aber auch die Kehrseite: Der Fonds ist kostenintensiv genug, dass der laufende Ertrag nicht einmal die laufenden Aufwendungen deckte, und die gute Wertentwicklung beruhte vor allem auf Marktgewinnen. Das Prüfungsurteil des Abschlussprüfers lautet, dass der Jahresbericht in allen wesentlichen Belangen den Vorschriften des KAGB und den einschlägigen europäischen Verordnungen entspricht und ein umfassendes Bild der tatsächlichen Verhältnisse und Entwicklungen des Sondervermögens vermittelt.