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Lazard High Quality Income Bond Fund: Solides Laufzeitergebnis, hohe Zinsqualität – aber Abflüsse und Kosten bleiben im Blick

Die Lazard Asset Management (Deutschland) GmbH mit Sitz in Frankfurt am Main legt mit diesem Jahresbericht den Fonds Lazard High Quality Income Bond Fund F (EUR) ausschüttend; Lazard High Quality Income Bond Fund A (EUR) auss.; Lazard High Quality Income Bond Fund F (EUR) thes. vor. Ein externer Fondsmanager oder Anlageberater wird im Bericht nicht genannt. Aus Anlegersicht zeigt sich ein vergleichsweise defensiv aufgestellter Rentenfonds, der trotz deutlich bewegter Märkte ein positives Ergebnis erwirtschaftet hat, zugleich aber mit spürbaren Mittelabflüssen und einer breiten, aber nicht risikofreien Kredit- und Laufzeitstruktur arbeiten musste.

Der Prüfungsbericht kommt in einem Satz auf den Punkt: Der Abschlussprüfer bestätigt, dass der Jahresbericht in allen wesentlichen Belangen den Vorschriften entspricht und ein umfassendes Bild der tatsächlichen Verhältnisse und Entwicklungen des Sondervermögens vermittelt.

Vermögen und Wertentwicklung

Das Fondsvermögen der Anteilklasse A (EUR) auss. stieg im Geschäftsjahr von 2.114,55 Euro auf 55.877,67 Euro; der Anteilwert lag zum 30. Juni 2026 bei 104,84 Euro nach 105,73 Euro im Vorjahr. Bei der Anteilklasse F (EUR) auss. sank das Fondsvermögen von 17.617.770,50 Euro auf 16.485.894,00 Euro, der Anteilwert ging von 106,18 Euro auf 105,19 Euro zurück. Die thesaurierende Anteilklasse F (EUR) kam auf 111,86 Euro nach 109,36 Euro im Vorjahr. Für Anleger bedeutet das: Das Produkt hat zwar in Summe Erträge erwirtschaftet, die Kursentwicklung war aber je nach Anteilklasse nur leicht positiv bis leicht negativ; die Ausschüttung bzw. Wiederanlage machte einen wichtigen Teil des Gesamtertrags aus.

Beim Mittelaufkommen ist die Entwicklung gemischt. In der Anteilklasse A flossen netto 53.024,49 Euro zu. In der großen ausschüttenden F-Klasse überwogen dagegen die Rücknahmen: Der Nettoabfluss betrug 978.222,46 Euro, bei Zuflüssen von 3.112.585,90 Euro und Abflüssen von 4.090.808,35 Euro. Aus Anlegersicht ist das auffällig, weil größere Abflüsse in Rentenfonds zwar nicht ungewöhnlich sind, aber auf veränderte Nachfrage oder geringere Attraktivität der Anteilklasse hindeuten können.

Das Fondsmanagement nennt für das Geschäftsjahr ein Ergebnis von 2,03 Prozent und verweist auf die Vergleichsgröße kurzlaufender deutscher Staatsanleihen mit 1,02 Prozent. Die Outperformance wurde vor allem durch den hohen laufenden Ertrag gestützt; zusätzlich halfen die Beimischung von Unternehmensanleihen und Pfandbriefen sowie ein Einengungseffekt bei Risikoprämien. Das Ergebnis stammt damit nicht aus Spekulation, sondern vor allem aus laufenden Zinsen und einer vorsichtigen Beimischung bonitätsstarker Kreditsegmente.

Kosten und Ertragssituation

Die laufenden Kosten sind für einen Anleihefonds nicht niedrig, aber noch im Rahmen eines aktiv gemanagten Produkts. Für die Anteilklasse A betrug die Gesamtkostenquote 0,70 Prozent, für die F-Klasse auss. 0,52 Prozent und für die F-Klasse thesaurierend 0,54 Prozent. Die Verwaltungsvergütung lag je nach Klasse bei 0,500 Prozent beziehungsweise 0,300 Prozent pro Jahr; bei der A-Klasse kommt eine erfolgsabhängige Vergütung von 0,19 Prozent des durchschnittlichen Nettoinventarwerts hinzu. Eine Beratungsvergütung wurde im Berichtsjahr nicht ausgewiesen.

In der Ertrags- und Aufwandsrechnung zeigt sich, dass die Erträge den Kosten zwar deutlich überlegen waren, die Aufwendungen aber merklich ins Gewicht fielen. Bei der F-Klasse ausschüttend beliefen sich die Erträge auf 603.359,03 Euro, die Aufwendungen auf 84.406,94 Euro. Davon entfielen 53.187,69 Euro auf die Verwaltungsvergütung, 2.172,77 Euro auf die Verwahrstelle und 26.094,24 Euro auf Prüfungs- und Veröffentlichungskosten. Die sonstigen Aufwendungen lagen bei 2.928,26 Euro. Der ordentliche Nettoertrag betrug 518.952,09 Euro; nach Veräußerungsgeschäften und Bewertungsänderungen ergab sich ein Ergebnis des Geschäftsjahres von 382.213,39 Euro. Für Anleger heißt das: Der Fonds verdient sein Geld überwiegend über laufende Zinsen, muss davon aber einen spürbaren Teil für laufende Kosten und Transaktionsaufwand abgeben.

Portfolio und größte Positionen

Zum Berichtsstichtag war das Portfolio fast vollständig in Anleihen investiert. Die Vermögensübersicht weist 98,30 Prozent Anleihen aus, 0,46 Prozent Bankguthaben und 1,43 Prozent sonstige Vermögensgegenstände; die Derivateposition war mit -0,03 Prozent leicht negativ. Innerhalb des Anleiheportfolios dominierten Pfandbriefe und gedeckte Anleihen, gefolgt von Unternehmensanleihen, während Staatsanleihen und staatsnahe Titel kleinere, aber relevante Blöcke bildeten. In der internen Aufschlüsselung entfielen 41,65 Prozent auf Pfandbriefe, 33,23 Prozent auf Unternehmensanleihen, 13,67 Prozent auf staatsnahe Anleihen und 9,98 Prozent auf Staatsanleihen; 1,46 Prozent lagen in Kasse.

Regional setzt der Fonds deutlich auf Europa, nutzt aber bewusst auch Fremdwährungsengagements zur Diversifikation und Ertragssteigerung. Währungsrisiken wurden laut Bericht mit Devisentermingeschäften abgesichert. Zu den größeren Positionen zählen unter anderem Pfandbriefe und Covered Bonds aus Dänemark, Norwegen und Schweden, Anleihen von Banken wie BNP Paribas, Santander, ING, HSBC, Société Générale und UniCredit sowie Staatsanleihen aus Großbritannien, Italien, Neuseeland und Kanada. Auch Unternehmensanleihen etwa von Amazon, AT&T, Bertelsmann, Vonovia und Heidelberg Materials waren vertreten. Aus Anlegersicht spricht das für einen breit gestreuten Kreditfonds mit klarem Schwerpunkt auf Investment-Grade-Qualität, aber auch mit erkennbaren Klumpen im Finanzsektor und bei gedeckten Papieren.

Risiken und Auffälligkeiten

Der Bericht stuft das Zinsänderungsrisiko als niedrig ein, weil die Duration eher niedrig gehalten wurde. Das Marktpreisrisiko wird insgesamt als mittel bewertet, das Währungsrisiko als niedrig, weil Fremdwährungspositionen abgesichert wurden. Ebenfalls niedrig eingestuft werden Liquiditäts- und Adressenausfallrisiko; die geschätzte Liquidierungsdauer bei normalen Marktverhältnissen liegt bei etwa ein bis zwei Tagen. Für Anleger wichtig ist jedoch: Niedrig heißt hier nicht risikolos, sondern lediglich, dass der Fonds innerhalb seines Rentenuniversums relativ defensiv positioniert war.

Auffällig ist, dass der Fonds im Berichtsjahr seine Anlagebedingungen angepasst hat, um neue Instrumente des Liquiditätsrisikomanagements umzusetzen. Vorgesehen sind unter anderem Verlängerung der Rückgabefrist, Beschränkung der Rücknahme von Anteilen, eine Rücknahmegebühr und Sachauskehrung für professionelle Anleger. Diese Instrumente wurden im Berichtszeitraum zwar nicht eingesetzt, erhöhen aber die Flexibilität der Gesellschaft in Stressphasen. Ebenfalls bemerkenswert ist der hohe Anteil an Derivateexposure von 10.962.000,21 Euro bei einer durchschnittlichen Hebelwirkung von 165,10 Prozent; das dient hier nach Darstellung des Berichts vor allem der Währungsabsicherung, ist aus Anlegerperspektive aber dennoch ein Punkt, den man im Auge behalten sollte.

Fazit für Anleger

Der Jahresbericht zeichnet das Bild eines aktiv gemanagten Investment-Grade-Rentenfonds, der mit einer hohen Quote an Pfandbriefen, Covered Bonds und bonitätsstarken Unternehmensanleihen ein eher konservatives Profil verfolgt. Positiv ist, dass der Fonds in einem volatilen Zins- und Geopolitikumfeld ein ordentliches Ergebnis erzielen konnte und die Erträge die Kosten klar überstiegen. Gleichzeitig sind die Mittelabflüsse in der Hauptklasse, die erfolgsabhängige Vergütung in der A-Klasse und die starke Konzentration auf Kreditsegmente Punkte, die Anleger nüchtern mitdenken sollten. Für vorsichtige Investoren bleibt damit vor allem entscheidend, dass die laufenden Erträge das Kernargument des Fonds sind – nicht ein spektakulärer Kurshebel.

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