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Sturmflut an der Ostsee erwartet: Bis zu 1,64 Meter Hochwasser möglich – Flensburg bereitet sich auf Überflutungen vor

Wolfgang-1958 (CC0), Pixabay

Die Ostseeküste Schleswig-Holsteins muss sich auf ein Wochenende mit deutlich steigenden Wasserständen einstellen. Starker Wind über der zentralen und südlichen Ostsee könnte große Wassermengen in Richtung der Küste drücken und insbesondere in Buchten und Förden zu einem gefährlichen Wasseranstieg führen.

Nach Angaben des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie beginnt die kritische Phase am Samstagabend. Die höchsten Wasserstände werden für Sonntag erwartet.

Besonders betroffen könnten niedrig gelegene Hafenbereiche, Uferstraßen und küstennahe Grundstücke sein.

Flensburg: Unterschiedliche Prognosen lassen Wasserstände von bis zu 1,64 Metern erwarten

Mit besonderer Aufmerksamkeit wird die Entwicklung in Flensburg verfolgt.

Das BSH rechnet dort am Sonntagmittag mit einem Wasserstand von bis zu 1,08 Metern über Normalhöhennull.

Die dänischen Behörden kommen auf Grundlage eines anderen Windmodells allerdings zu einer deutlich höheren Prognose. Sie erwarten für Sonntagmorgen möglicherweise einen Höchststand von 1,64 Metern.

Sollte dieser Wert tatsächlich erreicht werden, könnte das Wasser über die Kaikante im Flensburger Hafen treten.

In diesem Fall wären örtliche Überflutungen möglich. Auch Straßensperrungen im Hafenbereich können erforderlich werden.

Die unterschiedlichen Prognosen verdeutlichen, wie stark die tatsächliche Entwicklung von Windrichtung und Windstärke abhängt.

Ob die höheren Wasserstände eintreten, ist derzeit noch offen.

Stadt Flensburg verteilt kostenlos Sandsäcke

Die Stadt Flensburg hat bereits erste Vorsorgemaßnahmen getroffen.

Nach Angaben eines Stadtsprechers werden Sandsäcke an möglicherweise betroffene Einwohner ausgegeben.

Anwohner aus dem Hafenbereich können diese am Samstag, 17. Oktober 2026, zwischen 12 und 17 Uhr kostenlos auf der Exe abholen.

Die Sandsäcke sollen helfen, Gebäude und tiefer gelegene Zugänge gegen eindringendes Wasser zu schützen.

Besonders Bewohner in unmittelbarer Hafennähe sollten die weitere Entwicklung aufmerksam verfolgen.

Auch Eigentümer von Fahrzeugen, die auf niedrig gelegenen Parkplätzen in Wassernähe abgestellt sind, sollten mögliche Überflutungen berücksichtigen.

Auch Schleswig, Kiel und Lübeck müssen mit Sturmflut rechnen

Die Warnung betrifft nicht nur Flensburg.

Auch in Schleswig sowie in der Kieler und der Lübecker Bucht werden deutlich erhöhte Wasserstände erwartet.

Das BSH prognostiziert dort für Sonntagmorgen Pegel von bis zu 1,20 Metern über Normalhöhennull.

Damit könnten die Wasserstände die Schwelle erreichen, ab der an der Ostsee von einer Sturmflut gesprochen wird.

Insbesondere in geschützten Buchten und Förden kann sich das Wasser bei anhaltendem Wind stark aufstauen.

Ob einzelne Hafenanlagen, Straßen oder Promenaden tatsächlich überflutet werden, hängt von den örtlichen Gegebenheiten und den erreichten Pegelständen ab.

Hochdruckgebiet über den Britischen Inseln verursacht starken Wind

Verantwortlich für die erwartete Wetterlage ist nach Angaben des BSH ein Hochdruckgebiet über den Britischen Inseln.

Dieses sorgt für starke Winde über der zentralen und südlichen Ostsee.

Die Luftströmung drückt Wassermassen in Richtung der deutschen Ostseeküste.

In engen Buchten und Förden kann das Wasser nur eingeschränkt ausweichen. Dadurch steigen die Pegel teilweise deutlich stärker als an offenen Küstenabschnitten.

Wie hoch die Wasserstände tatsächlich ausfallen, hängt insbesondere von der Dauer und Stärke des Windes ab.

Schon Veränderungen der Windrichtung können die Vorhersagen beeinflussen.

Wann wird Hochwasser zur Sturmflut?

An der Ostseeküste wird bei einem Wasserstand von mehr als einem Meter über Normalhöhennull von einer Sturmflut gesprochen.

Darunter handelt es sich um Hochwasser.

Anders als an der Nordsee spielen die Gezeiten an der Ostsee nur eine untergeordnete Rolle.

Deshalb entstehen hohe Wasserstände dort vor allem durch starken und länger anhaltenden Wind, der das Wasser an die Küste drückt.

An der Nordsee wird eine Sturmflut dagegen anhand des Anstiegs über das mittlere Tidehochwasser definiert. Dort liegt die entsprechende Schwelle bei mehr als 1,5 Metern.

Besonders gefährdet sind an der Ostsee häufig Hafenbereiche und tiefer gelegene Uferabschnitte.

Was Anwohner jetzt beachten sollten

Menschen in gefährdeten Küstenregionen sollten die aktuellen Warnungen des BSH und die Mitteilungen ihrer Städte und Gemeinden verfolgen.

Besonders wichtig ist es, rechtzeitig Vorsorge zu treffen.

Wer in Hafennähe wohnt, sollte überprüfen, ob Keller, Garagen oder niedrig gelegene Hauseingänge gegen eindringendes Wasser geschützt werden müssen.

Fahrzeuge sollten vorsorglich aus Bereichen entfernt werden, in denen Überflutungen möglich sind.

Auch lose Gegenstände im Außenbereich können bei steigenden Wasserständen gefährdet sein.

Von überfluteten Straßen, Kaianlagen und Uferwegen sollte Abstand gehalten werden.

Schaulustige sollten sich nicht unmittelbar an die Wasserkante begeben, da starke Strömungen, Wind und überspülte Flächen gefährlich werden können.

Aktuelle Informationen zu Sturmflutwarnungen und Wasserstandsvorhersagen stellt das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie auf seiner Internetseite unter www.bsh.de bereit.

Erste Sturmflut der Saison: Weitere Entwicklung bleibt entscheidend

Die bevorstehende Sturmflut ist die erste der aktuellen Saison an der Ostseeküste.

Besonders in Flensburg bleibt die Situation aufgrund der unterschiedlichen Prognosen angespannt.

Während das BSH einen Wasserstand von 1,08 Metern erwartet, halten dänische Behörden unter bestimmten Windbedingungen auch 1,64 Meter für möglich.

Für Schleswig sowie die Kieler und Lübecker Bucht werden Pegel von bis zu 1,20 Metern prognostiziert.

Die Behörden beobachten die Entwicklung. In Flensburg laufen bereits Vorsorgemaßnahmen mit der kostenlosen Ausgabe von Sandsäcken.

 

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