Dark Mode Light Mode
Staatsanwaltschaft Duisburg
Deka-PortfolioSelect moderat: Solide Jahresperformance, aber hoher Rentenanteil und spürbare Kosten prägen den Mix
Deka-FlexFonds 65 legt zweistellig zu, bleibt aber bei Kosten und Nettoertrag unter Druck

Deka-PortfolioSelect moderat: Solide Jahresperformance, aber hoher Rentenanteil und spürbare Kosten prägen den Mix

Die Deka Vermögensmanagement GmbH mit Sitz in Frankfurt am Main legt als Kapitalverwaltungsgesellschaft und Herausgeberin des Berichts den Jahresbericht zum 30. Juni 2026 für den Fonds Deka-PortfolioSelect moderat vor. Der Fonds verzeichnete im Berichtsjahr eine positive Entwicklung und schloss mit einem Anteilwert von 110,53 Euro ab; das Fondsvermögen lag bei 26,08 Millionen Euro. Aus Anlegersicht auffällig ist vor allem die starke Gewichtung im Rentenbereich sowie der hohe Einsatz von Zielfonds und Derivaten, was Chancen, aber auch zusätzliche Risiken und Kosten mit sich bringt.

Der Bericht nennt keinen externen Fondsmanager oder Anlageberater. Die Anlageentscheidung liegt damit erkennbar bei der Deka Vermögensmanagement GmbH selbst. Der Fonds verfolgt einen aktiven Mischansatz ohne klassischen Referenzindex und investiert weltweit in Wertpapiere und Investmentanteile, wobei mindestens 51 Prozent in ETFs oder andere OGAW-ETFs fließen sollen.

Vermögen und Wertentwicklung

Zum Stichtag 30. Juni 2026 belief sich das Fondsvermögen auf 26.078.652,05 Euro; auf 235.932 umlaufende Anteile entfiel damit ein Anteilwert von 110,53 Euro. Die Entwicklung im Berichtsjahr war freundlich: Der Fonds erzielte eine Wertentwicklung von plus 8,1 Prozent. Über drei Jahre liegt die jährliche Durchschnittsperformance laut Bericht bei 6,9 Prozent, über fünf Jahre bei 2,3 Prozent. Für Anleger bedeutet das: Der Fonds hat im Berichtsjahr ordentliche Erträge geliefert, ist aber langfristig kein reiner Ertragsbringer, sondern ein gemischtes Produkt mit schwankungsanfälliger Renditeentwicklung.

Zur Ergebnisquelle berichtet die Gesellschaft, dass insbesondere Gold und zeitweise Silber, Schwellenländeranleihen sowie Technologieaktienfonds positiv wirkten. Belastend war dagegen vor allem der Anstieg des Zinsniveaus. Aus den Veräußerungen ergaben sich realisierte Gewinne von 1.665.664,06 Euro, denen realisierte Verluste von 265.930,12 Euro gegenüberstanden. Das spricht dafür, dass ein wesentlicher Teil des Berichtsjahresergebnisses aus Kurs- und Umschichtungsgewinnen resultierte, ergänzt durch laufende Marktbewegungen in Renten- und Aktiensegmenten.

Eine Benchmark nennt der Bericht nicht, sodass ein direkter Vergleich mit einem Marktindex ausbleibt. Positiv ist, dass der Fonds nicht auf einen starren Index festgelegt ist; für Anleger erschwert das aber auch die Einordnung, ob die Wertentwicklung vor allem durch gutes Management oder durch günstige Marktbedingungen zustande kam.

Kosten

Die Gesamtkostenquote beträgt 0,95 Prozent. Darin sind die laufenden Kosten des Fonds enthalten, nicht aber Transaktionskosten. Wesentliche sonstige Aufwendungen beliefen sich auf 516,38 Euro für BaFin-Bescheinigungen, 1.056,58 Euro für EMIR-Kosten und 773,08 Euro für fremde Depotgebühren. Hinzu kamen Transaktionskosten von 12.870,01 Euro. Als sonstige Erträge wurden 4.484,62 Euro aus Kick-back-Zahlungen und 2.813,47 Euro aus Rückvergütungen aus Zielfonds ausgewiesen.

Aus Anlegersicht ist wichtig: Die laufenden Kosten sind für ein Dachfondsprodukt nicht ungewöhnlich, schlagen aber dauerhaft auf die Rendite durch. Besonders relevant ist, dass zusätzlich auf Zielfonds-Ebene Verwaltungsvergütungen anfallen, etwa 0,75 Prozent bei mehreren aktiven Aktienfonds, 0,89 Prozent beim Emerging-Markets-Bond-Fonds oder 0,40 Prozent beim Deka Europe Defense UCITS ETF. Damit kommt zur Fondsgebühr auf Dachfondsebene noch eine zweite Kostenschicht hinzu. Das Verhältnis von Kosten zu Erträgen bleibt zwar durch die positiven Marktentwicklungen tragfähig, doch die Anleger müssen beachten, dass ein Teil der Bruttorendite durch laufende Kosten und die Gebühren der Zielinvestments aufgezehrt wird.

Portfolio und größte Positionen

Das Portfolio war zum Stichtag zu 90,91 Prozent in Wertpapieren investiert. Davon entfielen 86,96 Prozent auf Investmentanteile, 3,95 Prozent auf Zertifikate, 8,64 Prozent auf Bankguthaben und Geldmarktinstrumente sowie 0,02 Prozent auf Derivate. Liquidität blieb also vorhanden, machte aber keinen dominierenden Teil des Vermögens aus.

Innerhalb der Vermögensstruktur hatte der Rentenfondsbereich mit 62,0 Prozent das größte Gewicht, gefolgt von Aktienfonds mit 20,4 Prozent. Gemischte Fonds kamen auf 4,6 Prozent, Rohstoffzertifikate auf 4,0 Prozent, die Barreserve und sonstige Positionen auf 9,0 Prozent. Die Länderstruktur der Wertpapiere zeigt einen klaren Schwerpunkt in Euro-Anlagen: 84,8 Prozent des Fondsvermögens waren in Euro denominiert, 6,1 Prozent in US-Dollar.

Zu den größten Einzelpositionen zählten unter den Fonds unter anderem der Vanguard EUR Corp. Bond UCITS ETF mit 10,47 Prozent, der UBS US Liquid Corporates ETF mit 8,54 Prozent, der Deka iBoxx EUR Liquid Corporates Diversified UCITS ETF mit 16,51 Prozent, der Deka-FlexZins CF mit 14,94 Prozent sowie der Deka iBoxx EUR Liquid Sovereign Diversified 5-7 UCITS ETF mit 5,88 Prozent. Bei den Rohstoffpositionen waren ein Goldzertifikat mit 3,01 Prozent und ein Silberzertifikat mit 0,94 Prozent im Bestand. Auf der Aktienseite spielten unter anderem der iShares S&P 500 Swap UCITS ETF, der MSCI Europe ETF und ein China-ETF eine Rolle. Aus Anlegersicht zeigt sich damit ein breit gestreutes, aber klar rentenlastiges Mischportfolio mit Beimischungen für Aktien, Rohstoffe und thematische Trends.

Risiken und Auffälligkeiten

Der Bericht weist auf Marktpreisrisiken, Derivate- und Kontrahentenrisiken sowie Fremdwährungsrisiken hin. Da der Fonds in Zielfonds investiert, bestehen die Risiken mittelbar auch in den zugrunde liegenden Renten-, Aktien- und Bonitätsrisiken dieser Zielfonds. Positiv ist, dass der Bericht keine wesentlichen Liquiditätsrisiken und keine besonderen operationellen Risiken feststellt.

Auffällig ist aus Anlegersicht der flexible, teils taktische Einsatz von Derivaten. Das Exposure aus Derivaten betrug 3.976.618,14 Euro; der Leverage lag nach Brutto-Methode bei 123,91 Prozent. Die VaR-Kennzahl bewegte sich zwischen 2,12 Prozent und 3,64 Prozent, im Durchschnitt bei 2,96 Prozent. Das spricht für eine moderat bis spürbar aktive Steuerung des Markt- und Zinsrisikos. Gleichzeitig erhöht eine solche Steuerung die Komplexität des Fonds.

Im Jahresvergleich wurden das Rentensegment leicht aufgestockt und Aktienfonds etwas reduziert. Gewinne wurden unter anderem in Schwellenländeranleihen und High-Yield-Positionen realisiert. Nachhaltigkeitsbezogen arbeitet der Fonds laut Bericht mit PAI-Filterung und schließt unter anderem bestimmte kontroverse Waffen, schwere Menschenrechtsverletzungen und bestimmte Schwellenwerte bei Emissionen aus. Zugleich wird betont, dass die Investitionen die EU-Kriterien für ökologisch nachhaltige Wirtschaftsaktivitäten nicht berücksichtigen. Für Anleger bedeutet das: Es handelt sich nicht um einen klassischen nachhaltigen Fonds, sondern um ein Produkt mit bestimmten Nachhaltigkeitsfiltern innerhalb des regulären Anlageuniversums.

Fazit für Anleger

Insgesamt zeigt der Jahresbericht einen Fonds, der das Berichtsjahr mit ordentlicher Rendite und hoher Flexibilität abgeschlossen hat. Die positive Wertentwicklung von 8,1 Prozent ist erfreulich, wurde aber vor allem durch Marktbewegungen, Rentenumschichtungen und thematische Beimischungen getragen. Gleichzeitig bleiben die Kosten auf Fonds- und Zielfondsebene sowie der hohe Renten- und Derivateeinsatz zentrale Punkte, die Anleger im Blick behalten sollten. Der Abschlussprüfer hat den Jahresbericht ohne Einschränkung gebilligt und bestätigt, dass er in allen wesentlichen Belangen den gesetzlichen Vorgaben entspricht.

Kommentar hinzufügen Kommentar hinzufügen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Previous Post

Staatsanwaltschaft Duisburg

Next Post

Deka-FlexFonds 65 legt zweistellig zu, bleibt aber bei Kosten und Nettoertrag unter Druck