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Windenergie Großkorbetha: Gewinn bricht um 61 Prozent ein – Betreiber schüttet 500.000 Euro an Gesellschafter aus

Shutterbug75 (CC0), Pixabay

Jahresüberschuss fällt auf knapp 95.000 Euro

Die WGK Windenergie Großkorbetha GmbH & Co. KG aus Lützen hat ihren Jahresabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2025 veröffentlicht.

Der Jahresüberschuss verringerte sich von 241.619,89 Euro im Jahr 2024 auf 94.818,88 Euro im Jahr 2025.

Das entspricht einem Rückgang um 146.801,01 Euro beziehungsweise rund 60,8 Prozent.

Damit erwirtschaftete die Windparkgesellschaft weniger als die Hälfte des Vorjahresgewinns.

Zwar blieb das Unternehmen profitabel. Die wirtschaftliche Entwicklung zeigt jedoch, dass die Ertragskraft im Berichtsjahr erheblich nachgelassen hat.

Besonders auffällig ist, dass nicht nur die Umsatzerlöse sanken, sondern gleichzeitig wesentliche betriebliche Kosten stiegen.

Umsatzerlöse sinken um mehr als 115.000 Euro

Die Umsatzerlöse gingen von 918.607,93 Euro im Jahr 2024 auf 803.029,67 Euro im Jahr 2025 zurück.

Das entspricht einem Minus von 115.578,26 Euro beziehungsweise rund 12,6 Prozent.

Nach Angaben im Anhang stammen die Umsatzerlöse vollständig aus Deutschland und resultieren aus der Stromeinspeisung von Windkraftanlagen sowie aus Vergütungen nach § 15 des Erneuerbare-Energien-Gesetzes.

Welche konkreten Ursachen den Umsatzrückgang ausgelöst haben, wird im veröffentlichten Abschluss nicht erläutert.

Insbesondere fehlen Angaben zur produzierten Strommenge, zum Windaufkommen und zur Entwicklung der tatsächlich erzielten Strompreise.

Damit bleibt offen, ob der Rückgang überwiegend auf schwächere Windverhältnisse, veränderte Vergütungen, netzbedingte Einschränkungen oder andere Faktoren zurückzuführen ist.

Eine eindeutige Erklärung lässt sich aus den Zahlen allein nicht ableiten.

Kosten für bezogene Leistungen steigen um fast 35 Prozent

Während die Einnahmen zurückgingen, stiegen die Aufwendungen für bezogene Leistungen deutlich.

Sie erhöhten sich von 131.890,42 Euro auf 177.789,76 Euro.

Das entspricht einem Anstieg um 45.899,34 Euro beziehungsweise rund 34,8 Prozent.

Die gesamten Materialaufwendungen stiegen dadurch von 137.418,15 Euro auf 183.073,24 Euro.

Der Zuwachs beträgt rund 33,2 Prozent.

Diese Entwicklung belastete das Ergebnis zusätzlich.

Denn während das Unternehmen weniger Umsatz erzielte, musste es für bestimmte betriebliche Leistungen deutlich mehr aufwenden.

Welche einzelnen Dienstleistungen für den Kostenanstieg verantwortlich waren, wird im vorliegenden Abschluss nicht aufgeschlüsselt.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen blieben dagegen mit 96.314,76 Euro nahezu auf dem Vorjahresniveau von 95.610,51 Euro.

Abschreibungen von rund 426.000 Euro

Die planmäßigen Abschreibungen beliefen sich im Jahr 2025 auf 425.586,62 Euro.

Damit lagen sie praktisch unverändert auf dem Vorjahresniveau.

Die Gesellschaft schreibt ihre Sachanlagen nach eigenen Angaben linear über eine betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von 20 Jahren ab.

Außerplanmäßige Abschreibungen waren im Geschäftsjahr nicht erforderlich.

Die Abschreibungen stellen einen erheblichen Aufwand dar und reduzieren den bilanziellen Gewinn.

Sie sind jedoch von tatsächlichen Auszahlungen im Geschäftsjahr zu unterscheiden.

Der Rückgang des Buchwerts der technischen Anlagen ist deshalb nicht automatisch mit einem entsprechenden wirtschaftlichen Wertverlust gleichzusetzen.

Eigenkapital sinkt um mehr als 405.000 Euro

Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung des Eigenkapitals.

Dieses verringerte sich von 5.352.348,28 Euro Ende 2024 auf 4.947.167,16 Euro Ende 2025.

Das entspricht einem Rückgang um 405.181,12 Euro.

Die Ursache liegt nicht allein im gesunkenen Jahresüberschuss.

Aus der Eigenkapitalentwicklung geht hervor, dass die Gesellschaft im Geschäftsjahr eine Gewinnausschüttung von 241.619,89 Euro vorgenommen hat.

Zusätzlich wurden 258.380,11 Euro aus den Rücklagen entnommen.

Zusammen ergibt das 500.000 Euro.

Dem stand ein neuer Jahresüberschuss von lediglich 94.818,88 Euro gegenüber.

Damit überstiegen die Ausschüttung und Rücklagenentnahme den im Jahr 2025 erwirtschafteten Gewinn deutlich.

Die Gesellschaft hat somit mehr Eigenkapital an ihre Gesellschafter abgegeben, als sie im selben Geschäftsjahr neu erwirtschaftete.

Das ist nicht automatisch problematisch, solange ausreichende Mittel vorhanden sind.

Es erklärt jedoch, weshalb das Eigenkapital trotz eines positiven Jahresergebnisses deutlich zurückging.

Gesellschafterstruktur: enviaM hält 75 Prozent

Die WGK Windenergie Großkorbetha GmbH & Co. KG ist nach eigenen Angaben ein verbundenes Unternehmen der E.ON SE, Essen, wird jedoch nicht in deren Konzernabschluss einbezogen.

Die Kommanditanteile verteilen sich auf drei Gesellschafter.

Die envia Mitteldeutsche Energie AG aus Chemnitz hält 75 Prozent.

Die Stadtwerke Weißenfels GmbH sind mit zehn Prozent beteiligt.

Weitere 15 Prozent entfallen auf die Kommunalwirtschaft Sachsen-Anhalt GmbH aus Magdeburg.

Das Kommanditkapital beträgt insgesamt lediglich 11.000 Euro.

Der weit überwiegende Teil des Eigenkapitals entfällt auf die Kapitalrücklage.

Komplementärin ist die enviaM Zweite Neue Energie Management GmbH mit Sitz in Halle (Saale).

Sie ist nach Angaben des Abschlusses weder am Ergebnis noch am Vermögen der Gesellschaft beteiligt.

Eigenkapitalquote bleibt trotz Rückgang hoch

Die Bilanzsumme verringerte sich von 5.655.883,03 Euro auf 5.223.449,91 Euro.

Das entspricht einem Rückgang um rund 7,6 Prozent.

Das Eigenkapital sank ebenfalls, blieb aber im Verhältnis zur Bilanzsumme sehr hoch.

Die rechnerische Eigenkapitalquote lag Ende 2025 bei rund 94,7 Prozent.

Im Vorjahr betrug sie rund 94,6 Prozent.

Damit ist die Gesellschaft bilanziell nur in geringem Umfang durch Verbindlichkeiten und Rückstellungen finanziert.

Diese Kapitalstruktur unterscheidet sich deutlich von vielen Windparkgesellschaften, die erhebliche Bankdarlehen ausweisen.

Im vorliegenden Abschluss werden keine Bankverbindlichkeiten ausgewiesen.

Verbindlichkeiten sinken auf rund 21.000 Euro

Die gesamten Verbindlichkeiten verringerten sich von 65.710,24 Euro auf 21.422,09 Euro.

Das entspricht einem Rückgang um rund 67,4 Prozent.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sanken von 7.484,02 Euro auf 649,49 Euro.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen gingen von 24.007,55 Euro auf 5.384,64 Euro zurück.

Auch die sonstigen Verbindlichkeiten verringerten sich von 34.218,67 Euro auf 15.387,96 Euro.

Nach Angaben im Anhang sind sämtliche Verbindlichkeiten innerhalb eines Jahres fällig.

Angesichts der hohen Eigenkapitalausstattung und der vorhandenen Bankguthaben ergibt sich aus diesen bilanzierten Verpflichtungen keine erkennbare außergewöhnliche kurzfristige Belastung.

Bankguthaben steigen auf rund 475.000 Euro

Die liquiden Mittel erhöhten sich von 448.279,53 Euro auf 475.164,47 Euro.

Das entspricht einem Anstieg um 26.884,94 Euro beziehungsweise rund sechs Prozent.

Damit verfügte die Gesellschaft zum Bilanzstichtag über Bankguthaben von knapp einer halben Million Euro.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände gingen dagegen von 156.130,45 Euro auf 127.931,86 Euro zurück.

Besonders die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen verringerten sich von 135.406,17 Euro auf 107.669,54 Euro.

Nach Angaben im Anhang betreffen diese Forderungen im Wesentlichen Stromeinspeisungen, Redispatch sowie Marktprämien.

Das Umlaufvermögen blieb insgesamt mit rund 603.000 Euro nahezu auf Vorjahresniveau.

Rückbaukosten werden höher eingeschätzt

Ein weiterer wichtiger Punkt betrifft die Rückstellungen.

Diese erhöhten sich von 98.078,51 Euro auf 107.058,66 Euro.

Den wesentlichen Anteil bildet die Verpflichtung zum späteren Rückbau der Windenergieanlagen.

Die entsprechende Rückstellung wird mit 106.380 Euro angegeben.

Im Vorjahr waren es 98.459 Euro.

Die Gesellschaft erläutert ausdrücklich, dass der bisherige Basiswert aufgrund höher eingeschätzter Rückbaukosten angepasst wurde.

Dabei wurden Vergleichswerte anderer Windparkgesellschaften berücksichtigt.

Zusätzlich flossen erwartete künftige Kostensteigerungen in die Berechnung ein.

Für die Abzinsung wurde ein Zinssatz von 2,22 Prozent verwendet, nach 1,97 Prozent im Vorjahr.

Die Entwicklung verdeutlicht, dass der spätere Rückbau der Windkraftanlagen eine langfristige finanzielle Verpflichtung darstellt.

Ob die gebildeten Rückstellungen die tatsächlich entstehenden Kosten vollständig abdecken werden, lässt sich heute nicht abschließend beurteilen.

Langfristige Verträge über mehr als 2,7 Millionen Euro

Obwohl die Gesellschaft nur geringe bilanzierte Verbindlichkeiten ausweist, bestehen erhebliche langfristige finanzielle Verpflichtungen.

Der Anhang nennt Pachtverpflichtungen in Höhe von 1.328.190,60 Euro mit Laufzeiten bis 2046 beziehungsweise 2047.

Hinzu kommen Wartungsverpflichtungen von 1.344.801 Euro bis 2037.

Weitere vertragliche Verpflichtungen belaufen sich auf 60.939 Euro.

Zusammen ergibt das rund 2,73 Millionen Euro.

Diese Beträge sind nicht sofort fällig und dürfen deshalb nicht einfach zu den kurzfristigen Verbindlichkeiten addiert werden.

Sie zeigen aber, dass der Windpark auch in den kommenden Jahren erhebliche laufende Zahlungsverpflichtungen erfüllen muss.

Gerade bei sinkenden Stromerlösen können solche langfristig vereinbarten Kosten die wirtschaftliche Flexibilität begrenzen.

Passive latente Steuern steigen

Die passiven latenten Steuern erhöhten sich von 139.746 Euro auf 147.802 Euro.

Das entspricht einem Anstieg um 8.056 Euro.

Nach Angaben des Unternehmens ergeben sich diese Steuern insbesondere aus unterschiedlichen handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen beim Anlagevermögen und bei den Rückstellungen.

Auch steuerliche Verlustvorträge wurden bei der Berechnung berücksichtigt.

Die Gesellschaft legte einen Steuersatz von 11,87 Prozent zugrunde.

Passive latente Steuern sind nicht mit einer unmittelbar fälligen Steuerzahlung gleichzusetzen.

Sie bilden erwartete künftige steuerliche Belastungen aus zeitlichen Bewertungsunterschieden ab.

Keine eigenen Mitarbeiter

Die Gesellschaft beschäftigte im Jahr 2025 keine eigenen Arbeitnehmer.

Die Geschäftsführung wird durch die Komplementärgesellschaft wahrgenommen.

Im Berichtsjahr gab es personelle Veränderungen.

Thomas Kühnert war bis zum 28. Februar 2025 Geschäftsführer.

Justus Nowak übernahm die Funktion ab dem 1. März 2025.

Christian Kappa wurde zum 1. Mai 2025 zum Geschäftsführer bestellt.

Nach Angaben des Abschlusses fielen im Geschäftsjahr keine Geschäftsführerbezüge an.

Der Jahresabschluss wurde am 26. Juni 2026 festgestellt.

Die Gesellschaft ist beim Amtsgericht Stendal unter der Handelsregisternummer HRA 4879 eingetragen.

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