Der Peacock European Best Value ESG Fonds hat das Geschäftsjahr bis zum 31. Mai 2026 mit einem deutlichen Vermögenszuwachs und einer zweistelligen Wertentwicklung abgeschlossen. Für Anleger ist vor allem relevant: Der Fonds legte zwar kräftig zu, doch der laufende Ertrag reichte nicht aus, um die Kosten zu decken; das Ergebnis wurde daher wesentlich von Veräußerungsgewinnen und nicht realisierten Kursgewinnen getragen.
Auch der Mittelzufluss war erheblich: Der Fonds wuchs nicht nur durch die Marktentwicklung, sondern auch durch netto neue Gelder. Gleichzeitig bleibt die Struktur klar aktienlastig und damit schwankungsanfällig, obwohl ein kleiner Renten- und Liquiditätspuffer vorhanden ist.
Vermögen und Wertentwicklung
Das Fondsvermögen stieg von 7,53 Mio. Euro zum Beginn des Geschäftsjahres auf 12,98 Mio. Euro zum 31. Mai 2026. Das ist ein kräftiges Plus und zeigt, dass der Fonds im Berichtsjahr sowohl durch Performance als auch durch Zuflüsse gewachsen ist. Der Anteilwert der Anteilklasse R erhöhte sich von 180,65 Euro auf 207,39 Euro. Über das Geschäftsjahr entsprach das einer Wertentwicklung von 17,93 Prozent. Die Benchmark kam im gleichen Zeitraum auf 19,47 Prozent und lag damit etwas vor dem Fonds.
Aus Anlegersicht ist das ordentlich, aber nicht herausragend: Der Fonds blieb hinter seiner Vergleichsgröße zurück. Die durchschnittliche Volatilität lag mit 11,83 Prozent unter der der Benchmark von 13,26 Prozent. Das spricht für etwas geringere Schwankungen als beim Vergleichsmaßstab, allerdings bei auch leicht schwächerem Renditebeitrag.
Der Zuwachs des Fondsvermögens wurde zusätzlich durch Netto-Mittelzuflüsse von 3,92 Mio. Euro gestützt. Insgesamt flossen 4,65 Mio. Euro über Verkäufe von Anteilen zu, während 736.469,97 Euro über Rücknahmen abflossen. Für Anleger ist das ein Zeichen für reges Interesse an dem Produkt; es zeigt aber auch, dass ein nicht unerheblicher Teil des Vermögenswachstums nicht aus Wertsteigerungen, sondern aus neuem Kapital stammt. Ausschüttungen aus dem Vorjahr belasteten das Vermögen mit 231.846,79 Euro, der Ertragsausgleich mit 125.484,25 Euro.
Ertrag, Gewinnquellen und Ergebnisqualität
Das Geschäftsjahr schloss der Fonds mit einem Ergebnis von 1,89 Mio. Euro ab. Davon entfielen 627.864,87 Euro auf das realisierte Ergebnis und 1,26 Mio. Euro auf das nicht realisierte Ergebnis. Damit kam der größere Teil des Erfolgs aus Kursgewinnen beziehungsweise Bewertungszuwächsen und nicht aus laufenden Erträgen.
Die laufenden Erträge summierten sich auf 211.278,49 Euro. Dem standen Aufwendungen von 257.545,60 Euro gegenüber. Daraus ergab sich ein ordentlicher Nettoertrag von minus 46.267,11 Euro. Aus Sicht von Anlegern ist das auffällig: Der Fonds erwirtschaftete aus Dividenden und Zinsen zwar Erträge, diese reichten aber nicht einmal aus, um die laufenden Kosten zu decken. Der positive Gesamterfolg beruhte daher im Wesentlichen auf erfolgreichen Aktienverkäufen und gestiegenen Marktwerten.
Das saldierte Veräußerungsergebnis betrug 674.131,98 Euro und stammte im Wesentlichen aus Veräußerungen von Aktien. Zusätzlich kamen 1,46 Mio. Euro aus nicht realisierten Gewinnen hinzu, während nicht realisierte Verluste mit 198.173,76 Euro belasteten. Für Anleger bedeutet das: Die Performance war stark vom Aktienmarkt getragen und damit grundsätzlich markt- und bewertungsabhängig.
Kosten
Die Verwaltungsvergütung belief sich auf 209.042,42 Euro, die Verwahrstellenvergütung auf 15.146,52 Euro. Hinzu kamen Prüfungs- und Veröffentlichungskosten von 18.361,91 Euro sowie sonstige Aufwendungen von 14.994,17 Euro. Die gesamten Aufwendungen ohne Transaktionskosten lagen damit bei 257.545,60 Euro. Bei Erträgen von 211.278,49 Euro war die Kostenbelastung höher als der laufende Ertrag; das erklärt den negativen ordentlichen Nettoertrag.
Die Gesamtkostenquote lag bei 2,20 Prozent. Zusätzlich fielen Transaktionskosten von 16.870,05 Euro an. Für einen aktiv gemanagten Fonds ist das nicht ungewöhnlich, aus Anlegersicht aber eine relevante Belastung, weil die Kosten einen merklichen Teil der Erträge absorbieren. Positiv ist, dass keine performanceabhängige Vergütung an den Asset Manager anfiel. Gleichzeitig erhielt der Berater aus der Verwaltungsvergütung eine Basisvergütung von 103.787,63 Euro.
Die Verwaltungsvergütung des Fonds ist mit bis zu 1,90 Prozent p.a. vorgesehen, aktuell wurden 1,80 Prozent angesetzt. Im Verhältnis zum negativen ordentlichen Ergebnis zeigt sich: Der Fonds muss erst einmal die laufenden Kosten verdienen, bevor überhaupt ein positiver Ertrag für die Anleger übrig bleibt.
Portfolio und größte Positionen
Das Portfolio ist klar aktienorientiert. Aktien machten 84,48 Prozent des Fondsvermögens aus, Renten 8,39 Prozent und liquide Mittel 7,13 Prozent. Der Fonds war damit zum Stichtag weitgehend in Unternehmensbeteiligungen investiert und nur begrenzt defensiv aufgestellt. Der kleine Liquiditätspuffer kann Rückgaben und Umschichtungen erleichtern, ist aber keine wesentliche Risikoreduktion.
Regional und sektorale Schwerpunkte zeigen sich vor allem in europäischen Neben- und Mittelwerten, die dem Fondscharakter entsprechen. Nach Branchen dominieren Industriewerte mit 37,37 Prozent, gefolgt von Technologie mit 15,55 Prozent, Verbraucher-Dienstleistungen mit 10,57 Prozent und Finanzwerten mit 6,57 Prozent. Das macht den Fonds besonders abhängig von der Entwicklung zyklischer Unternehmen und einzelner Geschäftsmodelle.
Zu den größten Einzelpositionen gehörten EL. France 16-26 MTN mit 4,60 Prozent, Bundesobligation 22/27 mit 3,79 Prozent, Arteche Lant. Elk. mit 3,46 Prozent, BE Semicon. Indsinh. mit 3,29 Prozent und PSI Software mit 2,67 Prozent des Fondsvermögens. Hinzu kamen zahlreiche weitere Einzelwerte im Bereich um ein bis knapp zwei Prozent. Auffällig ist, dass kein einzelner Titel extrem groß ist, die Positionen aber insgesamt auf viele kleinere Werte verteilt sind. Das reduziert zwar das Klumpenrisiko pro Titel, erhöht aber die Abhängigkeit vom Segment europäischer Small- und Mid-Caps.
Im Anleihebereich hielten sich die Positionen in Grenzen. Neben der französischen Unternehmensanleihe und der Bundesobligation spielten Renten nur eine Nebenrolle. Derivate wurden nicht eingesetzt.
Risiken und Auffälligkeiten
Als wesentliche Risiken nennt der Bericht insbesondere Aktienkursrisiken, Zinsänderungsrisiken und Währungsrisiken. Für den Fonds ist vor allem das Aktienrisiko maßgeblich, weil der Portfolioanteil an Aktien sehr hoch ist. Der Bericht verweist außerdem auf geopolitische Belastungen durch den Russland-Ukraine-Krieg, Handelskonflikte sowie die militärische Auseinandersetzung im Iran, die Energiepreise, Lieferketten und Transportwege beeinträchtigen können. Aus Anlegersicht ist das relevant, weil solche Faktoren die ohnehin schwankungsanfälligen europäischen Aktien zusätzlich belasten können.
Eine wesentliche Änderung im Berichtszeitraum betrifft die Einführung von Liquiditätsmanagementinstrumenten: Gating und partielles Swing Pricing wurden in die Anlagebedingungen aufgenommen. Das ist eine Schutzmaßnahme für den Fonds und seine Anleger, kann im Fall größerer Rückgabewünsche aber auch dazu führen, dass Rücknahmen zeitweise nur anteilig bedient werden oder der Anteilpreis angepasst wird. Neu hinzu kam außerdem die Möglichkeit, bestimmten Anlegern aus wichtigem Grund zu kündigen, etwa US-Personen oder sanktionierten Personen.
Positiv fällt auf, dass die Portfolioumschlagsrate mit 21,5211 Prozent moderat blieb. Das spricht für eine vergleichsweise ruhige Umschichtungspolitik. Allerdings ist der Anteil der Wertpapiere am Fondsvermögen mit 92,87 Prozent sehr hoch, während Derivate nicht eingesetzt wurden. Die Anlage ist damit klar auf die Kursentwicklung der gehaltenen Titel ausgerichtet.
Fazit für Anleger
Unterm Strich hat der Fonds im Geschäftsjahr ordentlich abgeschnitten und sein Vermögen deutlich ausgebaut. Für Anleger wichtig ist jedoch: Der Erfolg beruhte nicht auf laufenden Erträgen, sondern vor allem auf realisierten und unrealisierten Kursgewinnen. Die Kostenquote von 2,20 Prozent ist spürbar, und der ordentliche Nettoertrag blieb negativ. Wer investiert ist, partizipiert damit vor allem an der Entwicklung europäischer Aktienwerte, muss aber auch die damit verbundenen Schwankungen und die geopolitisch erhöhte Unsicherheit mittragen.
Der unabhängige Abschlussprüfer bescheinigt dem Jahresbericht in einem Satz, dass er in allen wesentlichen Belangen den Vorschriften des deutschen Kapitalanlagegesetzbuchs entspricht und ein umfassendes Bild der tatsächlichen Verhältnisse und Entwicklungen des Sondervermögens vermittelt.