Dark Mode Light Mode

Green-Bond-Fonds verliert im Jahr 4,66 Prozent – trotz hoher Zinseinnahmen drücken Kursverluste und Abflüsse auf das Ergebnis

Der Murphy&Spitz Green Bond Fund R hat das Geschäftsjahr zum 31. Mai 2026 mit einem deutlich schwächeren Ergebnis abgeschlossen: Der Anteilwert sank von 99,03 Euro auf 90,43 Euro, das Fondsvermögen ging von 4,13 Millionen Euro auf 3,69 Millionen Euro zurück. Aus Anlegersicht auffällig ist vor allem, dass der Fonds zwar hohe laufende Zinserträge erwirtschaftete, diese aber durch Kursverluste bei den Anleihen und ein negatives Veräußerungsergebnis überlagert wurden.

Hinzu kamen im Berichtsjahr Nettoabflüsse und eine Ausschüttung; insgesamt war das Jahr damit für Anleger ein Belastungstest. Der Fonds blieb zwar klar als Rentenfonds mit Nachhaltigkeitsfokus investiert, musste aber die typischen Risiken eines konzentrierten Anleiheportfolios tragen.

Vermögen und Wertentwicklung

Zum Stichtag 31. Mai 2026 belief sich das Fondsvermögen auf 3.693.761,54 Euro. Im Vergleich zum Vorjahr mit 4.131.385,76 Euro entspricht das einem Rückgang um rund 10,6 Prozent. Der Anteilwert je Anteil lag bei 90,43 Euro nach 99,03 Euro im Vorjahr. Die offizielle Jahresrendite betrug -4,66 Prozent. Das ist für einen Anleihefonds kein kleiner Rückschlag, zumal der Fonds keinen Vergleichsmaßstab hat, an dem sich die Entwicklung relativieren ließe.

Die Entwicklung des Vermögens wurde zusätzlich durch Mittelbewegungen geprägt: Anleger zogen netto 31.358,19 Euro ab. Den Zuflüssen aus Verkäufen von Anteilen in Höhe von 1.351.067,53 Euro standen Rücknahmen von 1.382.425,72 Euro gegenüber. Außerdem wurden im Berichtsjahr Zwischenausschüttungen von 178.524,00 Euro vorgenommen. Aus Sicht der Anteilseigner bedeutet das: Das Vermögen schrumpfte nicht nur durch die schwache Wertentwicklung, sondern auch dadurch, dass dem Fonds Kapital entzogen und Erträge ausgeschüttet wurden.

Die Volatilität lag bei 7,56 Prozent. Für einen Anleihefonds ist das ein Hinweis auf durchaus merkliche Schwankungen, also kein sehr ruhiges Ertragsprofil.

Erträge, Veräußerungsergebnis und Kosten

Operativ erzielte der Fonds zunächst solide laufende Einnahmen. Die Erträge summierten sich auf 222.832,38 Euro, davon 106.286,11 Euro aus inländischen Zinsen und 108.394,94 Euro aus ausländischen Zinsen. Dazu kamen 3.297,28 Euro Zinsen aus Liquiditätsanlagen und 4.854,05 Euro sonstige Erträge aus einer Nachbesserungszahlung. Dem standen Aufwendungen von 59.013,44 Euro gegenüber, darunter 22.822,13 Euro Verwaltungsvergütung, 11.422,92 Euro Verwahrstellenvergütung, 13.162,54 Euro Prüfungs- und Veröffentlichungskosten sowie 11.119,34 Euro sonstige Aufwendungen.

Der ordentliche Nettoertrag lag damit bei 163.818,94 Euro. Für Anleger ist das wichtig: Der Fonds erwirtschaftete durchaus laufende Erträge, aber diese reichten nicht aus, um die Wertverluste auszugleichen. Beim Veräußerungsergebnis kam ein Minus von 26.059,60 Euro heraus. Das wurde laut Bericht im Wesentlichen durch Verkäufe von Rentenpapieren verursacht. Zusammen mit den nicht realisierten Bewertungsverlusten von 382.363,31 Euro ergab sich ein Jahresergebnis von -244.603,97 Euro. Der Verlust stammt damit vor allem aus Kursrückgängen im Bestand, nicht aus einem Mangel an Zinserträgen.

Die Gesamtkostenquote lag bei 1,52 Prozent ohne Transaktionskosten, die separat mit 4.001,52 Euro ausgewiesen wurden. Die Verwaltungsvergütung betrug 22.822,13 Euro, die Verwahrstellenvergütung 11.422,92 Euro. Zusätzlich fielen 10.074,22 Euro für externe Dienstleister an. Gemessen an den Erträgen ist die Kostenbelastung spürbar, aber nicht ungewöhnlich hoch; sie zehrt allerdings einen erheblichen Teil der laufenden Zinszuflüsse auf. Positiv für Anleger: Es gab keine performanceabhängige Vergütung des Asset Managers.

Portfolio und größte Positionen

Das Fondsvermögen war zum Stichtag fast vollständig in Anleihen investiert. Der Rentenanteil machte 97,14 Prozent des Fondsvermögens aus, Kasse und Forderungen 2,86 Prozent. Aktien, Derivate und kurzfristig liquidierbare Anlagen spielten keine Rolle. Mit 0,73 Prozent Bankguthaben und 2,20 Prozent sonstigen Forderungen blieb die Liquidität relativ schlank. Das spricht für einen klar ertragsorientierten Anleihefonds mit geringer Cash-Reserve.

Regional und währungsseitig ist der Fonds überwiegend europäisch geprägt, aber nicht ausschließlich auf den Euroraum beschränkt. Neben EUR-Positionen waren auch norwegische Kronen im Bestand. Branchenmäßig dominieren Versorgungswerte mit 31,87 Prozent, gefolgt von Energiewerten mit 16,37 Prozent, Technologie & Elektronik mit 12,83 Prozent und Basisindustrie mit 10,92 Prozent. Damit liegt der Schwerpunkt klar auf Infrastruktur-, Energie- und nachhaltigkeitsnahen Emittenten.

Die größten Einzelpositionen waren PAUL TECH AG IHS.20/26 mit 9,41 Prozent des Fondsvermögens, ACCIONA FIN. 17/30 MTN mit 5,35 Prozent, TOMRA SYSTEM 22/27 FLR mit 5,12 Prozent, TENNET NETH. 18/34 MTN mit 4,98 Prozent und COLOPL. FIN. 22/30 MTN mit 3,97 Prozent. Aus Anlegersicht ist das eine gewisse Konzentration: Einzelwerte können das Ergebnis spürbar beeinflussen, zumal die größte Position fast ein Zehntel des Fonds ausmacht.

Risiken und Auffälligkeiten

Der Bericht hebt vor allem Zinsänderungsrisiken und Währungsrisiken hervor. Das ist für einen Rentenfonds naheliegend: Steigende Marktzinsen drücken typischerweise die Kurse festverzinslicher Wertpapiere, und Fremdwährungspositionen können bei einer Aufwertung des Euro an Wert verlieren. Zusätzlich verweist der Bericht auf geopolitische Belastungen durch den Russland-Ukraine-Krieg, Handelskonflikte und die militärische Auseinandersetzung im Iran seit dem 28. Februar 2026, die Energiepreise und Lieferketten belastet haben. Für Anleger bedeutet das: Das Marktumfeld war im Berichtsjahr alles andere als stabil und hat die Schwankungsanfälligkeit des Fonds erhöht.

Eine wesentliche Änderung betrifft außerdem die Liquiditätssteuerung: Seit dem 16. April 2026 sind Gating und partielles Swing Pricing als Instrumente vorgesehen. Das kann im Krisenfall helfen, Rückgaben zu steuern und die verbleibenden Anleger vor zusätzlichen Transaktionskosten zu schützen. Gleichzeitig zeigt diese Neuerung, dass der Fonds auf mögliche Liquiditätsstress-Szenarien vorbereitet werden soll. Die Portfolioumschlagsrate lag bei 9,3371 Prozent und damit auf eher moderatem Niveau.

Als auffällig ist zudem die Struktur des Ergebnisses: Zwar stand ein ordentlicher Nettoertrag von 163.818,94 Euro zu Buche, dennoch endete das Jahr wegen der Kursverluste und des negativen Veräußerungsergebnisses mit einem deutlichen Minus. Das ist für Anleger die zentrale Botschaft dieses Berichts.

Fazit für Anleger

Der Fonds hat im Geschäftsjahr 2025/26 ordentlich laufende Zinserträge erzielt, diese aber nicht in einen positiven Gesamterfolg ummünzen können. Der Nettoinventarwert je Anteil ist auf 90,43 Euro gefallen, das Jahresergebnis betrug -244.603,97 Euro, und das Fondsvermögen sank auf 3,69 Millionen Euro. Ausschüttungen gab es in Höhe von 163.380,00 Euro beziehungsweise 4,00 Euro je Anteil; der Fonds ist damit ausschüttend. Der Abschlussprüfer erteilte ein uneingeschränktes Prüfungsurteil und bescheinigte, dass der Jahresbericht in allen wesentlichen Belangen den gesetzlichen Vorgaben entspricht.

Kommentar hinzufügen Kommentar hinzufügen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Previous Post

Peacock European Best Value ESG Fonds: Starker Jahresgewinn, aber ordentlicher Ertrag bleibt negativ und die Kosten lasten spürbar auf dem Fonds

Next Post

Aktienfonds verliert Vermögen trotz ordentlicher Erträge – starke Ausschüttung, aber deutlicher Rückstand zur Eurozonen-Benchmark