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Manchester City schuldig gesprochen: Premier League bestätigt schwere Verstöße gegen Finanzregeln

jorono (CC0), Pixabay

Damit erreicht eines der bedeutendsten finanzrechtlichen Verfahren im europäischen Profifußball eine neue Stufe.

Die Premier League bestätigte am 29. September 2026 offiziell die Entscheidung der unabhängigen Kommission. Danach wurde Manchester City in sämtlichen Anklagepunkten schuldig gesprochen, die sich auf die schweren Verstöße gegen die Finanzregeln der Liga beziehen.

Bei den Vorwürfen einer unzureichenden Kooperation mit den Ermittlungen der Premier League wurden drei von vier Punkten bestätigt.

Verstöße über neun Spielzeiten

Im Zentrum des Verfahrens steht der Zeitraum von der Saison 2009/10 bis einschließlich 2017/18.

Nach den Feststellungen der unabhängigen Kommission arrangierte Manchester City unter anderem Verträge mit kommerziellen Partnern, die nach Auffassung der Kommission nicht die tatsächlichen wirtschaftlichen Vereinbarungen widerspiegelten.

Die Premier League bezeichnet diese Vereinbarungen in ihrer offiziellen Veröffentlichung als „sham contracts“.

Nach den Feststellungen der Kommission wurden solche Konstruktionen eingesetzt, um die Einnahmen des Clubs künstlich zu erhöhen und gleichzeitig dessen Kosten niedriger erscheinen zu lassen.

Die Kommission stellte außerdem fest, dass Manchester City unzutreffende Jahresabschlussinformationen eingereicht und den tatsächlichen Zustand seiner Finanzen gegenüber Wirtschaftsprüfern und Fußballregulierern verschleiert habe.

Darüber hinaus sei der Club erheblich gegen die Ausgabenbegrenzungen sowohl der Premier League als auch der UEFA verstoßen.

Finanzielle Dimension von mehr als 900 Millionen Pfund

Die Größenordnung der festgestellten Vorgänge ist außergewöhnlich.

Nach Angaben der Premier League kam die Kommission zu dem Ergebnis, dass die beanstandeten Konstruktionen dazu dienten, Einnahmen künstlich zu erhöhen und Kosten zu reduzieren.

Britische Medien berichten unter Berufung auf die Entscheidung von einer finanziellen Größenordnung von insgesamt mehr als 900 Millionen Pfund.

Der „Guardian“ berichtet, dass die Kommission zwischen 2009/10 und 2017/18 entsprechende Vereinbarungen mit verschiedenen Geschäftspartnern festgestellt habe. Dadurch sei die tatsächliche Finanzlage des Clubs gegenüber Wirtschaftsprüfern und Fußballbehörden falsch dargestellt worden.

Sponsoring im Mittelpunkt der Untersuchung

Von besonderer Bedeutung waren Sponsoring- und andere kommerzielle Vereinbarungen.

Nach den veröffentlichten Feststellungen der Kommission spiegelten verschiedene Verträge nicht die tatsächlichen wirtschaftlichen Vereinbarungen zwischen den Beteiligten wider.

Das war deshalb relevant, weil Sponsoringeinnahmen die finanzielle Leistungsfähigkeit eines Fußballclubs beeinflussen und damit auch für die Einhaltung der damaligen Finanzregeln von Premier League und UEFA von Bedeutung waren.

Die Kommission kam zu dem Ergebnis, dass Manchester City durch die beanstandeten Konstruktionen finanziell besser dargestellt worden sei, als es nach den zugrunde liegenden tatsächlichen Zahlungsströmen gerechtfertigt gewesen wäre.

Auch Zusammenarbeit mit Premier League beanstandet

Das Verfahren betrifft nicht ausschließlich die ursprünglichen Finanzvorgänge.

Manchester City wurden außerdem Verstöße gegen seine Verpflichtung zur Zusammenarbeit mit der Premier League vorgeworfen.

Nach der offiziellen Mitteilung wurden drei der vier entsprechenden Vorwürfe bestätigt.

Die Kommission stellte mehrere Verstöße gegen die Verpflichtungen zur Kooperation und zu größtmöglicher Redlichkeit gegenüber der Liga fest.

Damit betrifft die Entscheidung sowohl die ursprüngliche Finanzberichterstattung als auch das Verhalten des Clubs während der späteren Untersuchung.

Manchester City weist Entscheidung zurück

Der Fall ist allerdings noch nicht endgültig abgeschlossen.

Manchester City bestreitet weiterhin ein Fehlverhalten.

Clubchef Ferran Soriano hat die Entscheidung öffentlich zurückgewiesen. Der Verein hält an seiner Position fest, dass die gegen ihn erhobenen Vorwürfe nicht gerechtfertigt seien, und beabsichtigt, gegen die Entscheidung vorzugehen.

Damit ist zu erwarten, dass der juristische Streit fortgesetzt wird.

Für die Einordnung ist deshalb wichtig: Es handelt sich zwar nicht mehr lediglich um Vorwürfe der Premier League. Eine unabhängige Kommission hat inzwischen konkrete Verstöße festgestellt. Manchester City akzeptiert diese Feststellungen jedoch nicht und strebt eine Überprüfung der Entscheidung an.

Welche Strafe droht Manchester City?

Diese Frage ist derzeit noch offen.

Über die Sanktion ist noch nicht abschließend entschieden.

Nach den Regeln der Premier League kommen grundsätzlich unterschiedliche Disziplinarmaßnahmen in Betracht. Britische Medien diskutieren angesichts der außergewöhnlichen Dimension des Verfahrens unter anderem einen erheblichen Punktabzug oder – als äußerste mögliche Maßnahme – einen Ausschluss aus dem Wettbewerb.

Solange die zuständigen Gremien keine Entscheidung getroffen haben, handelt es sich dabei jedoch lediglich um mögliche Sanktionen.

Es wäre deshalb derzeit falsch, einen Abstieg oder Ausschluss Manchester Citys als bereits beschlossene Folge darzustellen.

Werden Manchester City Meistertitel aberkannt?

Auch diese besonders brisante Frage ist derzeit nicht entschieden.

Manchester City gewann während und nach dem untersuchten Zeitraum zahlreiche nationale Titel.

Die Frage, ob historische Meisterschaften oder andere sportliche Ergebnisse nachträglich verändert werden könnten, wird deshalb intensiv diskutiert.

Eine Entscheidung über die Aberkennung von Meistertiteln liegt bislang jedoch nicht vor.

Auch aus der Feststellung der Finanzverstöße folgt nicht automatisch, dass bestimmte Meisterschaften nachträglich einem anderen Verein zugesprochen werden.

Wayne Rooney gegen Aberkennung der Titel

Wie kontrovers diese Frage im englischen Fußball diskutiert wird, zeigt die Reaktion des früheren Manchester-United-Stars Wayne Rooney.

Rooney sprach sich nach Bekanntwerden der Entscheidung dagegen aus, Manchester City bereits gewonnene Meistertitel abzuerkennen.

Seiner Auffassung nach würde dies Spieler und Mitarbeiter treffen, die die sportlichen Leistungen auf dem Platz erbracht hätten.

Andere Stimmen im internationalen Fußball fordern dagegen harte Konsequenzen.

Damit beginnt neben der juristischen Auseinandersetzung eine grundsätzliche Diskussion darüber, wie Verstöße dieser Größenordnung sportlich sanktioniert werden können.

Frühere UEFA-Sanktion wurde aufgehoben

Der Konflikt um die Finanzpraktiken Manchester Citys hat eine lange Vorgeschichte.

Bereits 2020 hatte die UEFA den Club wegen Verstößen gegen Financial-Fair-Play-Regeln für zwei Spielzeiten von europäischen Wettbewerben ausgeschlossen und eine Geldstrafe verhängt.

Manchester City ging dagegen vor.

Der Internationale Sportgerichtshof CAS hob die Wettbewerbssperre später auf. Ein Teil der damaligen Vorwürfe galt als verjährt, andere Vorwürfe waren nach Auffassung des CAS nicht ausreichend bewiesen.

Das jetzige Premier-League-Verfahren ist davon zu unterscheiden.

Verfahren reicht Jahre zurück

Die Untersuchung der Premier League begann bereits 2018.

Im Jahr 2023 erhob die Liga schließlich eine große Zahl von Anklagepunkten gegen Manchester City. Es folgte ein außergewöhnlich umfangreiches Verfahren.

Die nun bestätigten Feststellungen betreffen unterschiedliche Bereiche der Finanzberichterstattung und der Zusammenarbeit mit der Liga.

Die Entscheidung ist deshalb weit mehr als eine gewöhnliche Auseinandersetzung über eine einzelne Bilanzierungsfrage.

Folgen könnten weit über Manchester City hinausreichen

Der Fall besitzt erhebliche Bedeutung für die gesamte Premier League.

Die Finanzregeln sollen verhindern, dass Clubs durch wirtschaftliche Konstruktionen Wettbewerbsvorteile erzielen, die anderen Vereinen unter denselben Regeln nicht zur Verfügung stehen.

Die Entscheidung der unabhängigen Kommission wirft deshalb zwangsläufig auch die Frage auf, welche Konsequenzen Verstöße dieser Größenordnung haben müssen, damit Finanzregeln glaubwürdig durchgesetzt werden können.

Gleichzeitig muss das weitere Verfahren abgewartet werden. Manchester City bestreitet die Feststellungen und will die Entscheidung anfechten.

Was jetzt feststeht – und was noch offen ist

Fest steht inzwischen, dass eine unabhängige Kommission Manchester City wegen schwerer Verstöße gegen die Finanzregeln über einen Zeitraum von neun Spielzeiten schuldig gesprochen hat.

Festgestellt wurden unter anderem Konstruktionen zur künstlichen Erhöhung von Einnahmen und Reduzierung von Kosten, unzutreffende Finanzinformationen sowie erhebliche Verstöße gegen Ausgabenbegrenzungen. Auch drei von vier Vorwürfen hinsichtlich mangelnder Kooperation mit der Premier League wurden bestätigt.

Noch nicht entschieden ist dagegen die für den Club möglicherweise folgenschwerste Frage:

Welche Strafe erhält Manchester City?

Punktabzug, weitere sportliche Sanktionen und im äußersten Fall ein Ausschluss aus dem Wettbewerb gehören zu den diskutierten Möglichkeiten. Eine konkrete Sanktion ist derzeit jedoch noch nicht rechtsverbindlich festgelegt.

Ebenso steht eine Aberkennung früherer Meistertitel derzeit nicht fest.

Manchester City wiederum akzeptiert die Entscheidung nicht. Damit dürfte die Auseinandersetzung um die Finanzpraktiken des Clubs trotz des Schuldspruchs der unabhängigen Kommission noch nicht beendet sein.

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