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Autohändler in Gera gehackt: Manipulierte mobile.de-Inserate sollten Zahlungen auf fremdes Konto lenken

paulracko (CC0), Pixabay

Auf den ersten Blick konnten die Angebote für Interessenten durchaus vertrauenswürdig erscheinen: Die Inserate wurden über den bestehenden Online-Auftritt eines realen Autohändlers veröffentlicht.

Genau das macht den Fall für Verbraucher besonders problematisch. Nach den bisherigen Ermittlungen war offenbar nicht der Autohändler Urheber der manipulierten Angebote. Vielmehr soll sich ein unbekannter Dritter Zugang zu dessen Benutzerkonto verschafft haben.

Der Händler bemerkte die Manipulationen und informierte die Polizei.

Preise verändert und nicht vorhandene Fahrzeuge angeboten

Nach den bisherigen Erkenntnissen blieb es nicht bei einzelnen Änderungen an bestehenden Inseraten.

Der unbekannte Täter veränderte Preise von Fahrzeugen und stellte darüber hinaus Angebote für Autos ein, die nach Angaben der Polizei überhaupt nicht vorhanden waren.

Damit konnten Kaufinteressenten möglicherweise davon ausgehen, mit dem tatsächlichen Geraer Autohändler zu kommunizieren, obwohl einzelne Angebote von einem unbekannten Dritten manipuliert worden waren.

Zahlungen sollten auf externes Bankkonto gehen

Besonders relevant ist der Versuch, Zahlungen umzuleiten.

Nach Angaben der Polizei versuchte der Unbekannte, Zahlungen auf ein externes Bankkonto zu lenken.

Für Autokäufer ist das ein wichtiger Warnhinweis: Selbst ein Inserat, das im Benutzerkonto eines tatsächlich existierenden Händlers erscheint, bietet keinen absoluten Schutz davor, dass ein Account zuvor von einem Dritten übernommen wurde.

Weicht der Zahlungsempfänger vom eigentlichen Vertragspartner ab oder wird kurzfristig eine andere Bankverbindung mitgeteilt, sollte vor einer Überweisung unabhängig beim Händler nachgefragt werden.

Dabei sollten Verbraucher möglichst nicht ausschließlich Telefonnummern oder Kontaktdaten verwenden, die ihnen im Rahmen der möglicherweise manipulierten Kommunikation übermittelt wurden.

Ist bereits Geld verschwunden?

Diese entscheidende Frage ist bislang offen.

Nach den vorliegenden Angaben der Polizei steht noch nicht fest, ob tatsächlich Kunden auf die manipulierten Angebote hereingefallen sind und Zahlungen auf das fremde Konto geleistet haben.

Entsprechend lässt sich derzeit auch keine Schadenssumme nennen.

Ebenso ist der bislang unbekannte Täter nach den vorliegenden Informationen noch nicht identifiziert.

Der Autohändler ist hier offenbar selbst Betroffener

Bei der Berichterstattung über den Fall ist eine wichtige Unterscheidung notwendig: Nach der Darstellung der Polizei steht nicht der Geraer Autohändler unter Betrugsverdacht.

Vielmehr hatte der Händler selbst die Polizei informiert, nachdem Veränderungen an seinen Inseraten festgestellt worden waren. Nach den bisherigen Ermittlungen soll sich ein unbekannter Dritter unberechtigt Zugang zum Benutzerkonto verschafft haben.

Der Händler ist damit nach dem derzeit bekannten Sachstand selbst von der Manipulation seines Online-Auftritts betroffen.

Was Autokäufer jetzt beachten sollten

Der Fall zeigt, dass Verbraucher bei hochpreisigen Onlinekäufen nicht allein auf das Erscheinungsbild eines Inserats oder den Namen eines bekannten Händlers vertrauen sollten.

Vor einer größeren Überweisung sollte insbesondere geprüft werden, ob das angebotene Fahrzeug tatsächlich beim Händler vorhanden ist und ob die angegebene Bankverbindung wirklich zum Vertragspartner gehört.

Bei ungewöhnlich günstigen Preisen ist zusätzliche Vorsicht angebracht. Dass ein Preis attraktiv erscheint, beweist selbstverständlich noch keinen Betrugsversuch. Im konkreten Fall gehört die Veränderung von Fahrzeugpreisen allerdings ausdrücklich zu den von der Polizei beschriebenen Manipulationen.

Wer bereits mit einem der möglicherweise manipulierten Angebote Kontakt hatte, sollte deshalb insbesondere Rechnungen, Kaufverträge, E-Mails, Chatverläufe und mitgeteilte Bankverbindungen überprüfen.

Bereits überwiesen? Schnell reagieren

Wer aufgrund eines manipulierten Angebots bereits Geld auf ein externes Konto überwiesen haben könnte, sollte die vorhandenen Unterlagen sichern und unverzüglich seine Bank kontaktieren. Ob eine Überweisung noch gestoppt oder zurückgeholt werden kann, hängt vom Einzelfall ab.

Auch die Kommunikation mit dem vermeintlichen Verkäufer sollte nicht gelöscht werden. Telefonnummern, E-Mail-Adressen, Nachrichten, Kontodaten, Rechnungen und Screenshots können für die Ermittlungen relevant sein.

Der aktuelle Fall aus Gera macht vor allem eines deutlich: Auch ein echtes Händlerkonto kann Ziel eines unbefugten Zugriffs werden. Für Käufer ist deshalb nicht nur entscheidend, wo ein Fahrzeug inseriert wird, sondern auch, an wen das Geld tatsächlich überwiesen werden soll.

Ob bei den manipulierten Angeboten des Geraer Autohändlers bereits Verbraucher finanziell geschädigt wurden, müssen die weiteren Ermittlungen zeigen.

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