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Wohnungsnot in Spanien: Zehntausende demonstrieren in Madrid gegen hohe Mieten

falco (CC0), Pixabay

In Madrid sind erneut zehntausende Menschen für bezahlbaren Wohnraum und einen stärkeren Mieterschutz auf die Straße gegangen. Auslöser der Proteste war die Zwangsräumung einer 87 Jahre alten Frau in der spanischen Hauptstadt.

Über die Größe der Demonstration gibt es allerdings stark voneinander abweichende Angaben: Das spanische Innenministerium sprach von rund 25.000 Teilnehmern, während Mieterorganisationen die Zahl auf bis zu 300.000 Menschen bezifferten.

Zwangsräumung einer 87-Jährigen löst Protest aus

Der Fall der Seniorin wurde zum unmittelbaren Anlass für die Demonstrationen. Die Teilnehmer forderten einen besseren Schutz von Mietern vor Zwangsräumungen und weitergehende Veränderungen des spanischen Mietrechts.

Damit richtet sich der Protest gegen ein Problem, das weit über einen einzelnen Fall hinausgeht. In zahlreichen Regionen Spaniens haben sich die Mieten innerhalb der vergangenen zehn Jahre verdoppelt.

Spanien fehlen rund 700.000 Wohnungen

Ein wesentlicher Hintergrund der angespannten Situation ist das knappe Wohnungsangebot. Nach Angaben der spanischen Zentralbank fehlen landesweit etwa 700.000 Wohnungen.

Die Wohnungsknappheit trifft damit auf stark gestiegene Mietpreise und verschärft den Druck auf viele Haushalte.

Die spanische Regierung hat bereits Reformen zugesagt. Welche konkreten zusätzlichen Änderungen nach den jüngsten Protesten umgesetzt werden sollen und wann diese in Kraft treten könnten, geht aus den vorliegenden Angaben jedoch nicht hervor.

Die Demonstrationen in Madrid zeigen damit erneut die Dimension des spanischen Wohnungskonflikts: Während die Zentralbank eine Lücke von rund 700.000 Wohnungen sieht, haben sich die Mieten in vielen Regionen binnen zehn Jahren verdoppelt. Zugleich fordern Mieterorganisationen weitergehende Eingriffe in das Mietrecht und einen stärkeren Schutz vor Zwangsräumungen.

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