Die KE Windpark Wiesmoor GmbH & Co. KG hat ihre bilanzielle Eigenkapitalposition 2024 deutlich verbessert. Zum 31. Dezember standen 378.784,72 Euro Eigenkapital in der Bilanz. Ein Jahr zuvor waren es lediglich 25.243,40 Euro.
Das entspricht einem Zuwachs von rund 353.500 Euro beziehungsweise mehr als dem Vierzehnfachen des Vorjahreswerts. Gleichzeitig stiegen die liquiden Mittel auf knapp 1,17 Millionen Euro. Auffällig bleibt das Sachanlagevermögen: Es wird weiterhin mit lediglich drei Euro ausgewiesen.
Eigenkapital legt um mehr als 1.400 Prozent zu
Die Kapitalanteile der Kommanditisten erhöhten sich von 26.243,40 Euro auf 379.784,72 Euro. Nach Abzug von nicht eingeforderten ausstehenden Einlagen von 1.000 Euro ergibt sich ein eingefordertes Kapital von 378.784,72 Euro.
Damit verbesserte sich die Eigenkapitalausstattung erheblich.
Die rechnerische Eigenkapitalquote stieg von nur rund 1,9 Prozent im Jahr 2023 auf 21,9 Prozent im Jahr 2024.
Welche konkreten Vorgänge zu diesem starken Anstieg der Kapitalanteile geführt haben, erläutert der vorgelegte Jahresabschluss allerdings nicht. Eine Gewinn- und Verlustrechnung oder detaillierte Entwicklung der Kapitalkonten ist in den übermittelten Unterlagen nicht enthalten.
Mehr als 1,16 Millionen Euro auf den Konten
Auch bei der Liquidität zeigt die Bilanz eine deutliche Zunahme. Die Kassen- und Bankguthaben erhöhten sich von 985.819 Euro auf 1.168.430 Euro.
Das entspricht einem Plus von rund 182.600 Euro beziehungsweise 18,5 Prozent.
Noch stärker stiegen die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände. Sie legten von 237.719 Euro auf 432.431 Euro zu – ein Zuwachs von knapp 194.700 Euro beziehungsweise rund 82 Prozent.
Insgesamt erhöhte sich das Umlaufvermögen dadurch von 1,224 Millionen auf 1,601 Millionen Euro.
Windkraftanlagen bilanziell nur noch mit drei Euro
Bemerkenswert ist das Sachanlagevermögen. Sowohl Ende 2023 als auch Ende 2024 werden lediglich drei Euro ausgewiesen.
Der Abschluss nennt planmäßige lineare Abschreibungen als Bewertungsmethode. Aus den vorliegenden Angaben geht jedoch nicht hervor, welche konkreten Sachanlagen hinter diesen drei Euro stehen und warum sie nur noch mit diesem Betrag bilanziert werden.
Daraus sollte insbesondere nicht geschlossen werden, dass keine Windenergieanlagen mehr betrieben werden. Aktuelle Verzeichnisse auf Basis von Marktstammdaten nennen die Gesellschaft weiterhin als Betreiber von Windenergieanlagen in Wiesmoor.
Rückstellungen bleiben mit 1,23 Millionen Euro größter Posten
Trotz des kräftig gestiegenen Eigenkapitals dominieren auf der Passivseite weiterhin die Rückstellungen.
Diese gingen leicht von 1,282 Millionen auf 1,227 Millionen Euro zurück. Das entspricht einem Rückgang um rund 54.700 Euro beziehungsweise 4,3 Prozent.
Welche Verpflichtungen beziehungsweise Risiken hinter den hohen Rückstellungen stehen, wird im vorgelegten Anhang nicht aufgeschlüsselt. Deshalb lässt sich aus dem Abschluss nicht feststellen, ob beispielsweise Rückbau-, Betriebs- oder andere Verpflichtungen den wesentlichen Anteil ausmachen.
Verbindlichkeiten verdreifachen sich
Während die Rückstellungen zurückgingen, erhöhten sich die Verbindlichkeiten deutlich. Sie stiegen von 41.072 Euro auf 124.379 Euro.
Das entspricht einem Zuwachs von rund 83.300 Euro beziehungsweise 203 Prozent.
Absolut bleibt die Verschuldung im Verhältnis zur Bilanzsumme allerdings vergleichsweise niedrig. Sämtliche Verbindlichkeiten haben laut Anhang eine Restlaufzeit von höchstens einem Jahr.
Langfristige Verbindlichkeiten werden damit nicht ausgewiesen.
Bilanzsumme wächst um 28 Prozent
Die gesamte Bilanzsumme erhöhte sich von 1,348 Millionen auf 1,730 Millionen Euro.
Das entspricht einem Wachstum um rund 382.100 Euro beziehungsweise 28,3 Prozent.
Auf der Aktivseite steckt der Zuwachs praktisch vollständig im Umlaufvermögen: höhere Forderungen und höhere Bankguthaben. Das Sachanlagevermögen blieb dagegen unverändert bei drei Euro.
Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten erhöhte sich leicht von 124.724 Euro auf 129.535 Euro.
Kallista Energy bleibt Konzernmutter
Die KE Windpark Wiesmoor GmbH & Co. KG wird nach Angaben des Abschlusses in den Konzernabschluss des mittelbaren Mutterunternehmens Kallista Energy SAS aus Paris einbezogen. Auch veröffentlichte Konzernunterlagen von Kallista führen die deutsche Gesellschaft.
Der Jahresabschluss wurde am 11. Juni 2025 festgestellt.
Unter dem Strich fällt vor allem die deutlich verbesserte Eigenkapitalposition auf: Von nur 25.243 Euro stieg das Eigenkapital auf 378.785 Euro. Gleichzeitig wuchsen die Bankguthaben auf 1,17 Millionen Euro. Den größten Passivposten bilden mit 1,23 Millionen Euro allerdings weiterhin die Rückstellungen. Warum die Kapitalanteile so stark gestiegen sind und wofür die hohen Rückstellungen konkret gebildet wurden, lässt sich aus dem vorliegenden Abschluss nicht beantworten.