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Neue Probleme bei Boeing 737 Max: Software-Fehler kann automatische Navigation abschalten

nickyhardinguk (CC0), Pixabay

Bei der Boeing 737 Max ist ein neuer Software-Fehler bekannt geworden. Das Problem betrifft bestimmte Versionen der Software des Flugmanagementcomputers und kann in einem speziellen Szenario nach einem abgebrochenen Landeanflug auftreten. Die US-Luftfahrtbehörde FAA untersucht den Fall inzwischen gemeinsam mit Boeing und den Fluggesellschaften.

Fehler tritt beim Durchstarten auf

Konkret kann die Störung auftreten, wenn die Piloten einen Landeanflug abbrechen und anschließend Änderungen an der zuvor programmierten Flugroute vornehmen. Unter bestimmten Voraussetzungen kann sich dann die automatisierte vertikale Navigation, kurz VNAV, abschalten.

Das Flugzeug verliert dadurch allerdings nicht seinen gesamten Autopiloten. Boeing zufolge bleibt dieser grundsätzlich funktionsfähig, wechselt jedoch auf eine weniger weitgehende automatisierte Steuerung. Für einen weiteren Landeanflug müssen die Piloten zusätzliche Schritte durchführen.

Boeing betont, dass Piloten für Landungen ohne VNAV ausgebildet seien und entsprechende Verfahren existierten.

Boeing arbeitet an Software-Update

Der Hersteller hatte die Betreiber bereits Ende August über das Problem informiert. Boeing erklärte, bestehende Verfahren für den sicheren Umgang mit einer solchen Situation nochmals hervorgehoben zu haben. Gleichzeitig arbeiten die Ingenieure an einem Software-Update, das den Fehler dauerhaft beseitigen soll.

Nach Informationen von CBS betrifft das Problem die Softwareversionen 14 und 14.1 des Flugmanagementcomputers. Boeing hatte den Fehler gegenüber den Airlines zunächst nicht als unmittelbares Sicherheitsproblem eingestuft.

FAA schaltet sich ein

Die FAA bestätigt, dass sie über das mögliche Problem bei bestimmten 737-Max-Flugzeugen informiert ist. Die Behörde will einen sogenannten Corrective Action Review Board einberufen und prüfen, welche Maßnahmen erforderlich sind.

Sollte dabei ein Sicherheitsrisiko festgestellt werden, kündigte die FAA sofortige Maßnahmen an.

Wie viele bereits im Einsatz befindliche Maschinen tatsächlich mit der betroffenen Software ausgestattet sind, ist derzeit nicht abschließend bekannt.

Zwei große Airlines wollen betroffene Software vorerst nicht

Der Fehler hat bereits Auswirkungen auf geplante Auslieferungen. Southwest Airlines und United Airlines wollen laut Berichten vorerst keine neuen Maschinen mit der betroffenen Softwareversion übernehmen und bevorzugen stattdessen eine ältere Version.

Alaska Airlines, American Airlines, Southwest und United erklärten gegenüber CBS, dass ihre derzeit im regulären Betrieb eingesetzten 737-Max-Flotten die problematischen Softwareversionen nicht verwendeten.

Erste Hinweise gab es offenbar schon 2024

Bemerkenswert ist auch die Vorgeschichte. Nach CBS-Informationen wurde Boeing bereits im November 2024 von einer Fluggesellschaft auf das Problem aufmerksam gemacht. Im Februar 2025 kam der Hersteller demnach zunächst zu der Einschätzung, dass kein Sicherheitsproblem vorliege.

Zusätzliche Informationen von Betreibern führten 2026 schließlich zu einer formellen Sicherheitsüberprüfung.

737 Max bleibt unter besonderer Beobachtung

Der neue Software-Fehler trifft Boeing bei einer Modellreihe, deren Sicherheit seit Jahren besonders aufmerksam verfolgt wird. Bei zwei Abstürzen von 737-Max-Maschinen in Indonesien 2018 und Äthiopien 2019 kamen insgesamt 346 Menschen ums Leben. Danach wurde die Baureihe weltweit vorübergehend stillgelegt.

Der jetzt bekannt gewordene Fehler ist nicht mit diesen damaligen Problemen gleichzusetzen. Bislang gibt es auch keinen Hinweis darauf, dass der aktuelle Softwarefehler einen Unfall verursacht hat.

Boeing arbeitet nun an einer dauerhaften technischen Lösung, während die FAA bewertet, ob weitere regulatorische Maßnahmen notwendig sind. Damit steht die 737 Max erneut wegen eines Softwareproblems im Fokus – diesmal bei einer Funktion, die ausgerechnet während eines ohnehin arbeitsintensiven Manövers rund um einen abgebrochenen Landeanflug betroffen sein kann.

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