Die BaFin veröffentlichte ihre Warnung am 25. September 2026. Im Mittelpunkt stehen die beiden Internetauftritte praxisleasing(.)com und praxisleasing(.)org.
Nach Angaben der Behörde besteht der Verdacht, dass die unbekannten Betreiber dort Finanzdienstleistungen ohne die erforderliche Erlaubnis anbieten.
Gleichzeitig stellt die Finanzaufsicht einen entscheidenden Punkt ausdrücklich klar: Zwischen diesen Internetseiten und der tatsächlich existierenden PraxisLeasing GmbH mit Sitz in Neu-Ulm besteht kein Zusammenhang.
Nach Einschätzung der BaFin handelt es sich um einen Identitätsmissbrauch.
Die echte PraxisLeasing GmbH steht demnach weder mit den genannten Websites noch mit den dort angebotenen Dienstleistungen in Verbindung.
Diese Unterscheidung ist für Verbraucher besonders wichtig. Wer im Internet auf einen bekannten oder seriös wirkenden Unternehmensnamen stößt, sollte nicht automatisch davon ausgehen, tatsächlich mit diesem Unternehmen zu kommunizieren.
Bei einem Identitätsmissbrauch können Namen und andere Unternehmensangaben eines real existierenden Unternehmens verwendet werden, obwohl dieses mit dem betreffenden Internetangebot überhaupt nichts zu tun hat.
Gerade dadurch können entsprechende Angebote auf den ersten Blick glaubwürdig wirken.
Die aktuelle BaFin-Warnung zeigt deshalb, warum Verbraucher bei Finanzangeboten nicht lediglich den angegebenen Firmennamen überprüfen sollten. Entscheidend ist auch, ob die verwendete Internetadresse und die angegebenen Kontaktdaten tatsächlich zum genannten Unternehmen gehören.
Besondere Vorsicht ist geboten, wenn Verbraucher über eine Internetseite zur Überweisung von Geld, zur Übermittlung persönlicher Dokumente oder zum Abschluss eines Finanzgeschäfts aufgefordert werden.
Wer bereits mit den Betreibern von praxisleasing(.)com oder praxisleasing(.)org Kontakt hatte, sollte deshalb genau dokumentieren, welche Informationen übermittelt wurden. Dazu können E-Mails, Vertragsunterlagen, Zahlungsaufforderungen, Kontoverbindungen und sonstige Kommunikationsdaten gehören.
Wer bereits Geld überwiesen hat, sollte sich möglichst schnell mit seiner Bank beziehungsweise seinem Zahlungsdienstleister in Verbindung setzen und klären, welche Möglichkeiten noch bestehen. Bei einem konkreten Betrugsverdacht kommt außerdem eine Anzeige bei den Strafverfolgungsbehörden in Betracht.
Die Warnung der BaFin sollte allerdings juristisch korrekt eingeordnet werden.
Die Behörde teilt mit, dass der Verdacht besteht, die unbekannten Betreiber würden ohne Erlaubnis Finanzdienstleistungen anbieten. Die Mitteilung ist nicht mit einem strafgerichtlichen Urteil gegen bestimmte Personen gleichzusetzen.
Beim Identitätsmissbrauch ist die Aussage der BaFin dagegen eindeutig: Die echte PraxisLeasing GmbH aus Neu-Ulm steht nach Angaben der Behörde in keinem Zusammenhang mit den beiden Websites und den dort angebotenen Dienstleistungen.
Für die betroffene Gesellschaft ist diese Klarstellung ebenfalls bedeutsam. Bei einem Identitätsmissbrauch besteht die Gefahr, dass Beschwerden oder negative Erfahrungen irrtümlich dem echten Unternehmen zugerechnet werden.
Verbraucher sollten deshalb sorgfältig unterscheiden zwischen der realen PraxisLeasing GmbH und den von der BaFin genannten Internetauftritten.
Die BaFin stützt ihre Veröffentlichung auf § 37 Absatz 4 Kreditwesengesetz (KWG). Diese Vorschrift ermöglicht es der Finanzaufsicht, die Öffentlichkeit unter bestimmten Voraussetzungen über entsprechende Sachverhalte zu informieren.
Der Fall liefert zugleich eine wichtige Warnung für sämtliche Finanzgeschäfte im Internet: Ein bekannter Firmenname allein ist kein Beweis dafür, dass man tatsächlich mit diesem Unternehmen zu tun hat.
Vor einer Überweisung sollten Verbraucher insbesondere prüfen, ob Internetadresse, Kontaktdaten und Unternehmensangaben mit den unabhängig recherchierten Daten des tatsächlichen Unternehmens übereinstimmen.
Im konkreten Fall ist die Abgrenzung klar: Die BaFin-Warnung betrifft praxisleasing(.)com und praxisleasing(.)org beziehungsweise deren unbekannte Betreiber. Sie betrifft nicht die PraxisLeasing GmbH mit Sitz in Neu-Ulm.
Gerade dieser Unterschied sollte bei jeder Weitergabe der Warnung deutlich hervorgehoben werden, damit aus dem Identitätsmissbrauch nicht zusätzlich ein Reputationsschaden für das unbeteiligte Unternehmen entsteht.