Volkswagen und Audi müssen in Deutschland knapp eine Million Fahrzeuge wegen eines möglichen Sicherheitsproblems an der Lenkung zurückrufen. Das geht aus Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) hervor.
Hintergrund ist eine Verschraubung an der Lenkung. Nach Angaben der Behörde besteht die Gefahr, dass eine Schraube abreißt. Als mögliche Folge nennt das KBA einen Ausfall der Lenkung.
Deshalb soll die bisher verbaute Schraube gegen eine korrosionsbeständigere Ausführung ausgetauscht werden.
Diese Modelle sind betroffen
Nach den vorliegenden Angaben umfasst der Rückruf verschiedene weit verbreitete Modelle von Volkswagen sowie ein Audi-Modell. Genannt werden:
- VW Tiguan
- VW Touran
- VW Golf
- VW Golf Variant
- VW Caddy
- Audi Q3
Damit betrifft die Rückrufaktion Fahrzeuge aus mehreren besonders populären Baureihen des Volkswagen-Konzerns.
Allein aus der Modellbezeichnung lässt sich allerdings noch nicht ableiten, ob ein bestimmtes Fahrzeug tatsächlich unter den Rückruf fällt. Entscheidend sind unter anderem das konkrete Fahrzeug beziehungsweise dessen Identifikationsnummer und der vom Hersteller festgelegte Produktionszeitraum. Diese Angaben sind in den vorliegenden Informationen nicht enthalten.
Warum wird zurückgerufen?
Im Mittelpunkt steht eine Schraube innerhalb der Lenkungsverschraubung.
Nach den Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes kann es zu einem Schrauben-Abriss kommen. Das mögliche Schadensbild ist sicherheitsrelevant, weil dadurch die Lenkung ausfallen könnte.
Genau deshalb soll die betreffende Verschraubung nicht lediglich kontrolliert werden. Die Schraube soll durch eine korrosionsresistentere Schraube ersetzt werden.
Für Fahrzeughalter ist das ein entscheidender Unterschied zu Rückrufen wegen kleinerer Komfort- oder Softwareprobleme: Wenn die Lenkfähigkeit eines Fahrzeugs beeinträchtigt werden könnte, geht es unmittelbar um ein sicherheitsrelevantes Bauteil.
Knapp eine Million Fahrzeuge allein in Deutschland
Bemerkenswert ist vor allem die Größenordnung des Rückrufs. Nach den vorliegenden Angaben sind knapp eine Million Fahrzeuge in Deutschland betroffen.
Damit dürfte die Aktion für die Vertragswerkstätten von Volkswagen und Audi erheblichen organisatorischen Aufwand bedeuten.
Wie viele Fahrzeuge weltweit betroffen sind, geht aus den vorliegenden Informationen dagegen nicht hervor. Ebenso fehlen konkrete Angaben dazu, auf welche Baujahre sich der Rückruf erstreckt.
Was sollten Fahrzeughalter jetzt tun?
Wer einen VW Golf, Golf Variant, Tiguan, Touran oder Caddy beziehungsweise einen Audi Q3 fährt, muss nicht automatisch davon ausgehen, dass sein Fahrzeug betroffen ist. Die genannten Modellreihen wurden über lange Zeiträume und in unterschiedlichen technischen Varianten produziert.
Entscheidend ist deshalb eine Überprüfung anhand der konkreten Fahrzeugdaten.
Wer bereits ein offizielles Rückrufschreiben von Volkswagen, Audi oder dem Kraftfahrt-Bundesamt erhalten hat, sollte die darin genannten Hinweise beachten und den vorgesehenen Werkstatttermin nicht unnötig hinauszögern.
Gerade angesichts des beschriebenen möglichen Lenkungsausfalls handelt es sich nicht um einen Rückruf, den Fahrzeughalter einfach ignorieren sollten.
Rückruf bedeutet nicht, dass bei jedem Fahrzeug die Schraube versagt
Gleichzeitig sollte die Meldung nicht falsch verstanden werden.
Der Rückruf bedeutet nicht, dass bei knapp einer Million Fahrzeugen unmittelbar die Lenkung ausfallen wird. Es geht um ein identifiziertes Risiko, aufgrund dessen die Hersteller beziehungsweise die zuständige Behörde eine technische Abhilfemaßnahme für die betroffenen Fahrzeuge vorsehen.
Wie häufig der Schrauben-Abriss tatsächlich bereits aufgetreten ist und ob es dadurch Unfälle oder Verletzte gegeben hat, geht aus den vorliegenden Angaben nicht hervor.
Solche Informationen sollten deshalb nicht ohne weitere Bestätigung angenommen werden.
Kleine Schraube, großes Sicherheitsrisiko
Der Fall zeigt, welche Bedeutung selbst vergleichsweise unscheinbare Bauteile in modernen Fahrzeugen haben können. Eine einzelne Verschraubung kann sicherheitskritisch werden, wenn ihre Funktion für die Verbindung von Komponenten der Lenkung entscheidend ist.
Die vorgesehene Lösung erscheint technisch zunächst überschaubar: Die betreffende Schraube wird gegen eine korrosionsresistentere Variante ausgetauscht.
Für die betroffenen Fahrzeughalter ist allerdings entscheidend, dass dieser Austausch tatsächlich vorgenommen wird.