Bei Ermittlungen gegen einen Pflegedienst in Nordrhein-Westfalen geht es um den Verdacht eines Abrechnungsbetrugs in Millionenhöhe. Nach den vorliegenden Angaben sollen Leistungen gegenüber Kostenträgern abgerechnet worden sein, obwohl diese möglicherweise nicht oder nicht im angegebenen Umfang erbracht wurden. Der mutmaßliche Schaden soll bei rund elf Millionen Euro liegen.
Im Zuge einer groß angelegten Razzia waren mehr als 200 Einsatzkräfte beteiligt. Im Mittelpunkt der Ermittlungen stehen nach den bisherigen Angaben die Verantwortliche des Pflegedienstes und ihr Ehemann.
Luxusautos und teure Uhren sichergestellt
Besondere Aufmerksamkeit erregten die Vermögenswerte, auf die die Ermittler bei ihren Maßnahmen stießen. Sichergestellt beziehungsweise im Rahmen der Ermittlungen erfasst wurden demnach unter anderem Lamborghinis, ein Maybach und hochwertige Uhren. Mindestens ein Lamborghini soll als Firmenfahrzeug des Pflegedienstes genutzt worden sein.
Die Sicherstellung solcher Gegenstände bedeutet allerdings noch nicht, dass diese nachweislich mit illegal erlangtem Geld bezahlt wurden. Ob und in welchem Umfang Vermögenswerte aus mutmaßlichen Straftaten stammen und später eingezogen werden können, muss im weiteren Verfahren geklärt werden.
Besonders schwer wiegen zudem Hinweise auf mögliche Mängel bei der Versorgung von Pflegebedürftigen. Bei einem pflegebedürftigen Kind sollen die Einsatzkräfte nach den vorliegenden Angaben problematische Zustände festgestellt haben. Nähere Einzelheiten dazu gehen aus den hier vorliegenden Informationen jedoch nicht hervor.
Ermittlungen laufen weiter
Gegen die Beschuldigten wird bereits seit mehreren Monaten wegen des Verdachts des Abrechnungsbetrugs ermittelt. Nun müssen insbesondere Geschäftsunterlagen, Abrechnungen und sichergestellte Beweismittel ausgewertet werden.
Ob sich der Verdacht eines Schadens von rund elf Millionen Euro bestätigt und ob die Verantwortlichen tatsächlich Straftaten begangen haben, steht noch nicht rechtskräftig fest. Für die Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.