Tierarztkosten können schnell mehrere Tausend Euro erreichen. Eine Tierkrankenversicherung kann deshalb vor hohen finanziellen Belastungen schützen. Allerdings unterscheiden sich Tarife bei Leistungen, Wartezeiten, Selbstbeteiligungen und Erstattungsgrenzen erheblich.
Im Vergleich werden unter anderem Lassie, Dalma, Barkibu, DA Direkt, Santévet, HanseMerkur, Cleos Welt, AGILA, FIGO und die Deutsche Familienversicherung berücksichtigt.
Vollschutz oder OP-Versicherung?
Eine Tierkrankenversicherung mit Vollschutz übernimmt je nach Tarif neben Operationen auch normale Behandlungen, Diagnostik, Medikamente und teilweise Vorsorgeleistungen.
Eine reine OP-Versicherung ist meist günstiger, zahlt jedoch hauptsächlich bei medizinisch notwendigen Operationen und den damit verbundenen Behandlungen.
Darauf sollten Tierhalter achten
Besonders wichtig sind der Erstattungssatz und mögliche jährliche Höchstgrenzen. Eine Werbung mit „bis zu 100 Prozent Kostenerstattung“ bedeutet nicht automatisch, dass jede Tierarztrechnung vollständig übernommen wird.
Auch der erstattungsfähige Satz der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) ist wichtig. Gerade bei Notfällen können höhere Gebührensätze entstehen.
Weitere entscheidende Punkte sind Wartezeiten, Selbstbeteiligungen, Altersgrenzen, Vorerkrankungen und Ausschlüsse. Auch Zahnbehandlungen, Impfungen, Wurmkuren und andere Vorsorgeleistungen sind nicht bei jedem Tarif vollständig enthalten.
Unterschiede bei den Anbietern
Einige Versicherer bieten eine Kostenerstattung von bis zu 100 Prozent. Andere übernehmen beispielsweise 80 oder 90 Prozent. Manche Tarife haben jährliche Leistungsgrenzen, während andere mit unbegrenzter Deckung werben.
Auch die Wartezeiten unterscheiden sich deutlich. Bei Unfällen kann der Schutz teilweise sofort oder nach wenigen Tagen beginnen, während bei Krankheiten oder Operationen Wartezeiten von mehreren Wochen gelten können.
Bei älteren Tieren sollte außerdem geprüft werden, ob ein Neuabschluss überhaupt noch möglich ist und ob sich der Beitrag mit zunehmendem Alter erhöht.
Nicht allein auf eine Rangliste verlassen
Eine als „Testsieger“ bezeichnete Versicherung muss nicht automatisch für jedes Tier die beste Wahl sein. Alter, Rasse, Gesundheitszustand und gewünschter Leistungsumfang können entscheidend sein.
Vor dem Abschluss sollten deshalb insbesondere Erstattungshöhe, GOT-Satz, Selbstbeteiligung, Jahreslimit, Wartezeit, Vorerkrankungen, Zahnleistungen und Kündigungsbedingungen geprüft werden.
Fazit
Eine Tierkrankenversicherung kann sinnvoll sein, wenn hohe Tierarztkosten das eigene Budget stark belasten würden. Besonders bei Operationen oder schweren Erkrankungen können schnell Kosten von mehreren Tausend Euro entstehen.
Entscheidend ist deshalb nicht allein ein günstiger Monatsbeitrag. Wichtig ist, welche Kosten der Versicherer im Ernstfall tatsächlich übernimmt und welche Leistungen ausgeschlossen sind. Ein Vergleich mehrerer Tarife und der jeweiligen Versicherungsbedingungen ist daher vor Vertragsabschluss empfehlenswert.