Stand: 18. September 2026, morgens, UTC. Der Überblick konzentriert sich auf international bedeutsame und überprüfbare Entwicklungen. Bei laufenden Konflikten können sich Zahlen und Angaben kurzfristig ändern.
Nahost-Konflikt weitet sich auf Saudi-Arabien und Jemen aus
Saudi-Arabien und die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen haben sich erneut gegenseitig angegriffen. Saudi-arabische Luftangriffe trafen Ziele in den jemenitischen Provinzen Haddscha und Taiz. Die Huthis setzten ihrerseits Drohnen gegen Ziele in Saudi-Arabien ein. Dabei wurde erstmals seit Beginn der jüngsten Eskalation ein Todesopfer im Königreich gemeldet.
Mehr als 100.000 Menschen sollen inzwischen aus den besonders umkämpften Teilen des Jemen geflohen sein. Einige versuchen, in kleinen Booten über die Meerenge Bab al-Mandab nach Dschibuti zu gelangen.
Angriffe auf Öltransporte – Tanker in der Straße von Hormus getroffen
Ein unter der Flagge Togos fahrender Öltanker wurde in der Straße von Hormus getroffen und geriet in Brand. Nach iranischer Darstellung soll das Schiff unerlaubt unterwegs gewesen sein. Unabhängig überprüfen ließ sich diese Darstellung zunächst nicht.
Zudem beschädigten Huthi-Angriffe Teile der saudischen Ost-West-Pipeline. Drei Pumpstationen sollen betroffen sein. Die Ölexporte über den Hafen Yanbu wurden vorübergehend gestoppt. Saudi-Arabien versucht, alternative Transportwege zu nutzen und einen Teil der Pipeline innerhalb weniger Tage wieder in Betrieb zu nehmen.
Ölpreis sinkt leicht – bleibt aber über 100 Dollar
Trotz der angespannten Sicherheitslage sind die Ölpreise um rund ein Prozent gefallen. Brent-Rohöl kostete zuletzt etwa 103,77 Dollar je Barrel, die US-Sorte WTI rund 100,88 Dollar.
Die Märkte hoffen, dass Saudi-Arabien und andere Produzenten genügend alternative Lieferwege nutzen können. Eine Entspannung bedeutet der Preisrückgang allerdings nicht: Rohöl bleibt teuer und die Lage an den wichtigen Schifffahrtsrouten höchst unsicher.
USA erteilen iranischer Führung Einreisevisa für UN-Treffen
Obwohl sich die USA und Iran in einem militärischen Konflikt befinden, dürfen Irans Präsident Massud Peseschkian und Außenminister Abbas Araghtschi zur UN-Generalversammlung nach New York reisen.
Washington genehmigte die erforderlichen Visa unter Verweis auf seine Verpflichtungen als Sitzstaat der Vereinten Nationen. Die Bewegungsfreiheit der iranischen Delegation sowie deren Einkaufsmöglichkeiten werden jedoch stark eingeschränkt.
Dem palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas verweigerten die USA dagegen ein Visum.
Russland und China blockieren Kontrolle der Iran-Sanktionen
Russland und China haben im UN-Sicherheitsrat die Verlängerung des Mandats für eine unabhängige Expertengruppe blockiert. Diese sollte Verstöße gegen die internationalen Iran-Sanktionen dokumentieren.
Westliche Staaten kritisierten das Veto. Ohne die Expertengruppe werde eine unabhängige Überwachung der Sanktionen schwieriger. Moskau und Peking warfen den westlichen Ländern dagegen vor, den Sicherheitsrat politisch zu instrumentalisieren.
EU stellt der Ukraine 3,3 Milliarden Euro bereit
Die Europäische Union will der Ukraine weitere 3,3 Milliarden Euro zur Verfügung stellen. Das Geld ist nach Angaben von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen insbesondere für den Kauf von Flugkörpern und Drohnen vorgesehen.
Von der Leyen hatte zuvor mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj über die militärische und finanzielle Widerstandsfähigkeit des Landes gesprochen.
Russland warnt vor neuen US-Sanktionen
Der Kreml erklärte, ein neues amerikanisches Sanktionspaket werde eine Friedenslösung für die Ukraine zusätzlich erschweren. Das US-Repräsentantenhaus hatte Maßnahmen gegen Russlands Energie- und Rüstungssektor sowie gegen die sogenannte Schattenflotte beschlossen.
Das Gesetz könnte Präsident Donald Trump außerdem ermöglichen, hohe Zölle gegen Länder zu verhängen, die weiterhin russisches Öl und Gas beziehen. Besonders China und Indien wären davon betroffen.
Mögliche dauerhafte US-Militärbasis in Polen
US-Präsident Trump spricht von Fortschritten bei den Planungen für eine permanente amerikanische Militärbasis in Polen. Ein möglicher Standort soll demnach demnächst bekannt gegeben werden. Eine endgültige Entscheidung liegt allerdings noch nicht vor.
Bislang sind amerikanische Soldaten überwiegend auf Rotationsbasis in Polen stationiert. Warschau fordert seit Jahren eine dauerhafte US-Präsenz, um die Nato-Ostflanke gegenüber Russland zu stärken.
Nordkorea droht wegen Militärmanövern
Kim Yo Jong, die Schwester des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un, hat den USA und ihren Verbündeten mit einer verschärften Reaktion gedroht. Auslöser sind die multinationalen Militärübungen „Pacific Vanguard“ in der Nähe von Guam.
An den Manövern beteiligen sich unter anderem die USA, Südkorea, Japan, Australien, Kanada und Neuseeland. Pjöngjang bezeichnet die Übungen als feindliche Provokation und bekräftigte erneut, dass eine Aufgabe des nordkoreanischen Atomwaffenprogramms ausgeschlossen sei.
Japan vor weiterer Zinserhöhung
An den Finanzmärkten wird mit einer Zinserhöhung der japanischen Notenbank auf 1,25 Prozent gerechnet. Das wäre der höchste Stand seit 31 Jahren. Der Yen blieb dennoch schwach und notierte zeitweise bei mehr als 156 Yen je US-Dollar.
Die japanische Regierung kündigte an, gegen übermäßige Wechselkursschwankungen vorzugehen. Eine Intervention am Devisenmarkt bleibt damit grundsätzlich möglich.
USA investieren in Uranprojekt im Niger
Die US-Regierung unterstützt ein großes Uranprojekt im Niger mit Finanzierungen von bis zu 414 Millionen Dollar. Das Vorhaben des kanadischen Unternehmens Global Atomic soll Washington einen besseren Zugang zu strategisch wichtigen Rohstoffen sichern.
Das Engagement ist politisch bemerkenswert: Erst zwei Jahre zuvor mussten die amerikanischen Streitkräfte Niger verlassen. Das Projekt birgt wegen islamistischer Angriffe, politischer Instabilität und schwieriger Transportrouten erhebliche Risiken.
USA verhängen neue Sanktionen gegen Kuba
Washington hat elf kubanische Organisationen und Personen mit Sanktionen belegt. Betroffen sind staatliche Unternehmen aus dem Nickelbereich, militärische Forschungsbetriebe und mehrere Funktionäre.
Die US-Regierung wirft den Einrichtungen vor, der kubanischen Führung zu dienen und die Bevölkerung auszubeuten. Kubas Außenminister Bruno Rodríguez erklärte dagegen, gerade die amerikanischen Sanktionen verschärften Versorgungsengpässe und die wirtschaftliche Not.
US-Regierung zieht Kandidaten für ICE-Leitung zurück
Das Weiße Haus hat die Nominierung von Lance Schroyer als Leiter der Einwanderungsbehörde ICE zurückgezogen. Hintergrund sind offenbar Widerstände im Senat und die wachsende Kritik an Einsätzen der Behörde.
ICE bleibt damit weiterhin ohne vom Senat bestätigten Direktor. Zuletzt war die Zahl der Festnahmen stark gestiegen; zugleich werden mehrere Todesfälle im Zusammenhang mit Einsätzen untersucht
US-Gericht bremst mögliche Arbeiten am Kennedy Center
Ein Bundesrichter hat angeordnet, dass größere bauliche Veränderungen am Kennedy Center mindestens 30 Tage vorher angekündigt werden müssen. Das gilt ausdrücklich auch für einen möglichen Abriss.
Damit reagiert das Gericht auf die Debatte über die Zukunft des Kulturzentrums. Präsident Trump hatte einen Abriss ins Gespräch gebracht und finanzielle Unterstützung für die Sanierung mit einer sichtbaren Würdigung seines Namens verbunden. Für erhebliche bauliche Eingriffe wäre außerdem die Zustimmung des Kongresses erforderlich