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Ozonloch schrumpft deutlich – doch in Europa steigt die UV-Strahlung trotzdem

AlKalenski (CC0), Pixabay

Es ist eine der seltenen langfristigen Erfolgsmeldungen im Umweltschutz: Das Ozonloch über der Antarktis war 2025 so klein wie nur selten seit Anfang der 1990er Jahre. Gleichzeitig zeigt sich jedoch eine Entwicklung, die auf den ersten Blick widersprüchlich erscheint: In Teilen Europas hat die UV-Strahlung seit Mitte der 1990er Jahre um bis zu 20 Prozent zugenommen.

Nach Angaben der Weltwetterorganisation WMO war 2025 bereits das zweite Jahr in Folge, in dem sowohl die horizontale Ausdehnung des antarktischen Ozonlochs als auch seine Tiefe deutlich unter dem Durchschnitt der Jahre 1990 bis 2010 lagen.

Für die WMO ist die Entwicklung ein wichtiges Zeichen dafür, dass internationale Umweltpolitik tatsächlich langfristige Wirkung entfalten kann. Eine entscheidende Rolle spielt dabei das Montrealer Protokoll von 1987. Mit dem internationalen Abkommen wurde der schrittweise Ausstieg aus ozonschädigenden Substanzen wie Fluorchlorkohlenwasserstoffen, kurz FCKW, eingeleitet.

Die Chemikalien waren unter anderem in Kühlmitteln, Schaumstoffen und früher auch in Spraydosen eingesetzt worden. Gelangen sie in die Stratosphäre, können sie dort chemische Prozesse auslösen, durch die Ozon abgebaut wird.

Die Folgen waren besonders über der Antarktis dramatisch. Dort bildet sich seit Jahrzehnten regelmäßig das sogenannte Ozonloch.

Nun mehren sich die Hinweise darauf, dass sich die Schutzschicht der Erde langsam erholt.

„Das ist eine Erfolgsgeschichte im Umweltschutz“, erklärte WMO-Generalsekretärin Celeste Saulo anlässlich des Welt-Ozon-Tages. Seit dem Jahr 2000 erhole sich die Ozonschicht. Nach Einschätzung der Organisation kann davon ausgegangen werden, dass sie sich innerhalb der kommenden Jahrzehnte vollständig erholt.

Das ist für Menschen unmittelbar relevant. Die Ozonschicht funktioniert wie ein natürlicher Schutzschild gegen einen Teil der ultravioletten Strahlung der Sonne. Eine zu hohe UV-Belastung kann unter anderem Haut und Augen schädigen und erhöht das Risiko für Hautkrebs.

Doch ausgerechnet bei der UV-Strahlung liefert das aktuelle Ozonbulletin der WMO für Europa eine weniger beruhigende Nachricht.

In Teilen Europas ist die UV-Strahlung seit Mitte der 1990er Jahre um bis zu 20 Prozent gestiegen.

Das bedeutet allerdings nicht, dass die Erholung der Ozonschicht gescheitert wäre. Nach Angaben der WMO spielen hierbei vor allem Veränderungen der Bewölkung eine wichtige Rolle. Weniger Wolken und eine längere Sonnenscheindauer können dazu führen, dass mehr UV-Strahlung den Boden erreicht.

Damit können zwei Entwicklungen gleichzeitig stattfinden: Die Ozonschicht erholt sich langfristig, während Menschen in bestimmten Regionen aufgrund meteorologischer Veränderungen trotzdem zeitweise einer stärkeren UV-Strahlung ausgesetzt sein können.

Die WMO hält deshalb gezielte und wirksame Maßnahmen zum UV-Schutz weiterhin für besonders wichtig. Das schrumpfende Ozonloch ist kein Grund, die gesundheitlichen Risiken intensiver Sonnenstrahlung zu unterschätzen.

Auch über der Arktis erkennt die Organisation langfristig Hinweise auf eine Erholung der Ozonschicht. 2025 gingen die Ozonwerte allerdings über einigen Gebieten der Nordhalbkugel zurück.

Dabei handelt es sich nach Angaben des WMO-Experten Paolo Laj nicht um ein mit der Antarktis vergleichbares Ozonloch. Verantwortlich seien andere meteorologische Phänomene, die zeitweise zu einer Verdünnung der Ozonschicht führen könnten.

Gerade diese Unterschiede sind für die Einordnung wichtig: Die Ozonschicht verändert sich nicht überall auf der Erde gleichmäßig, und einzelne Jahre können erheblich von den langfristigen Trends abweichen.

Trotzdem ist die Entwicklung über der Antarktis bemerkenswert. Das Verbot beziehungsweise die schrittweise Abschaffung ozonschädigender Stoffe begann vor Jahrzehnten – und erst jetzt werden die langfristigen Auswirkungen immer deutlicher sichtbar.

Das macht die Entwicklung zu einem außergewöhnlichen Beispiel internationaler Umweltpolitik: Ein global erkanntes Problem führte zu einem internationalen Abkommen, die verursachenden Chemikalien wurden schrittweise zurückgedrängt und Jahrzehnte später zeigt die Atmosphäre messbare Zeichen der Erholung.

Die positive Nachricht hat allerdings einen wichtigen Zusatz: Ein kleineres Ozonloch bedeutet nicht automatisch weniger UV-Strahlung an jedem Ort. Gerade die Entwicklung in Europa zeigt, dass Bewölkung, Sonnenscheindauer und andere atmosphärische Faktoren weiterhin entscheidend dafür sind, wie viel UV-Strahlung Menschen tatsächlich erreicht.

Das Ozonloch schrumpft – der Schutz vor der Sonne bleibt trotzdem notwendig.

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