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Windpark Oberzell: Beteiligung auf einen Euro abgeschrieben – Eigenkapital schmilzt drastisch

Shutterbug75 (CC0), Pixabay

Die Bremer Beteiligungsgesellschaft weist für das Geschäftsjahr 2025 einen Jahresfehlbetrag von 8.735,22 Euro aus. Im Vorjahr hatte der Verlust lediglich 2.151,39 Euro betragen.

Damit erhöhte sich das Minus um rund 6.584 Euro beziehungsweise mehr als 300 Prozent.

Für eine Gesellschaft mit einer Bilanzsumme von gerade einmal 5.325 Euro ist der Fehlbetrag erheblich.

Finanzanlage fällt von 5.000 Euro auf einen Euro

Noch auffälliger ist die Entwicklung auf der Aktivseite.

Ende 2024 hatte die Windpark Oberzell Beteiligungs GmbH Finanzanlagen von 5.000 Euro ausgewiesen. Zum 31. Dezember 2025 steht diese Position nur noch mit einem Euro in der Bilanz.

Damit wurde der bilanzielle Wert der Beteiligung praktisch vollständig reduziert.

Im Anhang heißt es, dass Anteile an verbundenen Unternehmen grundsätzlich zu Anschaffungskosten bewertet werden. Soweit erforderlich, werde jedoch der am Bilanzstichtag vorliegende niedrigere beizulegende Wert angesetzt.

Aus der Bilanz ist damit klar erkennbar, dass der Wertansatz der Finanzanlage von 5.000 Euro auf einen Euro gefallen ist. Warum diese Wertminderung vorgenommen wurde und welches verbundene Unternehmen konkret betroffen ist, wird in den vorliegenden Angaben allerdings nicht erläutert.

Auch lässt sich allein aus der Bilanz nicht sicher feststellen, in welchem Umfang die Wertminderung für den Jahresfehlbetrag verantwortlich war.

Verlustserie setzt sich fort

Der Fehlbetrag von 2025 trifft auf bereits vorhandene Verluste.

Der Verlustvortrag erhöhte sich von 10.197 Euro auf 12.349 Euro. Hinzu kommt nun der neue Jahresfehlbetrag von 8.735 Euro.

Damit summieren sich Verlustvortrag und aktueller Fehlbetrag auf rund 21.084 Euro.

Dem steht lediglich ein gezeichnetes Kapital von 25.000 Euro gegenüber.

Das Ergebnis ist deutlich: Ein großer Teil des ursprünglichen Eigenkapitalpolsters ist inzwischen aufgezehrt.

Nur noch 3.916 Euro Eigenkapital

Ende 2024 hatte die Gesellschaft noch ein Eigenkapital von 12.651 Euro ausgewiesen.

Ein Jahr später sind davon lediglich 3.915,97 Euro übrig.

Das Eigenkapital ist damit innerhalb eines Jahres um rund 69 Prozent eingebrochen.

Verglichen mit dem gezeichneten Kapital von 25.000 Euro sind durch die aufgelaufenen Verluste rechnerisch bereits rund 84 Prozent des Stammkapitals aufgezehrt.

Das Eigenkapital ist zum Bilanzstichtag allerdings noch positiv. Aus den vorliegenden Zahlen allein lässt sich deshalb keine bilanzielle Überschuldung ableiten.

Auch die Liquidität geht deutlich zurück

Parallel dazu hat sich das verfügbare Geld der Gesellschaft verringert.

Die liquiden Mittel sanken von 9.481 Euro auf 5.324 Euro. Das entspricht einem Rückgang von rund 4.157 Euro beziehungsweise knapp 44 Prozent.

Da die Finanzanlage nur noch mit einem Euro angesetzt wird, besteht das bilanzierte Vermögen Ende 2025 damit praktisch vollständig aus Bankguthaben.

Die gesamte Bilanzsumme schrumpfte von rund 14.481 Euro auf nur noch 5.325 Euro.

Das ist ein Rückgang von rund 63 Prozent innerhalb eines Jahres.

Keine Verbindlichkeiten ausgewiesen

Einen gegenläufigen Punkt gibt es allerdings: Die Gesellschaft weist zum Jahresende keine Verbindlichkeiten aus.

Auf der Passivseite stehen neben dem Eigenkapital lediglich Rückstellungen von rund 1.409 Euro.

Die Gesellschaft ist damit nicht durch ausgewiesene Bank- oder sonstige Verbindlichkeiten belastet.

Das ändert jedoch nichts daran, dass das vorhandene Eigenkapital durch die wiederholten Jahresverluste stark geschrumpft ist.

Teil des wpd-Konzerns

Die Windpark Oberzell Beteiligungs GmbH mit Sitz in Bremen wird in den Konzernabschluss der wpd GmbH einbezogen.

Geschäftsführer ist Dr. Gernot Blanke.

Der Jahresabschluss wurde am 13. Januar 2026 unterzeichnet und am 20. April 2026 festgestellt.

Ein Euro bleibt von der Finanzanlage

Die Bilanz 2025 liefert damit ein deutliches Bild: Der Jahresverlust steigt von rund 2.151 Euro auf 8.735 Euro, das Eigenkapital bricht auf weniger als 4.000 Euro ein und die Bilanzsumme schrumpft um fast zwei Drittel.

Besonders bemerkenswert bleibt jedoch die Finanzanlage.

Aus einem Bilanzwert von 5.000 Euro ist innerhalb eines Jahres ein Wertansatz von nur noch einem Euro geworden.

Warum die Beteiligung derart stark im Wertansatz reduziert wurde und welche wirtschaftliche Entwicklung dahintersteht, lässt sich aus dem veröffentlichten Jahresabschluss nicht erkennen.

Fest steht aber: Ende 2025 ist von dem bisherigen bilanziellen Wert der Beteiligung praktisch nichts mehr übrig – und auch das Eigenkapitalpolster der Gesellschaft ist weitgehend aufgezehrt.

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