Der Traum vom eigenen Haus oder der Eigentumswohnung rückt für viele Menschen in Deutschland in immer weitere Ferne. Eine aktuelle Studie des Pestel-Instituts zeigt: Nur noch 43,5 Prozent der Haushalte leben in den eigenen vier Wänden. Das ist der niedrigste Wert seit rund 20 Jahren. Damit ist Deutschland das Schlusslicht in der Europäischen Union bei der Wohneigentumsquote.
Deutschland bleibt Europas Mieterland
Während in vielen europäischen Ländern Wohneigentum die Regel ist, wohnen in Deutschland inzwischen mehr Menschen zur Miete als im eigenen Zuhause. Besonders hoch ist die Eigentumsquote in Rumänien, der Slowakei und Ungarn, wo mehr als 90 Prozent der Bevölkerung Eigentümer ihrer Wohnung oder ihres Hauses sind. Selbst Österreich liegt mit rund 54 Prozent deutlich vor Deutschland.
Junge Familien können sich Eigentum kaum noch leisten
Besonders betroffen sind Menschen zwischen 25 und 45 Jahren. Nur noch etwa jeder Vierte in dieser Altersgruppe besitzt eine Immobilie. Die meisten wohnen zur Miete.
Als Gründe nennen Experten vor allem stark gestiegene Baukosten, hohe Kreditzinsen und teure Grundstücke. Auch fehlende staatliche Förderungen erschweren den Kauf oder Bau eines Eigenheims. Für viele Familien reicht das Einkommen trotz zwei Gehältern nicht mehr aus, um eine Immobilie zu finanzieren.
Große Unterschiede innerhalb Deutschlands
Auch zwischen den Bundesländern gibt es erhebliche Unterschiede. Im Saarland lebt fast jeder sechste Haushalt mehr im Eigentum als im Bundesdurchschnitt. In Brandenburg ist die Eigentumsquote ebenfalls vergleichsweise hoch.
In den Großstädten sieht die Lage dagegen ganz anders aus. In Berlin besitzen nur rund 16 Prozent der Menschen Wohneigentum, in Hamburg gut 20 Prozent.
Eigentum gilt als wichtige Altersvorsorge
Wohneigentum ist für viele Menschen nicht nur ein Wohnort, sondern auch Vermögensaufbau und Altersvorsorge. Wer dauerhaft zur Miete wohnt, muss auch im Ruhestand weiter Miete zahlen. Experten warnen deshalb, dass das Risiko von Altersarmut steigen könnte, wenn immer weniger Menschen Eigentum bilden können.
Forderungen nach leichterem Bauen
Verbände der Wohnungswirtschaft sehen die Politik in der Pflicht. Sie fordern weniger Bürokratie, niedrigere Baukosten und einfachere Baustandards, damit Wohneigentum wieder für Familien mit mittlerem Einkommen erreichbar wird.
Die Studie macht deutlich: Ohne günstigere Finanzierungsmöglichkeiten und mehr Unterstützung beim Bauen und Kaufen könnte Deutschland seinen Platz als Land der Mieter weiter ausbauen.