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CSSF warnt vor Identitätsmissbrauch: Betrüger geben sich als Quintet Private Bank aus

OpenClipart-Vectors (CC0), Pixabay

Besonders problematisch ist der Fall, weil die Verantwortlichen nach Angaben der Finanzaufsicht nicht lediglich den Namen der Bank verwenden. Sie sollen darüber hinaus behaupten, Niederlassungen der Quintet Private Bank (Europe) S.A. in Schweden und Frankreich zu vertreten. Nach Angaben der CSSF existieren diese angeblichen Niederlassungen jedoch nicht.

CSSF nennt zwei Internetseiten

Im Zusammenhang mit dem Identitätsmissbrauch nennt die Behörde die Internetseiten quintet-cp.com und log.quintet-private.lu.

Außerdem werde eine E-Mail-Adresse nach dem Muster Vorname.Nachname@quintet-private.com verwendet.

Gerade solche auf den ersten Blick professionell wirkenden Adressen können bei potenziellen Kunden den Eindruck erwecken, tatsächlich mit Mitarbeitern eines etablierten Finanzinstituts zu kommunizieren. Die aktuelle Warnung zeigt deshalb, wie wichtig es ist, nicht nur einen bekannten Unternehmensnamen zu überprüfen, sondern auch die verwendete Domain.

Angebliche Verbindung zu „Quintet Capital S.A.“ ist falsch

Die CSSF weist noch auf eine weitere Darstellung hin, die für Verwirrung sorgen könnte. Demnach werde die Quintet Private Bank (Europe) S.A. von den unbekannten Personen zu Unrecht als Tochtergesellschaft einer „Quintet Capital S.A.“ in Genf dargestellt.

Auch das weist die Finanzaufsicht zurück. Bei den genannten Unternehmen handele es sich um rechtlich getrennte Einheiten. Die Quintet Private Bank (Europe) S.A. sei keine Tochtergesellschaft von Quintet Capital S.A.

Damit enthält die Warnung gleich mehrere Punkte, bei denen offenbar mit tatsächlichen beziehungsweise seriös klingenden Unternehmensbezeichnungen gearbeitet wird, um eine Verbindung herzustellen, die laut CSSF nicht besteht.

Die echte Quintet Private Bank ist nicht Gegenstand der Warnung

Für Verbraucher ist diese Unterscheidung besonders wichtig: Die CSSF warnt nicht vor der echten Quintet Private Bank (Europe) S.A.

Das Unternehmen ist bei der luxemburgischen Finanzaufsicht als Bank geführt. Die CSSF macht ausdrücklich deutlich, dass die regulierte Gesellschaft keinerlei Verbindung zu den in der Warnung beschriebenen Aktivitäten hat.

Die unbekannten Verantwortlichen bedienen sich vielmehr nach Darstellung der Behörde rechtsmissbräuchlich ihrer Identität.

Warum Identitätsmissbrauch besonders schwer zu erkennen ist

Bei einem solchen Vorgehen können klassische Prüfmethoden von Anlegern zunächst sogar zu einem falschen Sicherheitsgefühl führen. Wer beispielsweise im Internet nach dem Namen „Quintet Private Bank (Europe) S.A.“ sucht, wird feststellen, dass eine entsprechende regulierte Bank tatsächlich existiert.

Genau deshalb sollte die Prüfung an dieser Stelle nicht enden.

Entscheidend ist, ob Internetseite, E-Mail-Adresse, Telefonnummer, Ansprechpartner und Bankverbindung tatsächlich zu dem regulierten Institut gehören. Die bloße Existenz eines Unternehmens mit demselben Namen beweist nicht, dass eine Kontaktaufnahme wirklich von diesem Unternehmen stammt.

Betroffene sollten keine weiteren Zahlungen unter Zeitdruck leisten

Wer über eine der von der CSSF genannten Internetseiten oder E-Mail-Adressen kontaktiert wurde, sollte besonders vorsichtig sein. Vor einer Überweisung sollte die Identität des angeblichen Bankmitarbeiters über unabhängig beschaffte, offizielle Kontaktdaten überprüft werden.

Wer bereits Geld überwiesen hat, sollte sämtliche Unterlagen sichern. Dazu gehören insbesondere Überweisungsbelege, Empfängerkonten, E-Mails, Vertragsunterlagen, Chatverläufe und Screenshots. Auch Namen angeblicher Bankberater und weitere Kontaktdaten sollten dokumentiert werden.

Bei bereits erfolgten Zahlungen kann zudem eine schnelle Kontaktaufnahme mit der eigenen Bank sinnvoll sein, um prüfen zu lassen, ob noch Möglichkeiten bestehen, eine Transaktion zu stoppen oder zurückzuverfolgen.

Ein echter Bankenname ist keine Garantie

Die CSSF-Warnung macht damit auf eine besonders gefährliche Variante zweifelhafter Finanzangebote aufmerksam: Nicht eine erfundene Bank soll Vertrauen schaffen, sondern die Identität eines tatsächlich existierenden Finanzinstituts.

Für Anleger bedeutet das, dass ein bekannter Firmenname oder sogar der Nachweis einer echten Banklizenz allein nicht genügt. Es muss zusätzlich überprüft werden, ob die Person, die ein Angebot unterbreitet, tatsächlich für genau dieses regulierte Unternehmen tätig ist.

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