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iShares NASDAQ-100 UCITS ETF (DE): Über 40 % Rendite und nahezu perfekte Indexabbildung – hohe Chancen treffen auf ausgeprägte US-Tech-Konzentration

geralt (CC0), Pixabay

Der Jahresbericht zum 30. April 2026 zeichnet für den iShares NASDAQ-100 UCITS ETF (DE), ISIN DE000A0F5UF5, ein ausgesprochen starkes Bild. Der ETF verfolgt einen rein passiven Ansatz und bildet den NASDAQ-100 Index durch direkte Investitionen in die Indexmitglieder entsprechend deren Gewichtung nach. Damit erhalten Anleger Zugang zu 100 der größten an der Nasdaq notierten Nicht-Finanzunternehmen.

Außergewöhnlich starke Wertentwicklung

Das Geschäftsjahr 2025/2026 war aus Renditesicht ausgesprochen erfolgreich. Der NASDAQ-100 erzielte im Berichtszeitraum eine Performance von 40,93 %, während der ETF unter Berücksichtigung von Kosten, Ausschüttungen und Steuern auf 40,51 % kam. Die Differenz von lediglich 0,42 Prozentpunkten ist für einen Indexfonds überzeugend. Noch bemerkenswerter ist der ausgewiesene Tracking Error von nur 0,01 Prozentpunkten. Der Fonds erfüllte damit seine zentrale Aufgabe – die möglichst exakte Nachbildung seines Vergleichsindex – nahezu mustergültig. Der Duplizierungsgrad lag zum Geschäftsjahresende bei 99,98 %.
Auch die Entwicklung des Anteilwerts unterstreicht die Dynamik. Er stieg von 190,34 USD zum Ende des Vorjahres auf 266,90 USD. Zum Ende des Geschäftsjahres 2022/2023 hatte der Anteilwert erst 128,97 USD betragen. Innerhalb von drei Geschäftsjahren hat sich der reine Anteilwert damit mehr als verdoppelt – zusätzlich zu den zwischenzeitlich geleisteten Ausschüttungen.

Fondsvermögen wächst trotz erheblicher Mittelabflüsse

Das Fondsvermögen erhöhte sich von rund 4,32 Mrd. USD auf 5,65 Mrd. USD, also um gut 30 %. Bemerkenswert ist, dass dieser Anstieg trotz eines Netto-Mittelabflusses von 385,1 Mio. USD zustande kam. Anteilscheinverkäufen von 269,0 Mio. USD standen Rücknahmen von 654,2 Mio. USD gegenüber. Ausschlaggebend für das gestiegene Fondsvermögen war somit die enorme Wertentwicklung des Portfolios: Das Ergebnis des Geschäftsjahres belief sich auf 1,689 Mrd. USD, wovon rund 1,160 Mrd. USD aus der positiven Veränderung nicht realisierter Ergebnisse stammten.

Die Mittelabflüsse sind aus Anlegersicht zwar beobachtenswert, sollten bei einem börsengehandelten Indexfonds jedoch nicht vorschnell als Qualitätsurteil interpretiert werden. Sie können beispielsweise aus Gewinnmitnahmen oder Portfolio-Umschichtungen resultieren. Entscheidend ist vielmehr, dass die Rücknahmen die Funktionsfähigkeit und Liquidität des Fonds offenbar nicht beeinträchtigt haben.

Hohe Qualität – aber starke Konzentration auf wenige Großunternehmen

Zum Stichtag waren 99,86 % des Fondsvermögens in Aktien investiert, während Bankguthaben lediglich 0,15 % und Derivate 0,01 % ausmachten. Der ETF ist somit praktisch vollständig dem Aktienmarkt ausgesetzt.

Dabei darf die nominelle Streuung über rund 100 Indexmitglieder nicht mit einer wirklich gleichmäßigen Diversifikation verwechselt werden. Zu den größten Positionen gehörten NVIDIA mit 8,54 %, Apple mit 7,01 %, Microsoft mit 5,33 %, Amazon mit 5,01 %, die beiden Alphabet-Aktienklassen zusammen mit rund 7,60 %, Broadcom mit 3,48 %, Tesla mit 3,35 % und Meta Platforms mit 3,18 %.
Damit hängt ein erheblicher Teil des Anlageerfolgs von einer vergleichsweise kleinen Gruppe amerikanischer Mega-Caps ab. Gerade NVIDIA, Apple, Microsoft, Alphabet und Amazon prägen das Portfolio stark. Diese Konzentration war im Berichtsjahr angesichts des starken Umfelds für Technologie-, Halbleiter- und KI-Werte ein großer Renditetreiber. Bei einer Bewertungs- oder Wachstumskorrektur dieser Unternehmen würde derselbe Effekt jedoch in die entgegengesetzte Richtung wirken.

Auch auf Branchenebene zeigt sich diese Konzentration: 35,52 % entfielen auf „Handel und Dienstleistung“, 26,68 % auf industrielle Grundstoffe und Halbfabrikate sowie 20,68 % auf den Technologiesektor. Zusammen machen diese drei Kategorien mehr als 80 % des Fondsvermögens aus.

Das entscheidende Risiko für deutsche Anleger: Aktienmarkt plus US-Dollar

BlackRock selbst stuft das absolute Marktpreisrisiko des Fonds als hoch ein. Weil die Aktienauswahl vollständig vom Indexanbieter vorgegeben wird, greift das Fondsmanagement bei Überbewertungen oder sich verschlechternden Aussichten einzelner Unternehmen nicht aktiv ein. Genau das ist die Konsequenz eines passiven Ansatzes: Gewinner erhalten bei steigenden Marktkapitalisierungen automatisch größere Gewichte, bis der Index selbst angepasst wird.

Hinzu kommt für Anleger aus dem Euroraum ein ausdrücklich als hoch eingestuftes Währungsrisiko. Da der Fonds entsprechend den Indexvorgaben überwiegend in US-Aktien investiert, beeinflusst neben der Aktienkursentwicklung auch das Verhältnis zwischen US-Dollar und Euro die Rendite eines Euro-Anlegers. Adressenausfall-, Kontrahenten- und Liquiditätsrisiken werden dagegen im Bericht als niedrig beziehungsweise gering eingestuft.

Kosten und Tracking überzeugen

Die Gesamtkostenquote beträgt 0,30 %, wobei eine Pauschalgebühr von 0,29 % p.a. vereinbart ist. Die zusätzlich separat angefallenen Transaktionskosten waren mit rund 70.486 USD gemessen am Fondsvolumen ausgesprochen gering.
Entscheidend ist aus Investorensicht ohnehin nicht nur die nominelle Kostenquote, sondern das tatsächliche Ergebnis gegenüber dem Index. Mit einer jährlichen Tracking Difference von lediglich -0,42 Prozentpunkten und einem Tracking Error von 0,01 Prozentpunkten funktioniert die Indexreplikation sehr effizient. Der Anleger erhält damit nahezu genau die Rendite, die er beim Erwerb eines NASDAQ-100-ETF erwartet.

Ausschüttung spielt nur eine Nebenrolle

Der ETF ist ausschüttend. Für das Geschäftsjahr wurden insgesamt 0,44 USD je Anteil ausgeschüttet, davon 0,17 USD als Zwischenausschüttung und 0,27 USD als Endausschüttung. Insgesamt wurden rund 9,21 Mio. USD an Anleger ausgekehrt. Demgegenüber wurden wesentlich größere Teile der verfügbaren Erträge wiederangelegt beziehungsweise auf neue Rechnung vorgetragen.

Für einkommensorientierte Anleger ist der ETF daher weniger interessant. Sein Anlageprofil ist klar auf Kapitalwachstum und nicht auf eine hohe laufende Dividendenrendite ausgerichtet.

Neue Liquiditätsinstrumente beachten

Seit dem 16. April 2026 verfügt der Fonds über zusätzliche Liquiditätsmanagementinstrumente. Dazu gehören Dual Pricing sowie die Möglichkeit einer Rückgabegebühr von bis zu 2 % des Bruttorücknahmebetrags. Ziel ist es, bestehende Anleger vor Verwässerungseffekten durch Zeichnungen oder Rückgaben zu schützen. Für Anleger ist diese Änderung dennoch relevant und sollte insbesondere bei größeren Rückgaben berücksichtigt werden.

Für Anleger mit Nachhaltigkeitsvorgaben ist außerdem wichtig, dass der Fonds weder als Artikel-8- noch als Artikel-9-Fonds nach SFDR eingestuft ist und die Anlagen nicht verpflichtet sind, die EU-Kriterien für ökologisch nachhaltige Wirtschaftstätigkeiten zu berücksichtigen.

Anlegerfazit

Der Jahresbericht 2025/2026 fällt insgesamt sehr positiv aus. Der iShares NASDAQ-100 UCITS ETF (DE) kombinierte eine außergewöhnlich starke Jahresrendite von 40,51 % mit einer nahezu perfekten Indexabbildung, hoher Liquidität und moderaten Kosten. Die operative Umsetzung des passiven Anlagekonzepts funktioniert überzeugend. Auch der Abschlussprüfer bestätigt, dass der Jahresbericht in allen wesentlichen Belangen den einschlägigen Vorschriften entspricht und ein umfassendes Bild der tatsächlichen Verhältnisse des Sondervermögens vermittelt.

Die hervorragenden vergangenen Ergebnisse dürfen allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass Anleger hier kein breit diversifiziertes Weltportfolio, sondern eine konzentrierte Wachstums- und Mega-Cap-Wette auf überwiegend US-amerikanische Unternehmen erwerben. Das hohe Gewicht von NVIDIA, Apple, Alphabet, Microsoft, Amazon und weiteren Technologiekonzernen erhöht das Rückschlagpotenzial erheblich. Hinzu kommt für Euro-Anleger das ungesicherte Dollar-Risiko.

Für langfristig orientierte und schwankungstolerante Anleger, die gezielt an der Entwicklung großer US-Wachstums-, Technologie- und KI-Unternehmen partizipieren möchten, präsentiert sich der ETF nach diesem Jahresbericht als qualitativ sehr effizientes und kostengünstiges Anlageinstrument. Als alleiniger Kernbaustein eines Vermögensportfolios erscheint er aufgrund seiner regionalen, sektoralen und unternehmensbezogenen Konzentration dagegen weniger geeignet. Seine Stärke liegt vielmehr als gezielte Wachstumsbeimischung innerhalb eines breiter diversifizierten Gesamtportfolios.

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