Der Jahresabschluss 2025 der Windpark Schlage III Beteiligungs GmbH zeigt aus Anlegersicht eine deutlich angespannte finanzielle Entwicklung. Zwar handelt es sich lediglich um eine kleine Beteiligungsgesellschaft und nicht um die eigentliche operative Windparkgesellschaft. Dennoch sind die Bilanzrelationen bemerkenswert: Das Eigenkapital ist innerhalb eines Jahres von 7.132 Euro auf nur noch 1.338 Euro gefallen. Damit sind rund 95 Prozent des ursprünglichen Stammkapitals von 25.000 Euro durch aufgelaufene Verluste aufgezehrt. Ein weiterer Verlust in vergleichbarer Größenordnung würde bilanziell zu einem negativen Eigenkapital führen.
Besonders kritisch ist, dass sich die Verluste nicht verringern, sondern beschleunigt haben. Der Jahresfehlbetrag erhöhte sich von 4.260 Euro im Jahr 2024 auf 5.794 Euro im Jahr 2025, ein Anstieg von rund 36 Prozent. Zusammen mit dem Verlustvortrag von 17.868 Euro summieren sich die aufgelaufenen Verluste zum Jahresende auf rund 23.662 Euro. Dem steht nur das gezeichnete Kapital von 25.000 Euro gegenüber. Ein operativer Turnaround ist anhand der veröffentlichten Zahlen somit bislang nicht erkennbar.
Auch die Liquiditätsentwicklung ist ungünstig. Die verfügbaren Bankguthaben gingen von 9.431 Euro auf 5.128 Euro zurück und haben sich damit um knapp 46 Prozent vermindert. Gleichzeitig stiegen die Verbindlichkeiten von 42.020 Euro auf 43.282 Euro. Sämtliche Verbindlichkeiten sind innerhalb eines Jahres fällig. Die liquiden Mittel reichen für sich genommen damit nur für einen kleinen Teil dieser Verpflichtungen.
Allerdings relativiert die Zusammensetzung der Schulden dieses Bild erheblich. Praktisch sämtliche Verbindlichkeiten – 43.282 Euro – bestehen gegenüber Gesellschaftern. Die Gesellschaft ist daher weniger von externen Banken oder Lieferanten abhängig, sondern wird im Wesentlichen innerhalb des Gesellschafterkreises finanziert. Für Anleger ist das einerseits beruhigender als eine vergleichbar hohe externe Verschuldung. Andererseits zeigt es, dass die Gesellschaft derzeit auf die finanzielle Unterstützung ihrer Gesellschafter angewiesen ist.
Der wirtschaftlich wichtigste Vermögenswert sind Finanzanlagen von 40.950 Euro, die unverändert gegenüber dem Vorjahr ausgewiesen werden. Laut Anhang handelt es sich um Anteile an verbundenen Unternehmen, die grundsätzlich zu Anschaffungskosten beziehungsweise gegebenenfalls zum niedrigeren beizulegenden Wert bewertet werden. Dass 2025 keine Wertminderung ausgewiesen wurde, ist zunächst positiv. Aus dem Abschluss lässt sich jedoch nicht erkennen, welche Erträge diese Beteiligung erwirtschaftet oder welchen aktuellen wirtschaftlichen Wert sie tatsächlich besitzt. Gerade für Anleger wäre dies entscheidend, denn die Werthaltigkeit dieser Beteiligung bestimmt letztlich einen großen Teil der wirtschaftlichen Substanz der Gesellschaft.
Die Bilanzsumme sank von rund 50.400 Euro auf 46.100 Euro. Rund 89 Prozent der Aktiva bestehen aus der Beteiligung an verbundenen Unternehmen. Damit hängt die wirtschaftliche Lage der Gesellschaft in erheblichem Umfang von der Entwicklung dieser Beteiligung ab. Sollte deren Wert beeinträchtigt sein und eine Abschreibung notwendig werden, wäre angesichts des nur noch 1.338 Euro betragenden Eigenkapitals kaum ein bilanzieller Puffer vorhanden.
Fairerweise muss berücksichtigt werden, dass eine solche Beteiligungs-GmbH nicht nach denselben Maßstäben wie ein operativer Windpark beurteilt werden sollte. Sie kann beispielsweise als gesellschaftsrechtliches Beteiligungsvehikel dienen und deshalb dauerhaft nur geringe eigene Einnahmen erzielen. Die Gesellschafterverbindlichkeiten müssen ebenfalls nicht automatisch auf finanzielle Schwierigkeiten hindeuten. Außerdem ist die Gesellschaft in den Konzernabschluss der wpd GmbH einbezogen. Aus dem vorliegenden Einzelabschluss ergibt sich jedoch keine Garantie oder sonstige ausdrückliche Verpflichtung des Konzerns, Verluste oder Liquiditätsengpässe dieser Gesellschaft auszugleichen.
Aus Anlegersicht bleibt deshalb ein gemischtes, aber klar risikobehaftetes Bild. Positiv sind die unverändert mit 40.950 Euro bilanzierten Finanzanlagen und die Tatsache, dass die Verschuldung nahezu vollständig gegenüber Gesellschaftern und nicht gegenüber externen Kreditgebern besteht. Dem stehen jedoch ein auf 1.338 Euro zusammengeschmolzenes Eigenkapital, ein steigender Jahresverlust, sinkende Liquidität und eine zunehmende Gesellschafterfinanzierung gegenüber. Entscheidend für eine endgültige Bewertung wäre deshalb die Frage, welche Windparkbeteiligung hinter den 40.950 Euro Finanzanlagen steht, welchen wirtschaftlichen Wert sie besitzt und ob daraus künftig Ausschüttungen beziehungsweise Beteiligungserträge zu erwarten sind. Genau darüber gibt der veröffentlichte Abschluss keine Auskunft.