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Windpark Heinsberg baut Bankschulden ab – Eigenkapital steigt, Liquidität legt deutlich zu

Mohamed_hassan (CC0), Pixabay

Die Windpark Heinsberg GmbH & Co. KG mit Sitz in Grünwald weist zum 31. Dezember 2025 eine Bilanzsumme von rund 11,71 Millionen Euro aus. Im Vorjahr waren es noch 12,19 Millionen Euro. Damit verringerte sich die Bilanzsumme um etwa 475.000 Euro beziehungsweise knapp vier Prozent.

Der Rückgang ist vor allem auf das Anlagevermögen zurückzuführen. Die technischen Anlagen standen Ende 2025 noch mit 10,13 Millionen Euro in den Büchern, nach 10,67 Millionen Euro im Vorjahr. Hintergrund sind planmäßige Abschreibungen von 538.018,80 Euro im Geschäftsjahr.

Die historischen Anschaffungskosten der technischen Anlagen liegen bei rund 14,52 Millionen Euro. Kumuliert wurden bis Ende 2025 bereits Abschreibungen von rund 4,39 Millionen Euro vorgenommen.

Bankguthaben steigt auf fast 1,27 Millionen Euro

Besonders deutlich verbessert hat sich die Liquiditätsposition. Die Guthaben bei Kreditinstituten erhöhten sich von rund 877.700 Euro auf 1,27 Millionen Euro.

Das entspricht einem Anstieg um fast 389.000 Euro beziehungsweise rund 44 Prozent.

Gleichzeitig gingen die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände deutlich zurück: von rund 637.000 Euro auf nur noch 193.176 Euro. Besonders stark sank der Posten der sonstigen Vermögensgegenstände, der sich von rund 432.700 Euro auf knapp 6.000 Euro reduzierte.

Unter dem Strich ging das Umlaufvermögen deshalb leicht von 1,51 Millionen Euro auf rund 1,46 Millionen Euro zurück.

Neu hinzugekommen ist ein aktiver Rechnungsabgrenzungsposten von 117.526 Euro. Darin sind Aufwendungen enthalten, die wirtschaftlich Folgeperioden betreffen.

Eigenkapital wächst auf 3,84 Millionen Euro

Auf der Passivseite entwickelte sich das Eigenkapital positiv. Es stieg von rund 3,77 Millionen Euro auf 3,84 Millionen Euro.

Das entspricht einem Plus von knapp 66.800 Euro.

Der größte Teil entfällt auf das variable Kommanditkapital. Dieses erhöhte sich auf rund 3,84 Millionen Euro. Das feste Kommanditkapital beträgt dagegen lediglich 500 Euro.

Die kumulierten Gewinne belaufen sich auf rund 3,84 Millionen Euro. Entnahmen spielten mit 23,54 Euro praktisch keine Rolle.

Rechnerisch steigt die Eigenkapitalquote damit von rund 31 Prozent im Vorjahr auf etwa 32,8 Prozent Ende 2025. Für ein fremdfinanziertes Infrastrukturprojekt ist das eine deutlich robustere Kapitalausstattung als bei vielen anderen Windparkgesellschaften.

Bankverbindlichkeiten sinken um 702.000 Euro

Die gesamten Verbindlichkeiten gingen von rund 8,22 Millionen Euro auf 7,67 Millionen Euro zurück.

Besonders wichtig ist der Abbau der Bankverbindlichkeiten. Diese reduzierten sich von 6,77 Millionen Euro auf 6,07 Millionen Euro. Innerhalb eines Jahres wurden damit rund 702.000 Euro getilgt.

Von den verbliebenen Bankschulden sind rund 701.680 Euro innerhalb eines Jahres fällig. Weitere 5,36 Millionen Euro haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.

Davon wiederum laufen rund 2,98 Millionen Euro länger als fünf Jahre.

Die Finanzierung bleibt damit langfristig angelegt.

Banken besitzen umfangreiche Sicherheiten

Sämtliche Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten von 6,066 Millionen Euro sind besichert.

Als Sicherheiten dienen unter anderem die Windenergieanlagen selbst. Hinzu kommen Kontenverpfändungen sowie Sicherungsabtretungen von Forderungen und Ansprüchen aus dem operativen Geschäft.

Damit haben die finanzierenden Banken im Fall wirtschaftlicher Schwierigkeiten weitreichende Sicherungsrechte.

Solche Strukturen sind bei projektfinanzierten Windparks nicht ungewöhnlich. Sie zeigen aber auch, dass ein erheblicher Teil der wirtschaftlichen Substanz des Unternehmens in die Kreditbesicherung eingebunden ist.

Lieferantenverbindlichkeiten steigen kräftig

Während die Bankschulden sinken, entwickeln sich die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in die entgegengesetzte Richtung.

Sie stiegen von rund 154.175 Euro auf 495.915 Euro und haben sich damit mehr als verdreifacht.

Davon entfallen rund 343.527 Euro auf verbundene Unternehmen.

Der starke Anstieg hängt zumindest teilweise mit einer geänderten Darstellung zusammen. Seit 2025 wird die Geschäftsbesorgungsgebühr gegenüber der ACARLUX S.a.r.l. nicht mehr unter den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen ausgewiesen, sondern unter den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

Ein direkter Vergleich mit dem Vorjahr ist deshalb nur eingeschränkt möglich.

Mehr als eine Million Euro gegenüber verbundenen Unternehmen

Zusätzlich bestehen Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen von rund 1,11 Millionen Euro.

Im Vorjahr waren es rund 1,29 Millionen Euro.

Von diesem Betrag sind 127.386 Euro kurzfristig und 983.000 Euro längerfristig fällig. Nach Angaben des Unternehmens entfallen rund 1,11 Millionen Euro dieser Verbindlichkeiten auf Gesellschafter.

Damit spielt neben der Bankenfinanzierung auch die konzerninterne beziehungsweise gesellschafterbezogene Finanzierung eine wichtige Rolle.

Rückbaurisiko wird bilanziell berücksichtigt

Die Rückstellungen erhöhten sich leicht von rund 186.700 Euro auf 197.105 Euro.

Der größte Posten betrifft die spätere Rückbauverpflichtung der Windkraftanlage. Dafür bestehen Rückstellungen von rund 158.000 Euro, nach 145.000 Euro im Vorjahr.

Zusätzlich hat die Commerzbank gegenüber der zuständigen Umweltschutzbehörde des Kreises Heinsberg drei Rückbaubürgschaften über zusammen 530.000 Euro gestellt.

Die Gesellschaft verfügt in gleicher Höhe über entsprechende Avalkredite. Auch diese sind durch Guthaben, technische Anlagen sowie Forderungen und Ansprüche aus laufenden Verträgen abgesichert.

Nach Angaben des Unternehmens bestehen derzeit keine Anzeichen dafür, dass die Gesellschaft ihren Verpflichtungen nicht nachkommen könnte.

Laufende Zahlungen hängen von den Stromerlösen ab

Neben den bilanzierten Verbindlichkeiten bestehen weitere finanzielle Verpflichtungen.

Diese richten sich prozentual nach den Einspeiseerlösen. In den ersten elf Betriebsjahren fallen 7,5 Prozent der Einspeiseerlöse an. Vom zwölften bis zum 20. Betriebsjahr steigt der Anteil auf 8,5 Prozent, anschließend bis zum 25. Betriebsjahr auf 9,5 Prozent.

Damit wachsen bestimmte laufende Belastungen im Zeitverlauf.

Andererseits sind sie umsatzabhängig ausgestaltet. Bei höheren Stromerlösen steigen die Zahlungen, bei niedrigeren Erlösen sinken sie entsprechend.

Kein eigenes Personal

Die Windpark Heinsberg GmbH & Co. KG beschäftigt keine eigenen Arbeitnehmer.

Die kaufmännischen Aufgaben werden entgeltlich von der ACARLUX S.a.r.l. aus Luxemburg übernommen.

Persönlich haftende Gesellschafterin ohne Kapitaleinlage ist die GRABINO Infrastruktur Verwaltungsgesellschaft mbH aus Düsseldorf. Die Geschäftsführung wurde 2025 von Felicitas Schrom und Axel Seider wahrgenommen.

Sitzverlegung nach Düsseldorf geplant

Interessant ist auch eine gesellschaftsrechtliche Veränderung.

Am 12. November 2025 wurde beschlossen, den Sitz der Gesellschaft zum 1. Januar 2026 von Grünwald nach Düsseldorf zu verlegen.

Zum Zeitpunkt der Aufstellung des Jahresabschlusses stand die Prüfung durch das Registergericht sowie die Eintragung beim Amtsgericht Düsseldorf allerdings noch aus.

Bilanz zeigt deutlichen Schuldenabbau

Insgesamt vermittelt der Jahresabschluss ein vergleichsweise stabiles Bild.

Die Gesellschaft hat ihre Bankschulden um mehr als 700.000 Euro reduziert. Gleichzeitig stiegen die Bankguthaben um fast 390.000 Euro und das Eigenkapital leicht an.

Dadurch hat sich die Kapitalstruktur verbessert.

Gleichzeitig bleibt der Windpark mit Verbindlichkeiten von insgesamt 7,67 Millionen Euro deutlich fremdfinanziert. Rund 6,35 Millionen Euro davon haben eine Laufzeit von mehr als einem Jahr.

Hinzu kommen umfassende Sicherheiten zugunsten der Banken und laufende umsatzabhängige Verpflichtungen.

Fazit

Der Windpark Heinsberg geht mit einer stärkeren Liquiditätsposition und einer leicht verbesserten Eigenkapitalquote aus dem Geschäftsjahr 2025 hervor. Der kontinuierliche Tilgungsfortschritt bei den Bankschulden ist dabei besonders auffällig.

Mit einer Eigenkapitalquote von knapp 33 Prozent verfügt die Gesellschaft über einen vergleichsweise soliden bilanziellen Puffer. Zugleich bleiben langfristige Finanzierungs- und Rückbauverpflichtungen ein zentraler Bestandteil des Geschäftsmodells.

Für eine vollständige Bewertung der wirtschaftlichen Entwicklung wäre allerdings auch hier die Gewinn- und Verlustrechnung entscheidend. Aus den vorliegenden Daten lässt sich zwar erkennen, dass sich die Bilanzstruktur verbessert hat – nicht jedoch, wie hoch Umsatz, operatives Ergebnis und tatsächlicher Jahresgewinn 2025 ausgefallen sind.

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