Die Windpark Frohnhausen GmbH & Co. KG hat das Geschäftsjahr 2025 mit einer Bilanzsumme von rund 7,95 Millionen Euro abgeschlossen. Ein Jahr zuvor waren es noch 9,51 Millionen Euro. Damit schrumpfte die Bilanz innerhalb eines Jahres um rund 1,56 Millionen Euro beziehungsweise gut 16 Prozent.
Der größte Rückgang entfällt auf das Anlagevermögen. Die Sachanlagen verminderten sich von 7,38 Millionen Euro auf 5,76 Millionen Euro. Bei einem Windpark ist diese Entwicklung insbesondere vor dem Hintergrund der laufenden planmäßigen Abschreibungen auf die technischen Anlagen zu sehen.
Fast 1,7 Millionen Euro auf Bankkonten
Deutlich stabiler entwickelte sich das Umlaufvermögen. Es stieg leicht von 2,06 Millionen Euro auf rund 2,12 Millionen Euro.
Dabei fällt vor allem die Liquidität ins Auge. Die Guthaben bei Kreditinstituten und sonstigen liquiden Mittel erhöhten sich von rund 1,49 Millionen Euro auf 1,70 Millionen Euro. Damit verfügte die Gesellschaft Ende 2025 über gut 205.000 Euro mehr unmittelbar verfügbare Mittel als ein Jahr zuvor.
Anders entwickelten sich die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände. Sie gingen von 562.785 Euro auf knapp 421.704 Euro zurück.
Insgesamt steht damit einem sinkenden Anlagevermögen ein solides kurzfristiges Finanzpolster gegenüber.
Verbindlichkeiten sinken um mehr als 1,6 Millionen Euro
Auf der Passivseite ist der deutliche Schuldenabbau die auffälligste Entwicklung. Die gesamten Verbindlichkeiten verringerten sich von 8,55 Millionen Euro auf 6,95 Millionen Euro.
Das entspricht einem Rückgang von rund 1,60 Millionen Euro innerhalb eines Jahres.
Besonders deutlich nahm der längerfristige Teil der Schulden ab. Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als einem und bis zu fünf Jahren reduzierten sich von rund 3,93 Millionen Euro auf 2,36 Millionen Euro.
Verbindlichkeiten mit einer Laufzeit von mehr als fünf Jahren bestanden Ende 2025 – ebenso wie im Vorjahr – nicht.
Kurzfristig bleibt die Belastung allerdings erheblich. Verbindlichkeiten von rund 4,59 Millionen Euro waren innerhalb eines Jahres fällig.
Hohe kurzfristige Verpflichtungen treffen auf hohe Liquidität
Gerade diese Fristigkeitsstruktur ist für die Einschätzung der Bilanz wichtig.
Mit knapp 1,70 Millionen Euro verfügt die Gesellschaft zwar über ein beträchtliches Bankguthaben. Die kurzfristigen Verbindlichkeiten von 4,59 Millionen Euro liegen jedoch deutlich darüber.
Das bedeutet nicht automatisch, dass ein Liquiditätsproblem besteht. Forderungen, laufende Stromerlöse und weitere Zahlungsströme können ebenfalls zur Finanzierung beitragen. Aus der Bilanz allein lässt sich die kurzfristige Zahlungsfähigkeit deshalb nicht abschließend beurteilen.
Für eine belastbare Analyse wären unter anderem die Gewinn- und Verlustrechnung sowie Angaben zum operativen Cashflow und zu den laufenden Stromerlösen notwendig.
Eigenkapitalquote bleibt extrem niedrig
Besonders auffällig ist die Eigenkapitalausstattung.
Das Eigenkapital verringerte sich leicht von 330.237 Euro auf 322.845 Euro. Bei einer Bilanzsumme von knapp 7,95 Millionen Euro ergibt sich daraus eine rechnerische Eigenkapitalquote von nur rund 4,1 Prozent.
Im Vorjahr hatte sie bei etwa 3,5 Prozent gelegen.
Die Quote hat sich damit zwar geringfügig verbessert, bleibt aber auf sehr niedrigem Niveau. Die Finanzierung des Windparks beruht somit weit überwiegend auf Fremdkapital.
Die Kapitalanteile der Kommanditisten sanken von 250.000 Euro auf 242.608 Euro. Die gesamthänderisch gebundenen Rücklagen blieben unverändert bei 80.237 Euro.
Die Bilanz wurde nach Verwendung des Jahresergebnisses aufgestellt. Das Ergebnis wurde den Gesellschafterkonten zugewiesen, weshalb kein Bilanzgewinn oder Bilanzverlust ausgewiesen wird.
Zinssicherung gegen steigende Zinsen
Interessant ist die Finanzierungsstruktur auch deshalb, weil ein Teil der Darlehen variabel verzinst ist.
Zur Absicherung des Zinsrisikos hat die Gesellschaft Zinssatz-Swaps abgeschlossen. Als Basiszinssatz wird der Drei-Monats-Euribor verwendet.
Zum Jahresende bestanden zwei entsprechende Derivate. Das größere Zinssicherungsgeschäft hatte einen Bezugsbetrag von rund 3,84 Millionen Euro und einen positiven Marktwert von etwa 38.565 Euro. Ein zweites Geschäft bezog sich auf rund 98.214 Euro und hatte einen Marktwert von rund 502 Euro.
Beide laufen bis zum 30. Juni 2028.
Die zugrunde liegenden Darlehen bestehen gegenüber der DZ Bank, der Volksbank Mittelhessen und der Volksbank Lahn-Dill.
Damit versucht der Windpark, das Risiko schwankender Marktzinsen zumindest für wesentliche Teile seiner Finanzierung zu begrenzen.
Rund 3,93 Millionen Euro Schulden besichert
Ein erheblicher Teil der Verbindlichkeiten ist durch Sicherheiten unterlegt. Der Jahresabschluss nennt einen Betrag von rund 3,93 Millionen Euro, für den Pfandrechte oder vergleichbare Sicherungsrechte bestehen.
Das ist bei fremdfinanzierten Energieprojekten nicht ungewöhnlich. Für Kreditgeber sind die Anlagen beziehungsweise damit zusammenhängende Rechte ein zentraler Bestandteil der Kreditsicherung.
Gleichzeitig verdeutlicht die Zahl, wie stark die Gesellschaft weiterhin auf Fremdfinanzierung angewiesen ist.
Rückstellungen steigen auf 684.500 Euro
Während die Verbindlichkeiten deutlich zurückgingen, nahmen die Rückstellungen zu.
Sie stiegen von 631.200 Euro auf 684.500 Euro. Das entspricht einem Plus von rund 53.300 Euro.
Die Rückstellungen sollen noch nicht abschließend feststehende Verpflichtungen und erkennbare Risiken abdecken. Welche Einzelpositionen den Anstieg hauptsächlich verursacht haben, wird in dem vorliegenden Anhang nicht näher aufgeschlüsselt.
Mehr als 4,4 Millionen Euro Verpflichtungen außerhalb der Bilanz
Besonders relevant sind die sogenannten nicht bilanzierten sonstigen finanziellen Verpflichtungen.
Aus Pachtverträgen bestehen Verpflichtungen von rund 2,66 Millionen Euro. Hinzu kommen Verpflichtungen aus Wartungsverträgen von rund 1,77 Millionen Euro.
Zusammen ergibt sich ein Volumen von rund 4,43 Millionen Euro.
Diese Beträge stehen nicht als klassische Verbindlichkeiten in der Bilanz, stellen aber dennoch zukünftige finanzielle Belastungen dar.
Dabei sind sowohl die Pacht- als auch die Wartungsentgelte umsatzabhängig ausgestaltet. Die tatsächliche Belastung hängt damit zumindest teilweise von der wirtschaftlichen Entwicklung und den Erlösen des Windparks ab.
Die Restlaufzeiten der zugrunde liegenden Verträge reichen nach Angaben des Unternehmens von 21 bis 151 Monaten.
Wirtschaftliche Stabilität nicht allein aus der Bilanz ablesbar
Der Jahresabschluss vermittelt damit ein gemischtes Bild.
Positiv fallen der deutliche Schuldenabbau und die gestiegene Liquidität auf. Die Verbindlichkeiten wurden um mehr als 1,6 Millionen Euro reduziert, während das Bankguthaben auf knapp 1,7 Millionen Euro stieg.
Gleichzeitig bleibt die Gesellschaft sehr stark fremdfinanziert. Mit einer Eigenkapitalquote von lediglich rund vier Prozent ist der finanzielle Puffer vergleichsweise klein.
Hinzu kommen hohe kurzfristige Verpflichtungen sowie erhebliche Pacht- und Wartungsverpflichtungen außerhalb der Bilanz.
Ob der Windpark 2025 operativ profitabel gearbeitet hat, lässt sich aus den veröffentlichten Bilanzzahlen allein nicht beantworten. Entscheidend wären hierfür vor allem Umsatz, Stromerzeugung, Zinsaufwand, Abschreibungen und Jahresergebnis.
Bemerkenswert: Sitzangabe weicht von der Überschrift ab
Im veröffentlichten Jahresabschluss fällt zudem eine formale Besonderheit auf. In der Überschrift wird die Gesellschaft mit Dillenburg bezeichnet. Im Anhang heißt es dagegen, die Windpark Frohnhausen GmbH & Co. KG habe ihren Sitz in Solms und sei beim Amtsgericht Wetzlar unter HRA 7157 eingetragen.
Ob es sich dabei lediglich um unterschiedliche Ortsangaben im Zusammenhang mit Veröffentlichung und Registerdaten handelt oder eine Aktualisierung der Unternehmensdaten vorliegt, lässt sich aus dem vorgelegten Abschluss allein nicht klären.
Fazit
Der Windpark Frohnhausen hat 2025 seine Finanzverbindlichkeiten erheblich zurückgeführt und gleichzeitig sein Liquiditätspolster ausgebaut. Das ist die auffälligste positive Entwicklung des Jahresabschlusses.
Dem steht jedoch eine sehr geringe Eigenkapitalbasis gegenüber. Mit lediglich rund 323.000 Euro Eigenkapital bei fast acht Millionen Euro Bilanzsumme bleibt die Gesellschaft stark von Fremdfinanzierung abhängig. Zusätzlich bestehen langfristige Verpflichtungen aus Pacht und Wartung von mehr als 4,4 Millionen Euro.
Der Jahresabschluss zeigt damit einen Windpark, der Schulden abbaut und liquide Mittel aufbaut, dessen Kapitalstruktur aber weiterhin ausgesprochen fremdkapitallastig ist. Für eine abschließende wirtschaftliche Bewertung wäre die Gewinn- und Verlustrechnung unverzichtbar.