Die Vereinigten Staaten haben einen neuen Schuldenrekord erreicht. Nach Angaben des US-Finanzministeriums stieg die Staatsverschuldung auf 40.047.425.768.420,22 Dollar. Umgerechnet entspricht das etwa 34,3 Billionen Euro.
Besonders deutlich wird das Tempo beim Vergleich mit dem Vorjahr: Innerhalb von zwölf Monaten wuchs der Schuldenberg um rund drei Billionen Dollar.
Damit erreicht die größte Volkswirtschaft der Welt die 40-Billionen-Marke sogar früher als noch vor wenigen Jahren erwartet.
50 Billionen Dollar könnten schon in sechs Jahren folgen
Sollte sich die Entwicklung im bisherigen Tempo fortsetzen, dürfte die nächste Rekordmarke nicht lange auf sich warten lassen.
Der Finanzexperte Michael Peterson geht davon aus, dass die US-Staatsverschuldung bereits innerhalb von sechs Jahren 50 Billionen Dollar erreichen könnte.
Er warnt vor langfristigen Folgen für die amerikanische Wirtschaft und die finanzielle Zukunft des Landes.
Die entscheidende Herausforderung ist dabei nicht allein die enorme Höhe der Schulden. Mit steigenden Zinsen wird auch deren Finanzierung zunehmend kostspielig.
Zinsen werden selbst zum Milliardenproblem
Je höher die Verschuldung ausfällt, desto mehr Geld muss der Staat grundsätzlich für den Schuldendienst aufbringen. Steigende Finanzierungskosten können diesen Effekt zusätzlich verstärken.
Damit wächst die Gefahr eines Kreislaufs: Hohe Schulden verursachen hohe Zinsausgaben, die wiederum den Haushalt belasten und zusätzlichen Finanzierungsbedarf schaffen können.
Der Finanzexperte Marc Goldwein spricht deshalb von einer sich entwickelnden „Schuldenspirale“.
Das Geld, das für Zinsen benötigt wird, steht zudem nicht für andere staatliche Aufgaben zur Verfügung.
Sozial- und Gesundheitskosten treiben Ausgaben
Die Ursachen für den wachsenden Schuldenberg sind vielfältig.
Zu den strukturellen Belastungen gehören steigende Sozial- und Gesundheitsausgaben. Die alternde amerikanische Bevölkerung dürfte diese Kosten langfristig weiter erhöhen.
Hinzu kommen politische Entscheidungen der vergangenen Jahrzehnte. Der US-Kongress verabschiedete wiederholt umfangreiche Ausgabenprogramme, während gleichzeitig Steuern gesenkt wurden.
Auch der 2025 unter Präsident Donald Trump verabschiedete „One Big Beautiful Bill Act“ wird in diesem Zusammenhang genannt.
Weitere Belastungen ergeben sich dem Bericht zufolge aus Kriegskosten und der amerikanischen Zollpolitik.
Schulden wachsen schneller als prognostiziert
Bemerkenswert ist vor allem, wie schnell die Marke von 40 Billionen Dollar erreicht wurde.
Nach den genannten Angaben geschah dies gut zwei Jahre früher, als es das Haushaltsamt des US-Kongresses noch im Mai 2023 prognostiziert hatte.
Das zeigt, wie stark sich langfristige Haushaltsprognosen innerhalb weniger Jahre verändern können.
Für die amerikanische Finanzpolitik erhöht sich damit der Handlungsdruck. Einsparungen sind politisch schwierig, insbesondere wenn sie Sozialprogramme betreffen. Steuererhöhungen sind ebenfalls umstritten. Gleichzeitig können neue Ausgabenprogramme den Schuldenstand weiter erhöhen.
Ein Schuldenberg mit globaler Bedeutung
Die Entwicklung betrifft nicht ausschließlich die USA. US-Staatsanleihen spielen eine zentrale Rolle im internationalen Finanzsystem, und der Dollar ist weiterhin eine der wichtigsten Reserve- und Handelswährungen der Welt.
Entwicklungen bei amerikanischen Staatsfinanzen, Zinsen und Anleihemärkten können deshalb weit über die Landesgrenzen hinaus Auswirkungen haben.
Die Überschreitung der 40-Billionen-Dollar-Marke bedeutet zwar nicht, dass den Vereinigten Staaten unmittelbar eine Zahlungsunfähigkeit droht. Sie macht aber deutlich, wie schnell die finanzpolitischen Herausforderungen wachsen.