Die Windpark Lindenberg GmbH & Co. KG aus Reußenköge hat im Geschäftsjahr 2025 ihre Verbindlichkeiten deutlich reduziert. Gleichzeitig fällt allerdings auf, dass die liquiden Mittel kräftig zurückgegangen sind und ein erheblicher Teil des Umlaufvermögens aus Forderungen gegenüber den eigenen Gesellschaftern besteht. Die Bilanzsumme sank innerhalb eines Jahres um knapp 1,2 Millionen Euro.
Zum 31. Dezember 2025 weist die Windpark Lindenberg GmbH & Co. KG eine Bilanzsumme von 12,16 Millionen Euro aus. Ende 2024 waren es noch 13,35 Millionen Euro. Damit schrumpfte die Bilanz um rund 1,19 Millionen Euro beziehungsweise 8,9 Prozent.
Ein wesentlicher Grund dafür ist die Entwicklung des Anlagevermögens. Dieses verringerte sich von 8,17 Millionen Euro auf 6,90 Millionen Euro. Allein die Sachanlagen gingen um rund 1,27 Millionen Euro zurück.
Das dürfte im Wesentlichen auf die planmäßigen Abschreibungen der Windenergieanlagen zurückzuführen sein. Laut Anhang werden die Sachanlagen linear über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer abgeschrieben.
Während das Anlagevermögen sinkt, entwickelte sich das Umlaufvermögen auf den ersten Blick positiv. Es erhöhte sich von 3,23 Millionen Euro auf 3,45 Millionen Euro.
Doch dahinter steckt eine auffällige Verschiebung.
Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände stiegen innerhalb eines Jahres von 2,02 Millionen Euro auf 2,97 Millionen Euro. Das entspricht einem Zuwachs von rund 956.000 Euro oder 47 Prozent.
Besonders bemerkenswert sind dabei die Forderungen gegenüber den Gesellschaftern. Sie erhöhten sich von rund 1,61 Millionen Euro auf 2,58 Millionen Euro – ein Anstieg von fast 969.000 Euro beziehungsweise rund 60 Prozent.
Damit entfallen inzwischen rund 87 Prozent der gesamten Forderungen auf Forderungen gegenüber Gesellschaftern.
Für die Beurteilung der Bilanz ist das ein wichtiger Punkt. Forderungen sind zwar Vermögenswerte, sie stehen dem Unternehmen aber nicht in gleicher Weise unmittelbar zur Verfügung wie Bankguthaben. Entscheidend ist unter anderem, wann und unter welchen Bedingungen diese Forderungen beglichen werden.
Genau hierzu enthält der veröffentlichte Jahresabschluss nur begrenzte Informationen. Fest steht allerdings, dass sämtliche Forderungen eine Restlaufzeit von höchstens einem Jahr haben.
Parallel zum starken Forderungsanstieg gingen die liquiden Mittel erheblich zurück.
Ende 2024 verfügte die Gesellschaft noch über 1,21 Millionen Euro an Bankguthaben und vergleichbaren liquiden Mitteln. Ende 2025 waren es nur noch rund 480.000 Euro.
Damit verringerte sich die unmittelbar verfügbare Liquidität um rund 728.000 Euro oder gut 60 Prozent.
Das gehört zu den auffälligsten Veränderungen des Jahresabschlusses.
Der Rückgang muss allerdings im Zusammenhang mit der Entwicklung der Verschuldung betrachtet werden. Denn gleichzeitig hat die Windparkgesellschaft ihre Verbindlichkeiten kräftig reduziert.
Ende 2024 standen noch rund 9,33 Millionen Euro Verbindlichkeiten in der Bilanz. Ein Jahr später waren es 8,11 Millionen Euro.
Innerhalb von zwölf Monaten wurden damit bilanziell rund 1,22 Millionen Euro an Verbindlichkeiten abgebaut. Das entspricht einem Rückgang von etwa 13 Prozent.
Auch die besonders langfristigen Verpflichtungen sind gesunken. Die Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren reduzierten sich von rund 3,28 Millionen Euro auf 2,09 Millionen Euro.
Das ist ein Rückgang um rund 1,19 Millionen Euro beziehungsweise gut 36 Prozent.
Die kurzfristigen Verbindlichkeiten blieben dagegen relativ stabil. Sie gingen lediglich von 1,27 Millionen Euro auf rund 1,24 Millionen Euro zurück.
Das Eigenkapital der Windparkgesellschaft beträgt unverändert 3,505 Millionen Euro. Es besteht vollständig aus den Kapitalanteilen der Kommanditisten. Ein Bilanzgewinn oder Bilanzverlust wird nicht ausgewiesen.
Weil die Bilanzsumme gesunken ist und das Eigenkapital gleichzeitig konstant blieb, hat sich die rechnerische Eigenkapitalquote verbessert.
Sie erhöhte sich von rund 26,2 Prozent im Jahr 2024 auf etwa 28,8 Prozent Ende 2025.
Damit wird ein größerer Anteil des bilanzierten Vermögens durch Eigenkapital finanziert als noch ein Jahr zuvor.
Bemerkenswert ist zudem, dass die Verbindlichkeiten nach Angaben des Unternehmens – abgesehen von üblichen Eigentumsvorbehalten – unbesichert sind.
Das unterscheidet die Gesellschaft von zahlreichen Windpark-Projektgesellschaften, bei denen Windenergieanlagen, Bankkonten, Einspeiseerlöse oder Nutzungsrechte häufig umfassend zugunsten finanzierender Kreditinstitute verpfändet oder abgetreten werden.
Auch die Rechnungsabgrenzungsposten spielen in der Bilanz eine erhebliche Rolle. Auf der Aktivseite werden zum Jahresende 1,81 Millionen Euro ausgewiesen. Im Vorjahr waren es knapp 1,96 Millionen Euro.
Damit entsprechen die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten immerhin knapp 15 Prozent der gesamten Bilanzsumme.
Welche konkreten Zahlungen sich dahinter verbergen, lässt sich aus den veröffentlichten Angaben nicht im Detail erkennen. Grundsätzlich dienen solche Positionen dazu, bereits geleistete Zahlungen wirtschaftlich zukünftigen Perioden zuzuordnen.
Die Rückstellungen stiegen unterdessen leicht.
Sie erhöhten sich von 518.463,70 Euro auf 547.293,07 Euro. Das entspricht einem Anstieg um rund 28.800 Euro.
Nach Angaben im Anhang umfassen die Rückstellungen unter anderem noch nicht veranlagte Steuern und weitere ungewisse Verpflichtungen.
Interessant ist auch der Blick auf die Beziehungen zu Gesellschaftern und verbundenen Unternehmen.
Während die Gesellschaft Forderungen von rund 2,58 Millionen Euro gegenüber Gesellschaftern ausweist, bestehen gleichzeitig lediglich 13.784,40 Euro an entsprechenden Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern.
Gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen laut Jahresabschluss keine entsprechenden Forderungen, aber Verbindlichkeiten von 15.173,93 Euro.
Weitere Forderungen von 5.194,65 Euro bestehen gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht.
Die Gesellschaft beschäftigt selbst keine Arbeitnehmer. Die durchschnittliche Mitarbeiterzahl lag 2025 bei null. Bei Windparkgesellschaften ist eine solche Struktur nicht ungewöhnlich, weil technische Betriebsführung, Wartung, Verwaltung und weitere Leistungen häufig ausgelagert werden.
Die Windpark Lindenberg GmbH & Co. KG hat ihren Sitz in Reußenköge und ist beim Amtsgericht Flensburg unter der Handelsregisternummer 8356 eingetragen.
Als Geschäftsführer werden Sevim Albrecht, Katharina Werle, Kirsten Rohbrecht und Marc-Bono Treinat genannt. Der Jahresabschluss wurde am 3. Juni 2026 festgestellt.
Ein Punkt in den veröffentlichten Zahlen verdient allerdings besondere Aufmerksamkeit: In der Bilanz werden Gesamtverbindlichkeiten von 8,11 Millionen Euro ausgewiesen. Gleichzeitig nennt die übermittelte Tabelle bei den Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr einen Betrag von 14,93 Millionen Euro für 2025 und 17,31 Millionen Euro für 2024.
Das ist rechnerisch nicht miteinander vereinbar, weil langfristige Verbindlichkeiten nicht höher sein können als die gesamten bilanzierten Verbindlichkeiten. Hier dürfte daher ein Übertragungs-, Darstellungs- oder Ausgangsdatenfehler vorliegen. Für eine Veröffentlichung sollten diese beiden Zahlen unbedingt noch einmal anhand des Originalabschlusses überprüft werden.
Insgesamt vermittelt der Jahresabschluss deshalb ein gemischtes, aber interessantes Bild.
Positiv fällt vor allem der deutliche Schuldenabbau auf. Die gesamten Verbindlichkeiten gingen um mehr als 1,2 Millionen Euro zurück, während das Eigenkapital stabil blieb. Dadurch verbesserte sich auch die Eigenkapitalquote.
Auf der anderen Seite ist das Bankguthaben um mehr als 60 Prozent eingebrochen. Gleichzeitig haben sich die Forderungen gegenüber Gesellschaftern um fast eine Million Euro erhöht.
Damit hat sich die Zusammensetzung des kurzfristigen Vermögens erheblich verändert: Weniger Geld liegt auf Bankkonten, während deutlich mehr Kapital als Forderung gegenüber Gesellschaftern gebunden ist.
Ob diese Entwicklung wirtschaftlich problematisch oder lediglich Folge interner Zahlungs- und Ausschüttungsstrukturen ist, kann anhand der veröffentlichten Bilanz allein nicht beurteilt werden. Dafür wären insbesondere die Gewinn- und Verlustrechnung, eine Kapitalflussrechnung sowie nähere Informationen zu den Gesellschafterforderungen erforderlich.
Fest steht jedoch: 2025 war für den Windpark Lindenberg bilanziell ein Jahr großer Verschiebungen. Millionenbeträge wurden bei den Verbindlichkeiten abgebaut, der Buchwert der Anlagen sank kräftig und zugleich verlagerte sich ein erheblicher Teil des Vermögens von Bankguthaben hin zu Forderungen gegenüber den Gesellschaftern. Genau diese Entwicklung dürfte beim nächsten Jahresabschluss besonders interessant werden.