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Nomura Real Protect Fonds: Stabilität im Inflationsumfeld, aber Kosten und Mittelabflüsse belasten die Anlegerbilanz

geralt (CC0), Pixabay

Der Jahresbericht des Nomura Real Protect Fonds zum 31. März 2026 zeichnet aus Anlegersicht ein gemischtes Bild. Der Fonds verfolgt das Ziel des realen Kapitalerhalts und investiert überwiegend in inflationsgeschützte Staatsanleihen aus OECD-Ländern. Dabei wird das Währungsrisiko weitgehend abgesichert und das Zinsrisiko an einer Benchmark mit Laufzeiten von ein bis fünf Jahren ausgerichtet. Diese defensive Ausrichtung soll die Schwankungsanfälligkeit gegenüber einem breiter aufgestellten Portfolio inflationsgeschützter Anleihen reduzieren.

Im Berichtsjahr war das Kapitalmarktumfeld von erheblichen Unsicherheiten geprägt. Zunächst sorgten die US-Zollpolitik und steigende Inflationsraten für hohe Volatilität. Später führte der starke Anstieg der Energiepreise zu erneutem Inflationsdruck und steigenden Renditen an den Anleihemärkten. Inflationsgeschützte Staatsanleihen konnten sich in diesem Umfeld vergleichsweise gut behaupten: Der im Bericht genannte Bloomberg-Referenzindex erzielte einen Gesamtertrag von 2,0 %, während vergleichbare nominale Anleihen lediglich um 1,5 % zulegten.

Die tatsächliche Fondsperformance blieb allerdings hinter diesem Referenzwert zurück. Die Anteilsklasse I/EUR erzielte 0,7 %, die für Privatanleger relevante R/EUR lediglich 0,3 %, während die I/USD-Klasse 2,7 % erreichte. Damit erfüllte der Fonds zwar grundsätzlich seine defensive Funktion, konnte das günstige Umfeld für inflationsgeschützte Anleihen jedoch insbesondere bei den Euro-Anteilsklassen nur begrenzt in Rendite umsetzen.

Positiv hervorzuheben ist die hohe Bonität des Portfolios. Rund 78,6 % des Fondsvermögens waren in verzinslichen Wertpapieren angelegt, wobei es sich praktisch vollständig um inflationsindexierte Staatsanleihen handelt. Besonders hoch war das Engagement in den USA. US-Dollar-Anleihen machten zum Bilanzstichtag rund 45,5 % des Fondsvermögens aus. Daneben bestanden unter anderem Positionen in Kanada, Großbritannien, Dänemark, Australien, Frankreich und Spanien. Das Management nutzte regionale Bewertungsunterschiede aktiv und erhöhte beispielsweise die Gewichtung Kanadas, während Deutschland vollständig abgebaut und das US-Gewicht reduziert wurde.

Das Kredit- und Liquiditätsrisiko erscheint entsprechend niedrig. Im Bericht wird das Adressausfallrisiko als sehr gering und das Liquiditätsrisiko aufgrund der liquiden Staatsanleihen ebenfalls als relativ gering eingestuft. Das Zinsänderungs- beziehungsweise Marktpreisrisiko wird dagegen als mittel bezeichnet. Für sicherheitsorientierte Anleger ist dieses Risikoprofil grundsätzlich attraktiv, allerdings darf ein Inflationsschutz nicht mit einer Kapitalgarantie verwechselt werden. Steigende reale Renditen beziehungsweise Zinsen können auch bei inflationsindexierten Anleihen Kursverluste verursachen.

Ein wesentlicher Kritikpunkt aus Anlegersicht ist die Kostenbelastung. Die Gesamtkostenquote beträgt bei der institutionellen I/EUR-Klasse 1,47 %, bei der R/EUR-Klasse sogar 1,84 % und bei der I/USD-Klasse 1,44 %. Besonders für Privatanleger der R-Klasse ist dies erheblich: Bei einer Jahresperformance von lediglich 0,3 % fallen Kosten in dieser Größenordnung stark ins Gewicht. Zusätzlich sieht der Fonds grundsätzlich einen Ausgabeaufschlag von bis zu 2 % vor. Damit benötigt ein langfristiger Anleger eine entsprechend höhere Bruttorendite des Portfolios, bevor ein überzeugender realer Vermögenszuwachs entsteht.
Auffällig ist außerdem die Entwicklung des Fondsvolumens. Das Vermögen der I/EUR-Klasse sank von rund 10,6 Mio. Euro im März 2023 auf nur noch rund 3,15 Mio. Euro zum März 2026. Bei der R/EUR-Klasse ging es im gleichen Zeitraum von etwa 9,46 Mio. auf 4,69 Mio. Euro zurück. Allein im aktuellen Berichtsjahr verzeichnete die R/EUR-Klasse Netto-Mittelabflüsse von rund 1,04 Mio. Euro. Noch extremer entwickelte sich die I/USD-Klasse, deren Fondsvermögen infolge hoher Rücknahmen von rund 132.649 USD auf nur noch 11.816 USD fiel.
Diese anhaltenden Mittelabflüsse sind für Anleger ein wichtiges Warnsignal. Sie bedeuten nicht automatisch, dass die Anlagestrategie problematisch ist, können bei einem relativ kleinen Fonds jedoch die Fixkostenbelastung erhöhen und langfristig Fragen hinsichtlich der wirtschaftlichen Attraktivität beziehungsweise des Fortbestands einzelner Anteilsklassen aufwerfen.

Bei der Ertragslage zeigt sich ebenfalls die Bedeutung der Kosten. Die I/EUR-Klasse erwirtschaftete zwar Erträge von rund 21.640 Euro, denen jedoch Aufwendungen von rund 46.310 Euro gegenüberstanden. Der ordentliche Nettoertrag war damit mit rund −24.670 Euro negativ. Erst realisierte Gewinne aus Wertpapier- und anderen Veräußerungsgeschäften führten zu einem positiven Jahresergebnis von rund 18.136 Euro. Bei der R/EUR-Klasse fiel das Ergebnis des Geschäftsjahres dagegen mit rund −41.179 Euro negativ aus.
Die Ausschüttung beträgt für die beiden Euro-Anteilsklassen jeweils 0,50 Euro je Anteil. Sie sollte jedoch nicht mit der tatsächlich erwirtschafteten laufenden Rendite gleichgesetzt werden, da die Ertragsrechnung zeigt, dass die laufenden Erträge die laufenden Kosten nicht vollständig deckten und ein wesentlicher Teil des Ergebnisses aus realisierten Kapitalgewinnen stammt.
Das Fondsmanagement bleibt für die weitere Entwicklung grundsätzlich konstruktiv. Nach eigener Einschätzung befinden sich reale Renditen auf historisch attraktiven Niveaus, während langfristige marktimplizite Inflationserwartungen weiterhin moderat erscheinen. Sowohl eine Stabilisierung der Zinserwartungen als auch ein erneuter Anstieg der Inflationserwartungen könnte inflationsgeschützte Anleihen unterstützen. Dieses Argument ist für Anleger nachvollziehbar: Nach den deutlichen Zinsanpassungen der vergangenen Jahre bieten reale Staatsanleiherenditen wieder attraktivere Ausgangsniveaus als während der Niedrigzinsphase.

Fazit aus Anlegersicht: Der Nomura Real Protect Fonds bietet ein defensives, international diversifiziertes Portfolio hochwertiger inflationsgeschützter Staatsanleihen und kann insbesondere als Baustein zur Absicherung gegen unerwartet hohe Inflation interessant sein. Die niedrigen Kredit- und Liquiditätsrisiken sowie die weitgehende Währungsabsicherung sprechen für das Sicherheitsprofil des Fonds.

Dem stehen jedoch wesentliche Schwächen gegenüber. Die Euro-Anteilsklassen erzielten im Berichtsjahr nur geringe Wertzuwächse, die Kostenquote ist insbesondere bei der R/EUR-Klasse vergleichsweise hoch und das Fondsvolumen ist über mehrere Jahre deutlich geschrumpft. Die erheblichen Mittelabflüsse sollten Anleger ebenfalls beobachten.

Insgesamt erscheint der Fonds daher weniger als Renditetreiber, sondern vielmehr als spezialisierter defensiver Portfoliobaustein zum Inflationsschutz. Für Anleger ist vor allem entscheidend, ob der erwartete Nutzen der aktiven Steuerung und des Inflationsschutzes die relativ hohe laufende Kostenbelastung rechtfertigt. Besonders bei der R/EUR-Anteilsklasse ist dieses Kosten-Rendite-Verhältnis kritisch zu prüfen.

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