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Wanises WM-Kolumne: Haaland trifft doppelt – und Norwegen zittert sich ins Sechzehntelfinale

Liebe Fußballfreunde,

wer dachte, Norwegen würde nach einer 3:1-Führung einen entspannten Abend verbringen, der kennt offenbar die Gesetze einer Weltmeisterschaft nicht. Am Ende gewannen die Wikinger zwar verdient mit 3:2 gegen den Senegal, doch die letzten Minuten dürften bei den norwegischen Fans für einige zusätzliche graue Haare gesorgt haben.

Dabei begann alles nach Plan. Die Skandinavier gingen bereits vor der Pause mit 1:0 in Führung und hatten die Partie weitgehend unter Kontrolle. Als dann Erling Haaland direkt nach Wiederanpfiff zum 2:0 traf, schien die Sache bereits entschieden zu sein. Der Torjäger macht derzeit genau das, was Torjäger eben tun: Er trifft. Und zwar regelmäßig.

Doch der Senegal hatte nicht vor, die Segel zu streichen.

Nur fünf Minuten nach Haalands Treffer meldeten sich die Löwen von Teranga durch Ismaïla Sarr eindrucksvoll zurück. Das 1:2 brachte plötzlich wieder Spannung in die Begegnung. Allerdings reagierte Norwegen genau so, wie man es von einer Mannschaft erwartet, die ins Achtelfinale möchte. Die Nordeuropäer übernahmen wieder die Kontrolle, spielten ruhig und zielstrebig nach vorne und fanden erneut ihren Mann für die wichtigen Momente.

Natürlich war es wieder Haaland.

Mit seinem zweiten Treffer des Abends stellte der Superstar in der 58. Minute auf 3:1 und sorgte scheinbar für die Vorentscheidung. Norwegen verwaltete den Vorsprung anschließend souverän und ließ lange Zeit kaum Zweifel am Ausgang der Partie aufkommen.

Doch dann kam die Nachspielzeit.

Und plötzlich erinnerte sich der Senegal daran, dass Fußballspiele bis zum Schlusspfiff dauern.

Erneut war es Ismaïla Sarr, der auf 2:3 verkürzte und die norwegische Defensive schlagartig in den Alarmmodus versetzte. Die Afrikaner warfen jetzt alles nach vorne und schnupperten tatsächlich noch am Ausgleich. Erst setzte Sarr einen Abschluss knapp über das Tor, wenig später verfehlte auch Mbaye nur hauchdünn das Ziel.

In diesen Momenten dürften die norwegischen Fans kollektiv aufgehört haben zu atmen.

Als der Schiedsrichter schließlich abpfiff, fiel den Wikingern ein gewaltiger Stein vom Herzen. Die drei Punkte waren eingefahren, der Einzug ins Sechzehntelfinale perfekt und Platz zwei in Gruppe I gesichert.

Für Norwegen ist das eine starke Zwischenbilanz. Sechs Punkte aus zwei Spielen, ein überragender Haaland und die Gewissheit, dass man auch schwierige Phasen überstehen kann. Allerdings hat die Schlussphase auch gezeigt, dass die Defensive nicht unverwundbar ist.

Der Senegal hingegen steht nun mit dem Rücken zur Wand. Erstmals blieb der Afrika-Cup-Sieger von 2022 nach den ersten beiden WM-Partien ohne Sieg. Die Moral stimmte, der Kampfgeist ebenfalls. Doch schöne Aufholjagden bringen keine Punkte, wenn am Ende das letzte Tor fehlt. Nun bleibt nur noch die Devise: Im letzten Gruppenspiel muss ein Sieg her.

Mein Fazit: Norwegen gewinnt verdient, aber mit deutlich mehr Herzklopfen als nötig. Und während Haaland weiter fleißig Tore sammelt, dürfte Trainer Ståle Solbakken vor dem nächsten Spiel noch ein paar Worte über konzentrierte Nachspielzeiten verlieren.

Bis zum nächsten WM-Abend,

Eure Wanise

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