Liebe Fußballfreunde,
bei einer Weltmeisterschaft gibt es Momente, in denen Mannschaften wachsen. Und es gibt Momente, in denen Träume platzen. Beim 2:1-Sieg Algeriens gegen Jordanien war von beidem reichlich zu sehen.
Dabei sah es zunächst gar nicht nach einem algerischen Erfolg aus.
Beide Mannschaften legten mit viel Tempo und Energie los. Die Anfangsphase war intensiv, zweikampfstark und versprach einen unterhaltsamen Fußballabend. Doch nach etwa zehn Minuten verlor die Partie etwas an Schwung. Das Spiel wurde zerfahrener, Torchancen blieben Mangelware und vieles deutete auf eine zähe Angelegenheit hin.
Dann half Algerien dem Gegner unfreiwillig auf die Sprünge.
Ein Fehler im Spielaufbau brachte Jordanien plötzlich in eine hervorragende Position – und diese Einladung nahmen die Jordanier dankend an. Mit der Führung im Rücken verteidigten sie leidenschaftlich und gingen nicht unverdient mit dem 1:0 in die Halbzeitpause.
Zu diesem Zeitpunkt durfte Jordanien noch hoffen.
Doch nach dem Seitenwechsel kamen die Wüstenfüchse wie verwandelt aus der Kabine.
Plötzlich war mehr Tempo im Spiel, mehr Zielstrebigkeit und vor allem deutlich mehr Druck auf das jordanische Tor. Algerien spielte jetzt so, wie man es von einer Mannschaft erwartet, die bei dieser Weltmeisterschaft noch etwas erreichen möchte.
Der Ausgleich war die logische Folge dieser Dominanz.
Und weil Algerien danach nicht aufhörte, Fußball zu spielen, sondern weiter mutig nach vorne marschierte, fiel schließlich auch der Siegtreffer. Die Wüstenfüchse drehten die Partie komplett und belohnten sich für eine starke zweite Halbzeit.
Unter dem Strich geht dieser Erfolg absolut in Ordnung. Jordanien hielt lange dagegen, konnte aber mit zunehmender Spielzeit dem algerischen Druck nicht mehr standhalten.
Für Jordanien bedeutet diese Niederlage das Aus bei dieser Weltmeisterschaft. Die Mannschaft hat gekämpft, sich nie aufgegeben und phasenweise gezeigt, dass sie auf dieser Bühne mithalten kann. Doch am Ende fehlten die Punkte.
Und als wäre die Aufgabe nicht ohnehin schwer genug gewesen, wartet im letzten Gruppenspiel nun auch noch Titelverteidiger Argentinien. Eine Begegnung, die eher nach einer Abschlussprüfung als nach einer letzten Chance aussieht.
Algerien hingegen darf weiter träumen.
Im abschließenden Gruppenspiel gegen Österreich geht es nun um den direkten Einzug ins Sechzehntelfinale. Nach der Leistung in der zweiten Halbzeit gegen Jordanien haben die Nordafrikaner allen Grund, selbstbewusst in diese Partie zu gehen.
Mein Fazit: Algerien hat Charakter gezeigt, einen Rückstand gedreht und sich völlig verdient drei wichtige Punkte gesichert. Jordanien dagegen verlässt das Turnier mit erhobenem Kopf, aber ohne Aussicht auf die nächste Runde.
Bis zum nächsten WM-Abend,
Eure Wanise